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Johann von Pay (GND 124408788)


Daten
Nachname Pay
Vorname Johann von
GND 124408788
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Johann von Pay in der BSB

Pay, oder Pey (Johann von) war 1609 zu Riedlingen in Schwaben geboren, und wurde vom Churfürsten in Baiern zu seinem Kabinetsmaler ernannt. Er kopirte sehr fleißig ins Kleine und malte auch große Stücke und schöne Bildnisse. Er starb zu München 1660. B. Killian hat nach seinen Gemälden in Kupfer gestochen. Die k. b. Gallerien besitzen von ihm das Bildniß eines Mannes in schwarzer Kleidung, Lebensgröße auf Leinwand; dann das Bildniß des gewesenen churb. Hofzahlmeisters Joh. Christoph Kammerlohr; ein Kniestück ebenfalls auf Leinwand. In der Peterskirche zu München ist das Altar-Blatt die Mutter Jesus mit dem Leichname ihres Sohnes auf dem Schooße nach Van Dyck[1]. (Ebendasselbe, das um das Jahr 1780 die Augen soll gewendet oder bewegt haben) von ihm gemalt zu sehen. Mannlich. B. I. S. 324. II. Nro. 237. Weitzenfeld. Nro. 823 und 826. Westenrieder. S. 161 und 365. Rittershausen. S. 140. Sandrart’s deutsche Akademie der Bau-, Bildhauer- und Malerkunst. (Nürnberg 1675). Th. I. S. 324. Merkwürdig ist hier folgende Geschichte wegen des Choraltarblattes, Maria Himmelfahrt, in der Martinspfarrkirche zu Landshut. Johann von Pay, (oder de Baj) stritt mit Joachim Sandrart um die Ehre, dieses Bild malen zu dürfen. Pay erhielt dasselbe zum malen, um den Preis von 2100 fl. und legte 1658 Hand an dasselbe, starb aber 1660, ohne es vollendet zu haben. Nun sollte Hieronimus Mänderlein dasselbe ausmalen; allein dieser große Künstler arbeitete sehr wenig hieran und so war man gezwungen ihn im dortigen Schloße Trausnitz einsperren zu lassen, um seiner Liederlichkeit Schranken zu setzen, und ihn zur Arbeit anzuhalten. Diese Behandlung verdroß ihn, und, um dem dortigen Stiftskapitel einen Strich durch die Rechnung zu machen, suchte er beim churbaierischen Hofrathe einen Arrest auf dieses Gemälde für seine Gläubiger nach. Kaum war dieser erwirkt; so machte er keinen Pinselzug mehr an demselben, und so waren das Hochstift und die Gläubiger geprellt, da eine unvollendete Arbeit keinen Werth für sie hatte. Endlich suchte ihn das Kapitel in Güte, und durch eine weitere Geldsumme zu vermögen, das Altarblatt zu vollenden, worauf er dasselbe fertig machte. Von Obermayer Mspt. Meidinger. S. 69. Sandrart. S. 324.


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Fußnoten

  1. Geboren zu Antwerpen den 22ten März 1599, und erhielt in der Taufe den Namen Anton. Die Anfangsgründe der Kunst studirte er bei Heinrich van Palm, und ward in der Folge der beßte Schüler an Rubens Schule. Er machte eine Reise nach Italien, wo er in Venedig vorzüglich nach Titian und Paul Veronese studirte. Er hielt sich auch eine geraume Zeit in Genua auf, wo Benedikt Castiglione sein Schüler wurde. Hierauf begab er sich auf eine kurze Zeit nach Frankreich und England, wo ihn K. Karl I. zum Ritter des Bades ernannte. Vandik heurathete die Tochter des Grafen von Gorre, und lebte auf einem großen Ton. Er starb in seinem 42ten Lebensjahre zu London 1641. und wurde in dortiger Paulskirche begraben. An seinen Gemälden bewundert man Kolorit, Kenntlichkeit, Zeichnung der Köpfe und Hände. Allgemeines Künstler-Lexikon. (Augsb. 1779.) B. II. S. 24. Mannlich. B. I. S. 143.