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der Dritte Maximilian Joseph (GND 118579436)


Daten
Nachname Maximilian Joseph
Vorname der Dritte
GND 118579436
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB der Dritte Maximilian Joseph in der BSB

Maximilian Joseph, (der Dritte), der Sohn Kaiser Karl des VII. wurde den 28. März 1727 zu München geboren, und erhielt nicht nur eine sehr gute wissenschaftliche Bildung, sondern wurde auch in den Künsten vortrefflich unterrichtet. Dieser Fürst spielte sehr artig die Violine und das Violonzell, meisterhaft aber sein Lieblings-Instrument die Gambe[1], und komponirte mit vieler Einsicht. Oft bestanden seine Abendunterhaltungen in einer kleinen Kammermusik, wo Er, und einige der Musik kündige Kavaliere, dann seine beßten Kammermusiker spielten, und da geschahe es denn, daß er auch manchmal etwas von seiner Komposition auflegte. Hier und da ließ er -- jedoch im strengstem Incognito -einige von ihm verfertigte Kirchenmusiken -- in seiner Hofkirche aufführen. Als Karl Burney, Doktor der Musik zu London[2], dem Churfürsten 1772 aufwartete, sprach er vieles mit ihm von der Musik, gestattete ihm den Zutritt zu seiner Kabinets-Musik und verehrte ihm von seiner Komposition ein Stabat Mater, das Guadagni für des Churfürstens vorzüglichste Komposition hielt, und eine Litanei. Eben dieses Stabat Mater kam einst, man weiß nicht wie, in andere Hände, und wurde zu Venedig in Kupfer gestochen; allein Churfürst Maximilian wollte die Musik nicht allgemein bekannt machen, kaufte die Kupferplatten, und unterdrückte so das Werk.

Dieser liebenswürdige Fürst, dessen Geschmack vortrefflich gebildet, und dessen Einsichten in der Musik sehr groß waren, wußte sich die beßten Sänger und Instrumentalisten für seine Kapelle zu wählen. Was Baiern unter seiner Regierung, die er den 20. Jäner 1745 angetreten hatte, geworden, was er als Vater und Beglücker seines Volkes für dasselbe gethan, aufmunterte die beßten Köpfe des Vaterlandes, Künste und Wisschaften emporbrachte, sorgte, daß die Celebrität von Baiern ausgieng u. s. w. ist in den Herzen aller Baiern geschrieben, und verkündet die Geschichte der Nachwelt, die über die Handlungen der Vorzeit wahr, strenge, und ohne Partheigeist richtet. Dieser Churfürst, den die Geschichte den Vielgeliebten nennt, starb den 30. Dezember 1777. Uebrigens ist von diesem Fürsten auch eine Pastorell-Messe bekannt, die bei ihrer Aufführung großen Beifall erhielt, und für das Werk eines der ersten Kompositeurs gehalten wurde. Sein Lehrmeister in der Komposition war Bernasconi.


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Fußnoten

  1. Gambe, Viola da gamba, auch Kniegeige genannt, ist ein Bogeninstrument, das beim Spielen mit den Knien (daher seine Benennung) gehalten wird. An Größe ist die Gambe von Violonzell nicht viel unterschieden, hat jedoch einen weniger scharfen Ton, und ist mit sechs, auch sieben Saiten, die in die Töne G, D, c. e, a und d gestimmt sind, bespannt. Dieses Instrument, das nun veraltet, und ausser Mode kömmt, ist mehr zum Vortrage einer Solostimme, als zu einem Ripien-Instrumente geeignet. In Orgeln findet man ein Pfeifenwerk, das den Ton der Gambe nachahmt, und das sich durch seinen näselnden Laut auszeichnet.
  2. Er wurde 1727 zu Worchester in Engeland geboren, und lernte die Anfangsgründe der Musik bei seinem Vater, der ihn 1744 nach London schickte, und ihm dort bei D. Arne die vollendete Bildung geben ließ. Nachdem er in London in der Folge als Musiker beim Theater-Orchester angestellt worden, und sich durch ein musikalisches Divertissement, Alfred genannt, bekannt und beliebt gemacht hatte, verfertigte er auch Konzerte, die er stechen ließ, die allgemeinen Beifall fanden, und ihm die Gunst des Herzogs von York zuwege brachten. Nun verfiel er plötzlich auf den Gedanken nach Italien zu reisen, und Materialien zur Geschichte der Musik zu sammeln. Seine Idee reifte zum Entschluß, und endlich zur Ausführung, Im J. 1770 gieng er nach Italien, und 1772 nach Deutschland, besuchte alle Höfe, alle Konzerten und Musiken, machte mit den ersten Künstlern Bekanntschaft, und gieng selbst in Bibliotheken, um Materialien zu erhalten. Als er nach London zurückgekommen war, ließ er seine Reisen, in einem blühenden Stile geschrieben, drucken. Sie fanden großen Beifall, und wurden von Eschenburg und Bode in das Deutsche übersetzt. Hierdurch aufgemuntert, schrieb er eine Geschichte der Musik, die den Titel führt: General history of Musik. Derselben erster Band kam 1776, der zweite 1782, der dritte 1787, und der vierte 1787 heraus. Cramers Magazin. B. II.