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Josephine Marchetti-Fantozzi (GND 129477834)


Daten
Nachname Marchetti-Fantozzi
Vorname Josephine
GND 129477834
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Josephine Marchetti-Fantozzi in der BSB

Marchetti-Fantozzi, (Josephine), wurde den 14. Marz 1786 zu Neapel geboren, wo ihre Mutter eben auf dem Theater Santo Carlo sang und spielte. Bald nach ihrer Geburt brachte man sie zu ihrer Großmutter nach Modena, die sie bis zu ihrem neunten Jahre erzog. In diesem Alter kam sie nach Berlin, wo indessen ihre Mutter als prima Donna angestellt wurde, und von derselben die erste musikalische Bildung, nebenher aber Unterricht von Sprach- und Tanzmeistern, und endlich auch von einem Singmeister erhielt. Als sie etwas mehr herangewachsen war, wurde sie in das weibliche Erziehungs-Institut nach Potsdam geschickt, in welchem sie zwei Jahre verblieb, und dann bei ihrer Mutter die höhere Bildung in Gesang erhielt. Ehrenvolle Anträge geschahen hierauf ihrer Mutter von der italienischen Opern-Direktion in Prag, und ähnliche von der in Dresden für ihre Tochter. Letztere zog die Mutter der erstern vor, und brachte also ihre Josephine im 16ten Jahre nach Dresden, wo sie mit Beifall in einer komischen Oper auftrat, und angenommen wurde. Nach Verfluß von zwei Jahren nahm sie die Mutter aus der Ursache wieder zu sich, weil dem Mädchen als seconda Donna, die in italienischen Opern von sehr geringer Bedeutung sind, keine Gelegenheit gegeben war, um sich in der Schauspielkunst und im Gesange zu vervollkommnen. Ihr Entschluß war die Tochter nach Italien zurückzuführen, trat auch wirklich dahin die Reise an, und kam mit ihr nach München, wo sie die Gnade hatte 1805 am Hofe zu singen. Dem Könige und der Königinn gefiel ihr Gesang, und allerhöchstdieselbe wurden mit der Mutter dahin einig, daß die Tochter am Münchener Hofe bleiben sollte. Bald darauf trat sie in einer deutschen Oper: Titus, 1806 zum ersten Male, und zwar in der Rolle des Sextus auf. Sie gefiel ausnehmend, und allgemein war die Bewunderung, daß sie, der deutschen Sprache noch nicht mächtig, so gut deutsch sprechen und singen konnte. Ihre zweite Rolle war: Sargines, in der Oper: der Zögling der Liebe, und die dritte, Calypso, in der Oper gleichen Namens, mit Musik von Peter Winter. Auch in diesen Opern ärndtete sie gleichen Beifall. Als Königl. baierische Hofsängerinn, in welcher Eigenschaft sie 1806 angestellt wurde, unternahm sie im Herbste 1808 eine Reise zu ihren Aeltern nach Italien, wo ihr von der Impressa zu Bologna die herrlichsten Anträge gemacht wurden, um dort zu singen; allein ihre zu kurze Urlaubszeit zwang sie dieses Anerbieten abzulehnen, sang jedoch auf ihrer Zurückreise in Verona und Trento mit großem Beifalle.

Nach ihrer Ankunft in München sang sie bei Hofe im Konzerte eine Scene von Frederici, wo Ihre Majestät die Königinn ihr huldreichest zu versichern geruhten: das italienische Clima wäre für ihre Stimme von sehr gedeihlicher Wirkung gewesen. Im Monate März 1809 heirathete sie den Königl. baier. Hofsänger Georg Weixelbaum, und spielt und singt mit demselben in deutschen und italienischen Opern zur vollen Zufriedenheit des Königl. Hofes, und mit großen Beifalle des Publikums.


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