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Joseph Otter (GND 102202664)


Daten
Nachname Otter
Vorname Joseph
GND 102202664
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Joseph Otter in der BSB

Otter, (Joseph), geboren 1764 zu Nandlstadt (im Isarkreise) wo sein Vater Marktschreiber gewesen, wurde wegen seiner sich in früher Jugend erworbenen musikalischen Kenntnisse und Geschicklichkeit vom Fürstbischofe zu Freising, Ludwig, aus der Familie der Freiherrn von Welden, der ein großer Gönner und Freund der Musik gewesen, nach Italien zum berühmten Nardini[1] geschickt, um daselbst seine höhere Ausbildung auf der Violine zu erhalten, und erwarb sich auch auf diesem Instrumente eine seltene Fertigkeit und ausnehmend kräftigen Bogenstrich. Der Tod des genannten Fürstbischofs zwang ihn ausser seiner Vaterstadt Dienste zu suchen, die er in Salzburg beim Fürsterzbischof Hieronimus, aus der Familie der Grafen von Colloredo, als Konzertmeister erhielt. Daselbst wurde er mit dem berühmten Michael Haydn bekannt, bei dem er Unterricht in der Komposition nahm, und hierinn bedeutende Fortschritte machte, Da Haydn wegen seines Alters die Direktion der Hofmusik aufgegeben hatte, wurde sie dem Otter übertragen, der als ein guter und taktfester, dann in die Komposition eingeweihter Violinspieler dieser Musikdirektion mit aller Ehre vorstand. Die neuern Ereignisse der Zeit bewogen ihn 1806 sich nach Wien zu begeben, wo er von seiner Pension lebt, und Unterricht in der Musik ertheilt. Von seiner Komposition sind im Manuscripte Quartetten, Violin-Konzerte, Sonaten u. dgl. bekannt, und sehr beliebt; auch schrieb er ein kleines Singspiel. Nachrichten über das Erzstift Salzburg nach der Säkularisation. (Passau 1805.) B. I S. 161.


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Fußnoten

  1. Peter Nardini, Königl. großherzoglicher Kammermusikus und erster Violinist zu Florenz, wurde 1725 zu Livorno geboren, war der erste und vornehmste Schüler des Tartini, und einer der beßten Violinspieler. Im Jahre 1762 war er zu Stuttgard in Diensten des Herzogs von Würtemberg, gieng aber, nachdem daselbst ein grosser Theil dieser Kapelle entlassen wurde, nach seiner Vaterstadt zurücke, wo er 1767 sehr vieles komponirte, 1769 aber seinen Lehrer in Padua besuchte. Im Jahre 1770 kam er in obiger Eigenschaft zum Großherzog von Florenz, spielte 1784 zu Pisa vorm Kaiser Joseph II, und erwarb sich dessen Beifall nebst einem ansehnlichen Geschenke. Von seinen Kompositionen wurden zu London VI. Violin-Solo und VI. Flöten-Trio; zu Amsterdam VI. Violin-Konzerte; zu Berlin VI. Violin-Solo; und zu Florenz 1782 VI. Violin-Quartetten, nebst dessen Bildniß in Kupfer gestochen.