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Erhard Buz (GND 12272481X)


Daten
Nachname Buz
Vorname Erhard
GND 12272481X
( DNB )
Wirkungsgebiet Religion


BSB Erhard Buz in der BSB

BUZ (Erhard), der Theologie Doktor in München. Er wurde den 29sten Nov. 1745 zu Abbach in Niederbaiern, eine Meile von Regensburg, geboren. Sein Vater verlobte ihn aus Frömmigkeit zum Benediktiner nach St. Emmeram, ehe er noch das Licht der Welt erblikte, aus dem Beweggrunde, weil K. Heinrich, wie das Mausolaeum Ratisbonense sagt, alle Nacht um 12 Uhr von Abbach aus, nach dem Kloster St. Emmeram in Regensburg in die Mette gieng. Die Iesuiten begehrten ihn in ihre Gesellschaft, da er 16 Iahre alt war; aber er musste im Iahr 1763 wider Willen durch seinen Eintritt in den Benediktinerorden im Stifte St. Emmeram das Gelübde seines Vaters erfüllen. Im Iahr 1768 ward er zum Priester geweiht, und gleich zum Prediger in der Stiftskirche ernannt. Er predigte über 12 Iahre lang, und da von seiner Kanzel Kontrovers- und Lobreden verbannt waren, besuchten ein grosser Theil vom Reichstags-Personale, andre vernünftige Katholiken und auch viele Protestanten seine Predigten. Im Iahr 1783 tratt er wieder aus dem Orden, nachdem er seine Gelübde durch hinlängliche Beweise für ungültig erklärt, und der Pabst die Ungültigkeit durch ein eignes Breve bestättigt hatte. Bey seinem Austritte nahm ihn der kaiserl. Minister Graf von Trauttmannsdorf mit Vorzug in sein Haus auf. Man begehrte ihn zum Pfarrer in Köfering im Regensburger-, dann zu Forchheim im Eichstädter Kirchsprengel. Im Iahr 1786 rief ihn wiederholt der Kardinal und Fürstbischof zu Passau zu sich, um durch akademische Vorlesungen über die praktische geistliche Beredsamkeit zur Bildung und Aufklärung des jungen Klerus beyzutragen. Er versah diesen Lehrstuhl acht Iahre lang, las über seine eignen Hefte vor, von denen 2 im Drucke erschienen, und legte dabey Philosophie durchaus zum Grunde. Zugleich war er Hof -- und Domprediger, machte sich viele Freunde, vermehrte aber immer mehr seine Feinde, die endlich den Ausbruch einer Inquisition gegen ihn erregten. Man nahm ihn durch Soldaten in Verhaft, sperrte ihn in die Festung, untersuchte alle seine Papiere, und seine ehedem so beliebte Lehrart, entsezte ihn per iudicium mixtum specialiter delegatum, ohne Beyziehung des geistlichen Raths-Kollegiums, seines ordentlichen Richterstuhles, an den er vergeblich appellirte, seines Predigtamtes und seiner Lehrersstelle, und führte ihn schimpflich über die Gränze. Er irrte nun 6 Iahre unter Verfolgungen und mancherley Schicksalen in der Welt umher. Im Iahr 1799 kehrte er, bey der gegenwärtigen milden und weisen Regierung in Baiern, in sein Vaterland zurük, und erhielt, nach einer scharfen Untersuchung, um die er selbst bat, das vollständigste Absolutorium, und eine Stelle in der Herzog Maxischen Hofkapelle zu München. Er starb zu München am 4ten Okt. 1802, an einer Auszehrung.

Seine Schriften sind:

Rede auf den Hintritt des berühmten Schottischen Prälaten zu St. Iakob in Regensburg Gallus aus der alt-adelichen Familie v. Leith, fol. und in 8. 1775.

  • Rede auf den heiligen Ignatius, 8. Regensburg 1775.
  • Gerundio von Kampazes der Iüngere, 8. 1779.

Rede von den Pflichten der Unterthanen gegen ihre Regenten, 8. München 1780. (Steht auch im 4ten B. der Predigten des bair. Predigerinstituts S. 1--48).

Diese Rede erhielt beym kurfürstl. Predigerinstitut für 1779 die goldne Preismedaille, und es erschienen darüber folgende Schriften: 1) Torne und Buz oder Beurtheilung der buzischen Preispredigt, 8. Frankf. 1780. 2) Brauns vorläufige Antwort auf die Beurtheilung, 8. München, 1780. 3) Des Niklas I. Pastors Abbitte an das bair. Predigerinstitut, 1780. 4) Schreiben an Herrn Buz von seinem Freund R. Pfarrer zu W. 1780, u. s. w.
  • Duo verba contra conditiones Stattlerianas, 8. 1780.
  • Ein Allerley im Taschenformat, 8. 1781.
  • Erinnerungen an das junge Herrchen Sailer, den Verfaller der praktischen Logik, 8. 1780.

Rede bey der Eröffnung der akademischen Vorlesungen über die praktische geistliche Beredsamkeit, 4. Passau 1787, 28 S.

S. Salzburg. monatl. Beyträge zur Lit. 7787, St. 2, S. 14.

Erstes Heft zum Gebrauch der akademischen Vorlesungen über das Reine der praktischgeistlichen Beredsamkeit, 2tes Heft: über das Empirische der praktisch-geistlichen Beredsamkeit, 8. Passau, 1787.

Predigten auf alle Sonntage und Hauptfeste des Iahres, IV Theile, Passau, 8. 1792.

S. Neue ADB. 9 B. I. S. 103. Münchner Intelligenzblatt 1791, S. 76.

Ode, geschrieben im Kerker an die schwarzen Wände mit einem Splitter aus der Thüre gerissen, sammt Anmerkungen. (Ohne Iahreszahl und Drukort), 12 Bogen.

Wurde bald nach dem Druk unterdrükt, und kam nicht in den Buchhandel.
  • Eine ungeheuchelte Abfertigung, geschrieben an den Verfasser der Kritiken und Erinnerungen über die kurfürstl. baierische Verordnung im Betreffe der lyzeistischen und gymnastischen Schulen, 8. Nürnberg 1800, 72 S.
S. Obert. ALZ. 1800.

Einige kleine Aufsätze in periodischen Schriften.

Er war Mitarbeiter am 1sten und 2ten Bande der teutschen Encyklopädie, 8. Frankfurt bey Varrentrapp und Wenner.

Nächstens erscheint seine vollständige Lebensgeschichte, von ihm selbst beschrieben.--

S. Privat-Nachrichten. Eigne Sammlungen. Finauers hist. lit. Magazin Heft 2. S. 186. Meusels gel. Teutschl. 5. Ausg. (wo dieser Artikel doppelt B. I. S. 528 unter Buz, und B. VI. S. 193. unter Puz vorkommt). Münchner Intelligenzbl. 1780, S. 174. Nikolai Reise B. 2. S 365--368. Krünets Zeitbuch, 1781, S. 42. Rhein. Beyträge 9. Iahrg. H. 9. S. 275. Annalen der bair. Literatur B. 1. St. 3. S. 217: Nürnb. gel. Z. 1780, Beyl. 50 S. 398 und 487.


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