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Franz Ioseph Besnard (GND 116154330)


Daten
Nachname Besnard
Vorname Franz Ioseph
GND 116154330
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft


BSB Franz Ioseph Besnard in der BSB

BESNARD (Franz Ioseph), der WW. und AG. Dr., Kurpfalzbaier. wirklicher geheimer und dirigirender Medicinalrath, erster Leib- und Protomedikus, dann der kurfürstl. sämmtlichen Militärspitäler und Lazarethe Generalinspektor in München. Er wurde zu Buchsweiler im Elsass am 20sten Mai 1748 geboren, studirte anfangs zu Hagenau bey den Iesuiten, dann zu Strassburg an der Universität die Philosophie, und fünf Iahre lang die Wundarzneykunst, nach derselben die Arzneywillenschaft, welche er in der Folge theils zu Strassburg, theils zu Buchsweiler ausübte. Im I. 1775 zur nämlichen Zeit, da er sich mit Verfertigung einer Inaugural-Dissertation de prolongatione cervicis uteri beschäftigte, und ihm vom Kardinal von Zabern die ledig gewordne Stelle als Physikus zu Zabern im Elsass angetragen wurde, ist derselbe vom Durchlaucht. Pfalzgrafen Maximilian, als höchstdessen Leibarzt, mit einem ansehnlichen Gehalt und dem Charakter als Hofrath ernannt worden, mit dem ausdrüklichen Vorbehalt, seinen Fürsten sogleich nach Meziere in Champagne zu begleiten. Er defendirte daher zu Strassburg in möglichster Geschwindigkeit Theses ex universa medicina, erhielt das Doktorat, und reisete sogleich an seine Bestimmung ab. Im I. 1783 legte er der königl. Akademie zu Paris in einer vollständigen Abhandlung seine Grundsätze über die Natur und Fortpflanzung der Lustseuche, nebst einem Vorschlage, dieselbe ohne Queksilber zu heilen, zur Prüfung vor, welche mit so vielem Beyfalle aufgenommen worden, dass er von der damaligen königlichen Regierung selbst den Auftrag erhielt, zwekmässige Versuche mit seiner vorgeschlagenen Heilart, unter der Aufsicht einiger hiezu verordneten Mitglieder der Societé royal de medicine, an den im Militärspital zu St. Denis und zu Strassburg befindlichen venerischen Kranken anzustellen, welches auch mit gutem Erfolge geschah, bis die französische Revolution dieses wohlthätige Werk unterbrach, und seinen fernern Aufenthalt in Frankreich hinderte. Im Iahr 1790 kam er mit seinem Durchlauchtigsten Fürsten in die Pfalz, widmete sich zu Mannheim und der Gegend ganz der Wohlfahrt kranker Mitmenschen, und kam endlich beym Antritt der dermaligen höchsten Regierung mit Sr. kurfürstl. Durchlaucht nach München, wo er auf kurf. Befehl, und mit der ihm eignen Geschiklichkeit und Thätigkeit die Militärspitäler verbesserte, die Einimpfung der Kuhpocken beförderte, und überhaupt die Verbesserung der Medizinalanstalten in Baiern sich angelegen seyn lässt.

Er schrieb:

Theses ex universa medicina, (Strassburg) 1775.

Memoire à consulter sur la maladie du feu Mr. de Stainville, Marechal de France 1788.

Aufruf wegen Einimpfung der Kuhpoken, in verschiedenen öffentlichen Blättern,

Verpflegungsanstalten in den kurpfalzbaierischen Militärspitälern, fol. München gedr. bey Zangl, 1801, 22 S. mit Beylagen.

S. Eigne Sammlungen. Privat-Nachrichten. Obert. ALZ. 1802, Ian. S. 193--209.


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