P. Franz Schnitzer (GND 118836307)

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Daten
Nachname Schnitzer
Vorname P. Franz
GND 118836307
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


P. Franz Schnitzer in der BSB

Schnitzer, (P. Franz), wurde 1740 zu Wurzach geboren, erlernte Wissenschaften und Musik im ehemaligen Reichs Stifte Ottobeuren, woselbst er auch 1759 Benediktiner geworden, und 1785 gestorben ist. Er war von Kennern als einer der ersten Orgelspieler geschätzt und bewundert, und nebstdem als Kompositeur sehr beliebt. Seine Kompositionen bestehen in 17--18 Opern, 5 oder 6 Cantaten auf Namensfeste, oder für andere Feierlichkeiten, 4 Messen im Contrapunkte, in vierstimmigen Gesängen für die Kirche, größtentheils mit Beibehaltung des Canto Fermo,[1] und einem Alma redemptoris, in dem sich ein Waldhorn-Solo auszeichnet, das er für den berühmten Waldhornisten Sinzinger, der einige Jahre in den Diensten dieses Klosters stand, geschrieben hat, und wo man glaubt einen Chor des unsterblichen Joseph Haydn zu hören. Wenn man einerseits bei seinen Kirchenmusiken die Erhabenheit und edle Simplizität seiner Gedanken, den natürlichen schönen Gesang voll zärtlicher und inniger Andacht, die Leichtigkeit und Sicherheit, mit der er dieselben mit den unveränderlichen Gesetzen des Contrapunktes zu vereinbaren wußte; andererseits bei seinen Theaterstücken seine muntere Laune, seinen gefälligen, ungesuchten Witz, seine Bestimmtheit im Ausdrucke, seine unverbrüchliche Treue, mit der den jedesmaligen Charakter der handelnden Personen zu bezeichnen verstand, betrachtet, so muß man seinem glücklichen musikalischen Talente, und seiner Kunst Gerechtigkeit wiederfahren lassen, und ihn unter die vorzüglich guten Tonsetzer zählen. Nebst diesem bildete er viele Jünglinge im Gesange, im Generalbasse und im Orgelspielen.


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Fußnoten

  1. Unter Canto Fermo wird theils der vom Pabst Gregor dem Großen eingeführte Choralgesang in den sogenannten acht Kirchentönen verstanden, theils bedient man sich dieses Ausdruckes auch in der Lehre des Contrapunktes, und versteht darunter jene Melodie, zu der andere Stimmen gesetzt werden sollen. In diesem letzten Falle kürzt man die Wörter oft ab, und bezeichnet die Melodie, gegen welche kontrapunktirt wird, bloß mit c. I. Die verschiedenen Arten der Begleitung eines solchen festen Gesanges, als Uebungen im Contrapunkte, hier anzuführen, würde vom Zwecke leiten. Marpurg’s Handbuch beim Generalbasse und der Komposition in Heinr. Christ. Koch einer Anleitung zur Komposition. Th. I.