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Wilhelm Cramer (GND 129462543)


Daten
Nachname Cramer
Vorname Wilhelm
GND 129462543
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Wilhelm Cramer in der BSB

Cramer, (Wilhelm), ein Sohn des Vorigen, wurde zu Mannheim 1745 geboren, lernte die Violine spielen anfangs beim Johann Stamitz, dem Vater, dann beim Basconni, und endlich beim Christian Canabich. Er spielte als ein Knabe von 7 Jahren schon mit vielem Beifalle ein Konzert auf der Violine bei Hofe, und in einem Alter von 16 Jahren machte er ganz allein seine erste Reise nach Holland, wo er im Haag, zu Amsterdam, und andern Städten mit seinem Violinspiele sich vielen Ruhm erwarb. Er war ein großer Virtuose auf diesem Instrumente, der die Geschwindigkeit und Fertigkeit eines Lolli mit dem seelenvollen Ausdrucke eines Franz Benda[1] vereinte, der Stolz seiner Zeiten. Im Jahre 1772 begab er sich nach London, wo sein schönes Spiel entzückte, und allgemeine Bewunderung erregte. Der König und alle Großen des großbrittanischen Hofes beeiferten sich diesen Tonkünstler zu behalten. Mit einem ansehnlichen Gehalte wurde er als Kammermusikus und Konzertmeister des Königs, dann als Direktor der Opernorchesters ernannt und angestellt, und bei allen großen Konzerten, die in London gegeben wurden, stand er an der Spitze, ordnete und dirigirte dieselbe. Das große Konzert, das 1787 bei Gelegenheit der dritten Händelschen Gedächtnißfeier aufgeführt wurde, wobei 800 Musiker spielten, dirigirte Cramer ebenfalls, und erwarb sich hier den verdienten allgemeinen Beifall, und unsterblichen Ruhm. Er war ein vortrefflicher Kompositeur, ein Mann von tiefen Einsichten in die Musik, ein großer Künstler auf seinem Instrumente, und in der Direktion, die er mit Energie, Präcision und Geschmack zu führen verstand, und starb zu London den 5. Oktober 1800. Von seinen Kompositionen wurden in Deutschland bekannt: VI. Dialogirte Violin Trio; und VII. Violin-Konzerte, die zu Paris von 1770 bis 1780 herausgegeben wurden. Im Mspte hinterließ er mehrere Violin-Konzerte.


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Fußnoten

  1. Dieser Künstler war Königl. Preussenscher Kapellmeister, und Stifter einer eigenen Schule unter den Violinisten Deutschlands, geboren zu Albenatka in Böhmen 1709, lernte im 7ten Jahre die Singkunst, und kam 1718 als Sopranist in die St. Nikolakirche zu Prag. Hierauf gieng er nach Dresden, wo er unter die Kapellknaben aufgenommen wurde. Als er dort seine schöne Stimme verlor, und mutirte, verlegte er sich auf die Violine, wobei er Gelegenheit fand von dem großen Francischello Unterricht auf diesem Instrumente zu erhalten. Hiller sagt in seiner Lebensbeschreibung S. 49. von diesem Künstler: „Sein Ton auf der Violine war einer der schönsten, vollesten, reinsten und angenehmsten. Er besaß alle erforderliche Stärke in der Geschwindigkeit, Höhe und allen nur möglichen Schwierigkeiten des Instruments, und wußte zur rechten Zeit Gebrauch davon zu machen. Aber das edle Singbare war das, wozu ihm seine Neigung mit dem beßten Erfolge zog.“ Franz Benda war auch ein guter Tonsetzer für Violin- und Flöten-Konzerte, dann Simphonien. Er starb zu Potsdam den 7. März 1786. Burney’s Reisen B. III. S. 101.