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Franz Gleißner (GND 128553170)


Daten
Nachname Gleißner
Vorname Franz
GND 128553170
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Franz Gleißner in der BSB

Gleißner, (Franz), war 1760 zu Neustadt an der Waldnab (jetzt im Mainkreise) geboren. Schon frühezeitig war er in’s Seminar nach Amberg geschickt, wo er eine ausserordentliche Neigung zur Musik und Dichtkunst zeigte, und in beiden als ein seltnes gutes Talent sich bewies. Da er auf dem Musikchor den Contrebaß spielte, und überdieß ein guter Sänger war, so studirte er ganz leicht den Generalbaß. Seine erste Komposition war eine Seelenmesse (Requiem) die er auf die Exequien des Churfürstens Max Joseph 1778 verfertigte, ein Werk, das Gründlichkeit, und großen, der Sache angemessenen Geist verrieth. Einige Jahre darauf gieng er nach München, um allda seine philosophischen Studien zu vollenden. Im Seminar daselbst bildete sich sein Geist bis zur Reife: Die Menge der guten Sänger und Tonkünstler, die dasselbe enthielten, reitzten ihn eine Menge Tonstücke von allen Gattungen zu verfertigen, die dort Epoche machten, und die noch jetzt, nach dreißig Jahren, bei allen Orchestern gefallen. Er komponirte viele heroische Ballete: Musiken und Singspiele, unter welchen besonders: Agnes Bernauerin so wohl gefiel, daß sie in München von der Schauspieler-Gesellschaft des v. Morotz 22 Mal bei vollem Hause nacheinander gegeben wurde. Auch schrieb er die Musik zum Ballet: Paul und Virgine für das Hoftheater, eine Musik, die noch daselbst aufgeführt wird, und sehr gefällt. Zwei Werke, deren jedes sechs Messen enthält, kamen bei Lotter und Sohn in Augsburg heraus, und wurden im katholischen Deutschland schnell verbreitet, denn des Verfassers Stil war angenehm, gründlich, abwechselnd und leicht. Sein beßtes Werk, das neben einem Haydn und Mozart stehen kann, ist eine Simphonie aus C dur, die in München herauskam, und in der Leipziger musikalischen Zeitung als ein Kunstwerk gewürdiget wurde. Es war das erste Werk, das auf Stein gestochen ist, welche Erfindung ihm allein ihre Existenz und gegenwärtige Ausbildung durch sein ganzes hingeopfertes Vermögen und thätige Mitwirkung zu verdanken hat. Er stand lange als Hofmusiker bei der Königl. Kapelle in München, machte einige Reisen nach Offenbach und Wien, um die Verbreitung der Steindruckerei zu befördern, und befindet sich gegenwärtig bei der Königl. unmittelbaren Steuer-Vermessungs-Commißion als Inspektor über die Druckerei. Dieses guten Tonkünstlers Kompositionen sind sehr zahlreich, und bestehen größtentheils in solemnen Messen, Vespern, Litaneien, Quartetten, Serenaden und Simphonien, die überall den verdienten großen Beifall erhielten und noch erhalten.


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