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Andreas Bernasconi (GND 12412609X)


Daten
Nachname Bernasconi
Vorname Andreas
GND 12412609X
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Andreas Bernasconi in der BSB

Bernasconi, (Andreas), der Sohn eines Königl. französischen Offiziers, wurde auf einer Reise zu Marseille 1712 geboren. Da die Offiziere damals in Frankreich einen Handel treiben durften, so gab sich auch sein Vater damit ab, und fixirte sich zu Parma in Italien, wo er auch gestorben ist. Bernasconi bewies von Jugend auf vieles Talent zur Musik, die ihm sein Vater erlernen ließ, eigentlich aber beabsichtete ihn für die Handlung zu bilden. Nachdem aber derselbe durch Unglücksfälle in mißliche Umstände gerieth, und starb, so war der Sohn gezwungen anfangs Unterricht in der Musik zu geben, endlich aber selbst als Kompositeur aufzutreten. Die erste Oper schrieb er unter dem Titel: Alessandro Severo 1741 zu Venedig, und erwarb sich allgemeinen Beifall; hierauf gieng er nach Rom, und durchreiste mehrere Städte Italiens, wo er überall sich Ruhm erwarb. Als er nach Parma zurückgekommen war, heirathete er daselbst die Tochter eines Kais. östreichischen Hauptmanns, und Wittwe des Herzogl. Würtembergischen Kammerdieners Wagele im J. 1747. Mit ihr erhielt er eine Stieftochter Antonia, der er Unterricht in der Musik gab. Mit dieser Frau unternahm er eine Reise nach Wien, wo er ebenfalls eine Oper: La Ninfa Apollo 1743, und im folgenden Jahre 1744, le Temistocle, dann Antigono schrieb, die großen Beifall erhielten, und gieng endlich nach Baiern, wo er 1754 zu München seine erste Oper: Bajazet, und gleich darauf die zweite, L’ozio fugato della gloria komponirte. Beide Opern fanden allgemeinen Beifall, und Churfürst Max III. ernannte ihn zu seinen Kapellmeister, worauf er 1755 zwei Opern: Adriano in Siria, und Il Trionfo della Constanza verfertigte. Aber 1756 starb seine Gattinn, und er verheirathete sich im folgenden Jahre mit Katharina von Löw, welche noch in München als Wittwe lebt. Mit dieser erzeugte er eine Tochter Josepha, der er keine Musik aus dem Grunde lernte, weil der gute Mann befarcht, sie möchte gleich seiner Stieftochter sich der Schauspielkunst widmen[1]. Bernasconi, dieser vortreffliche Kapellmeister starb zu München den 24. Jäner 1784. Sein Grabstein hat folgende Innschrift: Heic jacet Andreas Bernasconi, Sereniss. Elect. Bav. Consiliarius et Supremus Capellae Magister. Obiit die XXIV. Jan. 1784. aet. suae LXXII. R. J. P. Dieser Künstler hinterließ im Manuscripte mehrere Messen, Vespern, Litaneien, Responsorien und Antipohnen, und schrieb für den Münchnerhof folgende Opern: Bajazet den 12. Okt. 1754; Adriano 1755; Alessandro 1755; Didone abbandonata 1756; Agelmondo 1760; Artaserse 1763; Olimpiade 1764; Demofoonte 1765; Endimione 1766; La Clemenza di Tito 1768, und Demetrio 1772. Das von ihm geschriebene, und in der Fasten 1754 aufgeführte Oratorium: La Betulia liberata fand ebenfalls sehr großen Beifall.


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Fußnoten

  1. Diese heirathete in der Folge den Churpfalzbaierischen Hofrath von Schell in München. Sie starb den 23. Jäner 1799.