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Eva Brochard (GND 129461253)


Daten
Nachname Brochard
Vorname Eva
GND 129461253
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Eva Brochard in der BSB

Brochard, (Eva), ehemalige Ilein, die, wie Gerber in seinem Lexikon der Tonkünstler (Leipz. 1790) Bd. I. S. 209. versichert, unter die guten und geschmackvollen Sängerinnen gehört, wurde zu Landshut in Baiern (jetzt im Isarkreise) den 24. August 1752 geboren. Als Mädchen von acht Jahren kam sie zur Schauspieler-Gesellschaft des Sebastiani in Augsburg, und betrat dort zum ersten Male die Bühne als Fianetta in der Operette die Gouvernante. Als sie herangewachsen war, und sowohl durch ihren angenehmen Gesang, als auch durch ihr gutes Spiel, das ihre schöne weiblichen Reitze noch mehr erhöheten, allgemeinen Beifall sich überall erwarb, heirathete sie den Balletmeister dieser Gesellschaft Georg Paul Brochard 1768 in Mannheim. Da Sebastiani als churpfälzisch privilegirter Schauspiel-Direktor ernannt war, und der große deutsche Schauspieler Theobald Marchand die Direktion über diese Gesellschaft übernahm, bald darauf aber mit seinen Leuten in churpfälzische Dienste übertrat; so wurde Eveline Brochard gleich den übrigen als churfürstliche Sängerinn und Hofschauspielerinn, ihr Mann, Georg Brochard aber, als erster Komik-Tänzer den 6. Oktob. 1777 ernannt, und bei Veränderung des Hoflagers 1778 von Mannheim nach München versetzt. Sie war damals erste Sängerinn der deutschen Oper, und gehörte als Schauspielerinn unter die ersten Nummern. Als sie in München zum erstenmal auftrat, erwarb sie sich auch da den ungetheilten Beifall aller Kenner, und des ganzen Publikums, und ihr Sieg war vollendet, als Kapellmeister Peter Winter für sie zwei Opern: Paris und Helena, dann Veleraphon; Kapellmeister Franz Danzi aber den Triumpf der Treue schrieb. Ihre helltönende Stimme, ihr guter Vortrag im Gesange, ihre Geläufigkeit in Rouladen u. dgl. rissen jedermann dahin, und zwangen ihm ein Bravo! ab. In spätern Jahren unterließ sie den Gesang, und widmete sich nur mehr der Schauspielkunst, worinn sie ebenfalls verrieth eine Künstlerinn zu seyn. Eine sie befallene Krankheit hindert sie eine geraume Zeit über die Bühne zu betreten.


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