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Franz Karl Arnhard (GND 100016855)


Daten
Nachname Arnhard
Vorname Franz Karl
GND 100016855
( DNB )
Wirkungsgebiet Wirtschaft


BSB Franz Karl Arnhard in der BSB

ARNHARD (Franz Karl), Bürger, Zeugmacher, Inspektor der kurfürstlichen Kottonfabrik, und äusserer bürgerlicher Rathsherr in München. Er wurde daselbst am 13ten Iulius 1744 geboren. Sein Vater, ein Zeugmacher, bestimmte ihn anfangs zum Studieren, fand es aber bald für rathsamer, seinen Sohn dem nämlichen Handwerke zu widmen, mit welchem er und sein Grossvater sich seit mehr als hundert Iahren in München wohl und ehrlich ernähret hatten. Er begriff die Manipulationen und alle Vortheile im Zeugmachen so geschwinde, dass er in dem Alter, wo Andre noch Lehrjungen sind, schon einen Meister abgeben konnte. Er musste sich, um sein Geschäft wirthschaftlicher fortsetzen zu können, bereits im sechszehenten Iahre seines Alters verehelichen, wurde aber durch die 1762 errichtete Zeug-Manufakturanstalt, und das Hofkammerrath-Maierische Privilegium, mit allen übrigen Zeugmachern des Landes, beynahe brodlos gemacht. Nach zwölf kummervoll durchlebten Iahren wurde ihm endlich 1774 die Inspektion über die Spinnerey, und 1782 jene der Kotton-Manufaktur selbst übertragen, wobey er solche Fortschritte durch Spekulation und Industrie machte, dass in einem Iahre 20,000 Stücke Kotton, und oft mehrere, einzig aus innländischem Gespinnste, konnten fabricirt werden. Die sogenannte mildthätige Gesellschaft in München, welche jährlich arme, verlassene, hingesezte und ihrem Schicksale überlassene Kinder brauchbar und christlich erziehen lässt, und dadurch gerade jenen Theil der Menschheit, welcher am meisten verachtet, und am öftesten verwahrloset wird, für den Staat nützlich macht, ernannte den Bürger Arnhardt im Iahr 1782 zu ihrem Kassier, und er verwaltet seitdem nicht nur die Kassa dieser ehrwürdigen Gesellschaft ganz unentgeldlich, sondern macht selbst noch alle Iahre besondere Geldbeiträge zum Besten der Armen, besonders der Waisenkinder. Die ökonomische Gesellschaft zu Burghausen nahm ihn unter ihre Mitglieder auf.

Er schrieb:

Gedanken zur Beförderung und Verbesserung der Schaafzucht in Absicht auf die Erweiterung und Einführung eines feinern Wollenwuchses zum Nutzen der Stadt- und Landwirthschaft in Baiern, 8. München, 1767. 245 S.

S. Münchner Intell. bl. 1767 S. 155. Kohlbrenners Materialien, 1773 S. 165. Arnhardt erhielt für diese Schrift vom Kurfürsten und von der kurfürstlichen Akademie der Wissenschaften zu München Denkmünzen.

Gedanken über die Landwirthschaft in Baiern; im Münchner Intelligenzblatt 1767 n. 20 und 21.

Ueber die Erziehung der Iugend und Bildung rühmlicher Sitten der Bürger Baierns; ebendas. 1768. S. 54.

Von Verbesserung der Weiden und Vermehrung des Schaaffutters; ebendas. 1775 n. 1 und 2.

S. Eigne Sammlungen. Privat-Nachrichten. Meusels gel. Teutschl. 5. A. B. 1. S. 94. Finauers Magazin für die neueste Lit. 1775 S. 14. Finauers hist. lit. Magazin 1782 H. 1. S. 76. Münchner Intelligenzbl 1794 S. 132. Nikolai Reise B. 6. S. 670.


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