Hinweis: Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren

Herg. Z. Raidel (GND 129182885)


Daten
Nachname Raidel
Vorname Herg. Z.
GND 129182885
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Herg. Z. Raidel in der BSB

Raidel (Herg. Z.), ein Kupferstecher zu Augsburg um 1650. Man besitzt von ihm ein Zeichnungsbuch und einige Bildnisse. Er war auch in Rom, und stach dort die heil. Marie in Araceli, welche ohne das Jesuskind auf Cipressenholz gemalt ist, und von der man behauptet, daß sie der Evangelist Lukas gemalt habe[1], in Kupfer. Einen Abdruck dieses seltenen Kupferstiches besaß der churbaiersche geh. Rath Freiherr v. Obermayr. v. Obermayr Mspt.


Vorheriger
Vorheriger
Eintrag
Seite 31 Nächster
Nächster
Eintrag


Fußnoten

  1. In Italien giebt es vorzüglich eine Menge Bildnisse der Maria mit dem Jesuskinde, die alle der heil. Evangelist Lukas soll gemalt haben. In Rom sieht man hiervon vier Bilder, nämlich S. Maria Maggiore; S. Maria del Popolo; S. Maria in Araceli; dann zu Grotta Ferrata (12 ital. Meilen von Rom entfernt). Diese Gemälde hat aber nicht der Evangelist Lukas, sondern, wie Manni de vero pittore Luca Santo (Fior. 1764) und Dell’errore che prefiede, di attribuire le pitture al Santo Evangelista (Fior. 1764) glaubt, ein gewisser Luca Santo im 11ten Jahrhunderte gemalt, und so in der Folge das Mißverständniß veranlaßt. Dieses ist um so glaubwürdiger, als a) erst zur Zeit der Nestorianer im 5ten Jahrhundert angefangen wurde, die heil. Maria mit dem Kinde Jesus auf den Armen vorzustellen; b) der Evangelist Lukas, obgleich von Geburt ein Heide und kein Jude, ein Arzt und kein Maler gewesen ist; c) die ältesten Lehrer des Christenthums und die Kirchenväter den Gebrauch der Bilder gänzlich untersagten, und lange nach dem Tode des Evangelisten Lukas erst erlaubten, dieselben als Zierden aufzuhängen; d) solche Bilder erst lange darnach zur Erbauung und endlich zur Andacht aufgestellt wurden, und e) noch zu Tertullians Zeiten das Bildermalen als ein Laster angesehen wurde, ja Clemens von Alexandrien die Maler und Bildhauer in die Reihe der Räuber versetzt, und die Gottlosigkeit dieser Künste darin zu finden glaubt, weil sich hierdurch angemasset würde, gleich einem Gotte Geschöpfe zu schaffen; daher noch Epiphanius i. J. 374 in der Metropolitankirche zu Salamis in Cypern ein heiliges Bild am Eingange der Kirche zerstörte. J. D. Fiorillo, Gesch. d. zeichn. Künste. (Göttingen 1798) Th. I. S. 47.