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Johann Pehem (GND 131547461)


Daten
Nachname Pehem
Vorname Johann
GND 131547461
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Johann Pehem in der BSB

Pehem, (Johann) auch Behem, ein Rothgiesser zu Nürnberg am Schießgraben, Vater des berühmten Stück- und Glockengießers Sebald Pehem, hat, wie man vermuthet, den Guß des schönen Krucifixes von Bronce, das sich zwischen den beiden Thürmen der Sebalds-Kirche daselbst befindet, besorgt. Es wiegt 1878 Pfund, und hieng zuvor an dem Schwibbogen zwischen dem Pfarrhofe und der St. Morizkirche. Viele tadeln die zu starke Dicke des Oberleibes; allein, wenn auch der am Kreuze hangende Jesus nach einem sehr starken Manne modellirt worden; so ist doch zu erwägen, daß viele Künstler denselben öfters zu ausgezehrt vorstellen, das bei einem gesunden, erst 33 Jahre alten Jesus nicht wohl der Fall seyn konnte. Der Modellmeister dieses schönen Kreuzbildes war wahrscheinlich ein Italiener, der die Werke des Donatello[1] studirt hatte. Dieser Christus am Kreuze hat auch die Füße nicht fehlerhaft übereinander geschlagen, sondern jeder Fuß ist besonders angenagelt. Joh. Pehem starb 1498. Andere halten für den Giesser dieses Kreuzbildes entweder Konrad den Vater, oder dessen Sohn Andreas, beide Glockengiesser zu Nürnberg. Nach Doppelmayr starb der erste 1472 und der letzte 1480; allein beide Angaben mögen unrichtig seyn, da Konrad 1482 noch die große Schlag-Glocke bei St. Sebald, 100 Centner schwer, gegossen hat. Sebald Pehem starb 1534 und hinterließ auf einem Regalbogen künstliche Abtheilungen einer Glocke, wie selbige zu vergrößern, oder zu verkleinern und nach den Tönen zu gießen wäre. Diese Tafel hat Vannuccio in seiner Pirotechnia. (Venet. 1558.) S. 96. angeführt. v. Murr Beschreib. der Marienkirche in Nürnberg. S. 15.


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Fußnoten

  1. Donatello, (Donat di Betto Barci genannt) war ein vortrefflicher Bildhauer und Baumeister zu Florenz. Er war in der Stellung, im Gewande und in Umrissen eminirend, und seine Werke in Marmor oder Bronce wetteifern mit den Antiken Gräciens und Hetruriens. Dieser große Künstler starb 1466. in seinem 85ten Lebensjahre Bottari Annotazioni (Roma 1759) T. I. p. 273.