Dominikus Beck (GND 100030564)

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Daten
Nachname Beck
Vorname Dominikus
GND 100030564
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft

BECK (Dominikus), Benediktiner aus dem Reichsstifte Ochsenhausen, und Professor der Mathematik und Experimentalphysik zu Salzburg. Er war am 27sten Sept. 1732 zu Aepfingen, einem kleinen Orte zwischen Ulm und Biberach in Schwaben geboren, studirte auf dem Gymnasium zu Salmannsweil, und ward Benediktiner in Ochsenhausen, wo er dann weiter Philosophie und Theologie hörte und absolvirte. Nachdem er zum Priester geweihet worden, schikte ihn der damalige Herr Reichsprälat, dessen Nachfolger ihn auch in der Folge noch vielfältig unterstüzte, nach Irrsee, um daselbst seine physischen und mathematischen Kenntnisse zu erweitern. Im Iahr 1762 wurde er nach Salzburg zur Universität berufen, wo er 1763 und 1764 theoretische Philosophie lehrte, und dann nach Ochsenhausen zurükkehrte, um daselbst sowohl den wenigen Benediktinern dieses Stiftes, als auch einigen, die aus andern Abteyen dahin geschikt wurden, in der Philosophie und Mathematik Unterricht zu geben. Im Iahr 1766 ward er wieder nach Salzburg berufen, die mathematischen Wissenschaften und Experimentalphysik an der Universität als öffentl. ord. Professor, mit dem Charakter eines erzbischöfl. wirklichen geistlichen Rathes zu lehren; zugleich ward ihm die Aufsicht über das Museum physico-mathematicum übergeben. Er arbeitete an dieser Stelle, an welcher er ganz in seiner Sphäre und in seiner eigentlichen Bestimmung war, bis auf die lezten Stunden seines Lebens, unermüdet, mit sichtbarer Lust, mit grossem Beyfalle und Nutzen. Er unterrichtete nicht blos die an der Universität Studirenden, sondern auch Künstler, Handwerker und junge Leute, die bey den Salzburgischen Bergwerken angestellt waren oder angestellt zu werden suchten. Er lehrte nicht nur theoretisch auf dem Katheder, sondern auch praktisch im Museum und auf dem Felde. Vom Erzbischofe Hieronymus grossmüthig unterstüzt, versah er das Museum mit den besten neuen Instrumenten, Maschinen und anderm zum Experimentiren nothwendigen Apparate, und richtete es zum nützlichsten Gebrauche vortreflich ein. Die Herbstferien benüzte er fast immer zu gelehrten Reisen. So brachte er einmal seine Herbstferien zu Bononien, ein andermal zu Paris, wieder ein andermal zu Leipzig, Halle, Freyberg in Sachsen u. s. w. und abermal in einem andern Iahre bey den Bergwerken in Ungarn, mehreremale zu Wien bey seinem Freunde, dem berühmten Leibarzt und Physiker Ingenhouss, zu, mit welchem er, so wie mit vielen andern Gelehrten, in einem beständigen Briefwechsel stand. Oefters wurde er von der Salzburgischen Hofkammer gebraucht, Wassergebäude und Maschinen zu errichten oder zu verbessern, und im Iahr 1778 das Salzburg. Land- und Pfleggericht Staufeneck auszumessen und geometrisch aufzunehmen. Auch auswärts waren seine ausgebreiteten Kenntnisse in den physischen und mathematischen Wissenschaften bekannt, und die Akademien der Wissenschaften zu München und Roveredo, das gelehrte Institut zu Bononien, und die ökonomischen Gesellschaften zu Burghausen und Halle nahmen ihn unter ihre Mitglieder auf. Er war sowohl seiner Kenntnisse, als seines vortreflichen Charakters halber allgemein geachtet und geliebt, und eben so allgemein bedauert, als er am 22sten Febr. 1791 unvermuthet an einem Schlagflusse starb.

Seine Schriften sind:

Philosophia rationalis systematice adornata, 4. Salisb. 1763.

Praxis log. 4. ib. 1763.

Panicus eclypsium terror, ex earum theoria methodice demonstratus, 4. ibid. 1764.

Vanitas influxus siderum, 4. ib. 1764.

Ephemerides meteorologicae Salisburgenses a Dec. 1763 usque ad Iul. 1764, 4.

Astronomisches Tagebuch oder Verzeichniss der Erscheinung und Bewegung der vornehmsten Himmelskörper auf alle Tage in den Iahren 1766, 4. Memmingen.

Philosophia prima, 4. Memmingae 1766.

Dilucidatio doctrinae de aequationibus altioribus in gratiam tironum publicae luci exposita, 8. Salisburgi 1768, 54 S.

Praelectiones mathematicae in usum auditorum suorum, Pars I. complectens mathesin puram c. fig. Memmingae 1768. 335 S. Pars II. 1770 2da edit. Salisb. II Tomi 1780--81.

S. Patriot in Baiern I. Th. in den Beyträgen, S. 53. Reg. gel. N. 1777. S. 235. Nürnb. gel. Z. 1777. S. 684 und 1781, S. 236.

