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Maximilian Zeidler (GND 129490814)


Daten
Nachname Zeidler
Vorname Maximilian
GND 129490814
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Maximilian Zeidler in der BSB

Zeidler, (Maximilian), Kapellmeister an der Marien-Kirche zu Nürnberg, wurde daselbst den 22. Mai 1680 geboren, erhielt ind der Sebald-Schule Unterricht in den Wissenschaften, vom Kapellmeister Heinr. Schwemmer aber in der Musik. Als er 10 Jahre alt gewesen, rafte seinen Vater der Tod dahin, daher ihm nichts übrigte, als Sopranist an der Marien-Kirche zu werden, und sich mit der Musik zu nähren. Seine gute Stimme, und schöner Gesang erwarben ihm Freunde, und da er nach vier Jahren mutirte, nahm sich 1697 Joh. Pachelnbeln seiner an, und lernte ihm die Komposition. Des Jünglings angebornes Talent zur Musik, verbunden mit einem ausserordentlichem Fleisse und Liebe zur Kunst, brachte er es nach einem Jahre dahin, daß er Kirchen- und andere Musiken verfertigte, die bei ihrer Aufführung allgemein gefielen. Eben diese Kompositionen verschaften ihm dann die Bekanntschaft mit dem berühmten Flötenmacher Christoph Denner, der sich herbeiließ ihm Anweisung auf der Flöte, der Oboe, Posaune u. s. w. zu geben, und ihn zu einen guten Stadtmusikus zu bilden. Indessen hatte sich sein Sopran in eine Tenorstimme umgebildet, und da diese gefiel, so wurde er 1701 als Tenor-Sänger an oben genannter Marien-Kirche angestellt. Im folgenden Jahre unternahm er eine Reise, um sich in der Musik mehr auszubilden. Er kam nach München, Salzburg und Wien, und fand überall gute Aufnahme. Vorzüglich rühmte er nach seiner Zurückkunft den Oberkapellmeister Fux, Hoforganisten Ferdinand Tobias Richter und Schmeher zu Wien; den Kapellmeister Biber und Hoforganisten Reinhard in Salzburg, dann den Kapellmeister Joh. Christoph Petz und berühmten Violinspieler Felix Trübner zu München, Tonkünstler erster Klasse, die ihm alle Anleitung gaben, und zu seiner vollen Ausbildung beitrugen. Im Jahre 1704 wurde er von einem Blutsturze befallen, weßwegen er kein Blasinstrument nach seiner Genesung mehr spielen durfte. Dieses zwang ihn sich mit Musik-Unterricht und der Komposition zu beschäftigen. Er schrieb Passions-Musiken, Serenaten, Cantaten u. dgl. und erwärb sich mit denselben solch’ einen großen Beifall, daß ihn der Magistrat seiner Vaterstadt 1705 die Komposition der Trauer-Musik für den gestorbenen Kaiser Leopold I. übertrug, ihm in eben diesem Jahre zum Organisten an der Marien-Kirche, und 1707 zum Stadtmusikus ernannte, endlich aber 1712 aus eigenem Antriebe zur Belohnung seiner Verdienste um die Tonkunst, zum Kapellmeister beförderte. Er starb den 19. Sept. 1745 im 65sten Jahre seines Alters. Biographien einiger Tonkünstler. S. 33.


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