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Anton Huck (GND 129474800)


Daten
Nachname Huck
Vorname Anton
GND 129474800
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Anton Huck in der BSB

Huck, (Anton), einer der ersten deutschen Schauspieler, ein Mann von großer Kunst, Belesenheit, und vielen Kenntnissen, von der Natur nicht nur mit einem ausserordentlichen Talente, sondern auch einer schönen Bildung und einem glücklichen Organe begabt, wurde zu Eisenach am 3. November 1744 geboren, widmete sich am dortigen Gymnasium den Wissenschaften, und erlernte nebenbei die Tonkunst. Hierauf kam er nach Hamburg, wo er das Johanäum bis 1765 frequentirte. Das Jahr darauf begab er sich zur Sebastianischen Schauspieler-Gesellschaft zu Straßburg, und mit derselben zum Theobald Marchand. Im Jahre 1776 kam er mit diesem Marchand und dessen Gesellschaft nach Mannheim an die dortige Hofschaubühne, dann 1778 nach München. Als Huck zu München den Hamlet spielte, und dann die Rollen eines Marinelli, eines Grafen Essex u. dgl. vorstellte, huldigten alle Herzen seiner Kunst, und alle Kenner erklärten ihn einstimmig als den ersten Künstler in seinem Fache. Westenrieder in seinen Beiträgen zur schönen und nützlichen Litteratur (München 1781. Jhrg. 3. B. I. S. 120 u. 361.) rühmt, mit welcher Kunst Huck diese Rollen zu behandeln verstand, mit welcher Wahrheit er sie zu geben wußte, welch unnachahmlicher Meister er hierinn gewesen.

Huck sang auch ganz artig, und spielte die ersten Liebhaber bis in sein 56stes Jahr mit einer Wahrheit, einer Natur, einem Feuer und Anstand, die dem Publikum täuschend, auch in seinem reifern Alter, den raschen Jüngling wahrnehmen liessen. Sein Spiel hatte eine bewunderungswürdige Manigfaltigkeit, und war überall vortrefflich, groß, einzig, wahr und meisterhaft. In Gesellschafts-(Conversations-) Stücken war er unnachahmlich, und den gebildeten Mann der großen und feinen Welt, konnte ausser ihm und Opitz noch kein Künstler so vortrefflich zeichnen und auf die Bühne bringen. Schade! daß dieses großen Künstlers Tage schon gezählet sind, und er der Schauspielkunst entrücket ist. Noch trauert das Publikum von München, daß es ihn vermißt. Er lebt gegenwärtig zu München in philosophischer Ruhe von einer Pension, die ihm der für seine Kunst dankbare König gewährte.


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