Proprietates corporum generales experimentis illustratae, 8. Salisb. 1769. 50 S.

Motus corporum experimentis illustrati, 8. ibid. 1769.

Supplementa philosophiae experimentalis, 8. ibid. 1769.

Theoria sinuum, tangentium et resolutiones triangulorum, 8. ib. 1771.

Geometria sublimior Cl. Caillii tironum captui accommodata, 8. ib. 1771, edit. 2. ib. 1782.

Geometria utilis et iucunda scholis humanioribus accommodata, 4. Salisb. 1772.

Epitome philosophiae experimentalis, 8. ib. 1772.

Anfangsgründe der gemeinen Rechenkunst, 8. Salzb. 1773.

Institutiones logicae, 8. Salisb. 1773, ibid. 1780, edit. 3. 1784.

Institutiones metaphysicae, 8. Salisb. 1774, edit. 2.

S. Erlang. gel. Anmerk. 1775, St. 34. S. Regensb. gel. N. 1775. S. 349.

Institutionum physicarum Pars I. complectens physicam generalem, c. f. ibid. 8. 1776. edit. 2. aucta, 1780, edit. 3, 1790, Pars II. complectens physicam particularem, ib. 1779. edit. 2. 1780--82. edit. 3. 1790.

S. ADB. 101 B. I. S. 146. Regensb. gel. N. 1776, S. 382. Nürnberg. gel. Z. 1780, S. 234.

Institutiones mathematicae, T. I. continens mathesin puram, 8. ibid. 1777, tom. II. continens mathesin mixtam s. applicatam, edit. 2. 1781. edit. 3, 1782.

Nonii theoria et usus, 8. Salisb. 1780.

  • Briefe eines Reisenden über verschiedene Gegenstände der Naturlehre und Mathematik, 8. Salzburg 1781.

Beschreibung einer elektrischen Flinte, 4. Salzb. 1780.

Compendiaria Matheseos elementaris institutio, 8. Salisb. 1783.

Unterricht zur Aufrichtung guter Blitzableiter, 8. Salzburg 1786.

Fasslicher Unterricht, Gebäude auf leichte und sichre Art vorm Einschlagen des Blitzes zu bewahren, zum Nutzen und Gebrauch seiner Landsleute, 8. Salzb. mit Kupfern 1786, 63 S.

S. ADB. 77, B. II. S. 451. Ien. ALZ. 1788, II. S. 255.

Kurzer Unterricht der Lehre von der Elektricität zum Gebrauche seiner Zuhörer, 8. Salzb. mit Kupfern 1787, 196 S.

S. Obert. ALZ. 1788. I. S. 113. Ien. ALZ. 1788, VI. S. 437.

Kurzer Entwurf von der Experimentalphysik, welche für den hohen Adel und Standespersonen alle Iahre im Mai und Iunius öffentlich erklärt wird, Salzb. 4. 1772. (Seit 1772 kam alle Iahre ein neuer Entwurf heraus).

Er gab auch seit 1766 jährlich 2 Kalender heraus, einen teutschen unter dem Titel: Neuer Schreibkalender auf den Meridian der Stadt Salzburg berechnet, 4. und einen vollständigen lateinischen unter dem Titel: Ephemerides physico-astronomicae ad meridianum Salzburgensem calculatae, 4.

S. Obert. ALZ. 1791 I. S. 127. Zimmermanns Annalen der Geographie und Statistik 1790, VI. S. 568.

Er war Mitarbeiter an Hübners physikal. Tagebuch, 1784--87.

An der Oberteutschen allg. Literaturzeitung war er von 1788 an, da sie entstand, Mitarbeiter bis an sein Ende.

Sein Bildniss steht vor seinen Briefen eines Reisenden.

S. Privat-Nachrichten aus Salzburg und München. Hambergers gel. Teutschland 1772. S. 35. Meusels gel. Teutschl. 3. A. S. 48, 4te Ausg. I. B. S. 87. Nachtrag I. S. 32, N. 2. S. 16. N. 3. S. 21. N. 4. S. 31. N. 5. S. 71. S. Obert. ALZ. 1791. I. S. 397--399. Rötgers Nekrolog für Freunde teutscher Literatur 1. St. S. 4--6. Patriot in Baiern I. Th. Nachtr. 53. Anekdoten Literar. 1790, S. 230. S. Reg. gel. N. 1772. S. 156. Finauers Magazin für die neueste Literatur 1775, St. 2, S. 27. Finauers hist. lit. Magazin 1782, St. 1. S. 88. ADB. 100 B. I. S. 293. Ladvocats fortges. hist. Handwörterbuch B. VII. S. 149. Hirschings hist. lit. Handbuch, B. 1. Abth. 1. S. 177. Bernouillis Sammlung kurzer Reisebeschreibungen B. 12, S. 195, 210 und 217. Heinsius allg. Bücherlexikon B. 1. S. 102--103. Meusels Lexikon der 1750 --1800 verstorbnen Schriftsteller B. I. S. 265.
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