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Friedrich Süstris (GND 118799487)


Daten
Nachname Süstris
Vorname Friedrich
GND 118799487
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Friedrich Süstris in der BSB

Süstris (Friedrich), auch Suster genannt, wurde zu Amsterdam 1626 geboren, und lernte bei seinem Vater die Malerkunst, worauf er sich nach Italien begab und zu Venedig einige Gemälde für dortige Kirchen verfertigte. Er studirte auch zu Florenz nach den Werken der größten Künstler, besonders aber nach Correggio, half dort das Leichengerüste des Michael Angelo zieren, und wurde auch zum Mitglied der Akademie zu Florenz ernannt.[1] Nun verfügte er sich nach Deutschland, kam nach München, wurde dort als Hofmaler und Baumeister angestellt, und starb endlich 1699. Er radirte eine keusche Susanna in Kupfer. Die Königl. Gallerie zu München besitzt von ihm sein Porträt, und zwar in einer Stellung, wie er eben das Bild der Mutter Gottes malt; halbe Figur in Lebensgröße auf Leinwand. Mannlich B. I. S. 406. II. Nro. 254. Weizenfeld. Nro. 825. Westenrieder. S. 382. In der ehemaligen Kapuzinerkirche zu Landshut war das Choraltarblatt: Mariens Himmelfahrt, von ihm gemalt. v. Obermayr Mspt. v. Sandrart S. 253. A. Frhr. v. Aretin Mspt.


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Fußnoten

  1. In Italien bestehen sehr viele Maler-Akademien, nämlich a) zu Rom die des heil. Lukas, entstanden 1478 aus der dortigen Malergilde, die Sixtus V. 1588 verbesserte, und dieser Akademie die Kirche zum heil. Martin überließ, Urban VIII., Clemens XI.., XII. und XIII., dann Pius VI.. aber noch mehr vervollkommneten und reichlich dotirten. b) Zu Florenz, ebenfalls unter dem Titel des heil. Lukas, wurde die 1350 entstandene Malergilde 1561 in eine Akademie der zeichnenden Künste umgeändert. Ihr größter Wohlthäter war der berühmte Johann Bologna, und ihr zweiter Vater der Großherzog Peter Leopold. c) Zu Siena entstand gleichfalls eine Malerakademie aus dem Schooße der dort schon im 13ten Jahrhunderte gewesenen Malerzunft. d) Zu Vincenza errichtete die Regierung an der dortigen Jakobsschule eine Malerakademie zur Aufmunterung und Bildung der Talente. e) Zu Bassano ward ebenfalls eine Malerakademie errichtet, die 1770 nach dem Tode des Veronesers Cignaroli, dessen schöne Gipsabgüsse erhielt. f) In Venedig bestand anfangs auch eine Malergilde unter dem Schutze der heil. Sophie, aus welcher in der Folge eine Malerakademie hervorgieng, da sich 1532 die eigentlichen Künstler von den Anstreichern, Vergoldern, Illuminirern und Maskenhändlern getrennt hatten. g) In Mailand war die Akademie durch die Zwistigkeiten der Künstler und durch ihren Sektengeist der Auflösung nahe; indessen wußte Graf Firmian sie zu beschwichtigen und 1776 durch die Künstler Giuliano Trabalesi, Antonio Franchi, Giocondo Albertolli und Carlo Bianconi, die er als Theilnehmer erkohr, ihr den alten Glanz zu verleihen und Ruhe und Ordnung im Ganzen herzustellen. h) In Modena war auch eine Malergilde zu den ältesten Zeiten, die sich in der Folge in eine Akademie verwandelte, die wahrscheinlich schon vor dem Jahre 1500 ihre Existenz hatte. Consetti eröffnete 1722 in seinem Hause eine Akademie des Nakten, die durch seinen Einfluß 1763 eine solidere Verfassung erhielt. Im Jahre 1788 wurde diese Akademie von neuem gestiftet und erhielt den Joseph Soli zum Direktor. i) Von der Malerakademie in Reggio sind nur noch einige Spuren vorhanden. Man weiß jedoch, daß zu Anfange des 17ten Jahrhunderts eine Akademie durch die Bemühungen des Peter Desani geblüht habe. k) Zu Ferrara entstand 1737 eine Akademie der Bildhauer- und Baukunst, worüber Andreas Ferrari die Aufsicht hatte. l) In Parma wurde eine Akademie der bildenden Künste 1716 gestiftet und 1757 reorganisirt. Im Jahre 1760 erhielt sie eine ansehnliche Sammlung von Gipsabgüssen, Statuen, Antiken, Medaillen u. s. w. durch den Premier-Minister Wilhelm du Tillot. m) Unter der Regierung Kaiser Joseph des II. und seiner Mutter Maria Theresia entstand die Akademie zu Mantua, für die 1772 ein prächtiges Gebäude aufgeführt wurde. Auch diese Akademie erhielt eine prächtige Sammlung von Gipsabgüssen, 6 Statuen, 24 marmornen antiken Basreliefs, 52 Büsten und Inschriften, dann viele Vasen u. s. m. n) In Bologna war die Malergilde zu ältern Zeiten mit der von Klingschmieden und Sattlern vereinigt. Nur nach langen und heftigen Zwisten trennten sich die Maler von diesen Handwerkern und bildeten 1569 mit den Baumwollhändlern eine eigene Gesellschaft. In der Folge errichteten mehrere Maler in ihren Wohnungen eigene kleine Akademien. Der Graf Ghisiglieri bildete zu den Zeiten des Albani und Tiarini auf seine Kosten eine eigene Akademie, die aber, weil er ins Kloster gieng, erlosch. Im Jahre 1686 errichtete Graf Franz Ghisiglieri neuerdings die Akademie unter dem Namen degl’ Ottenebrati; aber diese hatte mit der vorigen gleiches Geschick, indem sie nach einigen Jahren eingieng. Im Jahre 1799 wurde endlich auch die Trennung der Maler von den Baumwollenhändlern durchgesetzt, und Quido Reni entschloß sich die Akademie zu restauriren, und sie mit einem Fond von 12000 Skudi zu dotiren; allein in einer Nacht verspielte er diese Summe und so war sein edler Entschluß vernichtet. Gegen das Jahr 1613 war die Malergesellschaft in der traurigsten Lage, da ihre wenigen Gelder durch eine schlechte Verwaltung aufgezehrt waren. Nun entstand Zwiespalt unter diesen Künstlern, und 80 bis 90 faßten den Entschluß, eine Akademie zu errichten, den Carlo Cignani zum Oberhaupt zu wählen, und beim Senate um Errichtung derselben zu bitten. Endlich gelang es dem Ludwig Ferdinand Grafen Marsigli beim P. Clemens XI. und dem Senate die Errichtung derselben 1710 zu erhalten. Die Akademie erhielt den Namen: Clementinische, u. Marsigli wurde ihr Direktor. o) Zu Neapel hielten 1664 die Künstler Versammlungen in einem den Jesuiten angehörigen Hause, und Andreas Vaccaro führte hiebei das wichtige Studium des Nakten ein; allein erst in neuern Zeiten wurde die Akademie errichtet, wovon Mengs der Vorstand seyn sollte; unglücklicher Weise aber starb dieser philosophische Maler 8 Tage früher als sein Anstellungs-Dekret ankam, und so ward aus der Akademie nur eine Schule gebildet, die ihrem Zwecke gar nicht bei ihrer Entstehung entsprach. p) In Genua fand die Kunst bei den dortigen Adelichen u. Patriziern Unterstützung. Sie stifteten die Ligustische Akademie zur Emporbringung der Maler- Bildhauer- und Baukunst, räumten ihr 1673 einen eigenen Pallast ein, und gaben ihr die schönsten Gipsabgüsse antiker Statuen und die seltensten Zeichnungen. q) In Turin endlich standen 1652 die dortigen Maler zusammen, bildeten eine Akademie und vereinigten sich mit der in Rom. Viktor Amadeus III. war in der Folge ihr großmüthiger Unterstüzzer, indem er 1778 derselben eine neue Verfassung gab, und berühmte Ausländer dazu berief. Kein Deutscher wird sich übrigens über die in ältern Zeiten bestandene handwerksmäßige Verfassung der Maler wundern, wenn er sich erinnert, daß in mehreren ehemaligen deutschen Reichsstädten Maler und Glaser noch in neuern Zeiten eine Zunft (Gilde) bildeten, und daß nur eingezünftete Maler, gleich den Professionisten, ihre Kunst üben durften.