Hinweis: Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren

Franz Georg von Ditterich (GND 100106935)


Daten
Nachname von Ditterich
Vorname Franz Georg
GND 100106935
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft


BSB Franz Georg von Ditterich in der BSB

von DITTERICH (Franz Georg), der R. Dr., Ritter des portugiesischen Christusordens, fürstbischöflich Speierischer und fürstl. Hohenlohe- und Bartensteinischer geheimer Rath in München, zu Bamberg in Franken geboren. Er ist kein Anverwandter des Herrn von Dieterich (der als Maire von Strassburg guillotinirt ward), und von Geburt nicht adelich, sondern wurde erst 1792, da er München bereits zu seinem beständigen Wohnort gemacht hatte, vom Kurfürsten Karl Theodor während des Reichsvikariates nobilitirt. Er studirte zu Bamberg und zu Strassburg, wo er an der bischöflichen hohen Schule als öffentlicher Lehrer des geistlichen Staatsrechts angestellt wurde, und diesem Posten 20 Iahre lang vorstand. Es errichtete nämlich der Bischof von Strassburg, Kardinal von Rohan 1777, mit Erlaubniss des Königs, auf der Universität zu Strassburg eine neue Fakultät des geistlichen Rechts, mit der Befugniss, Lizentiaten und Doktoren in demselben zu machen, und an dieser Fakultät war Ditterich Professor. Er war zugleich fürstlich Salm -- Salmischer Hofrath, Speierischer geheimer Rath, und Advokat bey dem höchsten Gericht, oder dem hohen königlichen Rath im Elsass. Bald nach dem Ausbruche der französischen Revolution verlor er seine Professorsstelle, und musste sich aus Strassburg flüchten. Er kam 1790 mit seiner Familie nach München, und wurde im I. 1791 in kurfürstl. Dienste aufgenommen, erhielt den Titel und Charakter eines kurfürstl. Obernlandesregierungsrathes, und wurde bald darauf frequentirender Büchercensurrath. Er trug am damaligen Büchercensurkollegium auch viel zur Einführung jenes Systems bey, das Baierns Rufe im Auslande, und der Literatur im Innlande täglich nachtheiliger wurde. Der Regierungsantritt des Kurfürsten Maximilian Iosephs IV. machte der misslichen Lage, in welcher sich die Literatur in Baiern befand, ein Ende, und da das Censurkollegium aufgehoben, und dafür eine Büchercensurspecialkommission errichtet ward, kam Herr von Ditterich in den Ruhestand. Er hat übrigens den Ruf eines geschickten Rechtsgelehrten.

Von seinen Schriften sind mir bekannt:

Diss. inaug. de successione primogeniti clerici in feuda maiora imperii German. 4. Argent. 1771, 84 S. steht auch in Ant. Schmid Thesauro iuris eccles. tom. VI. n. 1.

Tractatio iuridica de legitimis natalibus inter illustres praesumendis, Argent. Commentarium perpetuum adiecit Phil. Iac. Rühl. 1776.

Der beiden Herren Brüder Gr. von Leiningen Dachsburg in Guntersblum Rechte werden in dieser Schrift vertheidigt, im Kommentar aber widerlegt.

Historische Einleitung zu der Rechtsgelehrsamkeit, 8. Strassburg 1777.

Primae lineae iuris publici ecclesiastici. (Sein von ihm in Druck gegebenes Vorlesebuch), 8. Argent. 1778. 11/2 Alph.

S. Neueste iur. Lit. Ostermeisse 1780, S. 287--295. Waldeks lit. Annalen der Rechtsgelehrs. 1778. S. 196--198. Nov. Bibl. eccles. Friburg. B. IV. Fasc. 4. S. 680--686.

Compendium iuris naturae, 8. ibid. 1780.

In der Rühlischen oder Frankfurter allg. iur. Bibl. B. II. II. 2, S. 128--136, wird davon ein Auszug geliefert.

D. positiones ex iure publico eccles. 4. ibidem 1780.

D. exhibens positiones ex iure publ. eccles. 4. ib. 1780.

S. Allg. iur. Bibl. Frankf. B. II. II. 2, S. 210--218. Nov. Bibl. eccl. Frib. B. V. S. 356.

De primatu Romani pontificis dissertationes III. Iustino Febronio abbreviato et emendato oppositae, 4. Argent. 1780.

  • Noch einmal: Was ist der Pabst? entgegengesezt der Eiblischen Frage: was ist der Pabst? 8. Strassburg bey Levrault 1782, 62 S.
Wurde vom Verfasser selbst ins Französische übersezt, und stehet teutsch auch in der Augsburger Sammlung von Schriften zur Steuer der Wahrheit 1783, B. I. S. 123.

Gemina Dissertatio canonica de potestate ecclesiae in statuendis impedimentis Matrimonii, 4. Argent. 1785.

De regum Francorum capitularibus, 4. ibid. 1787, 37 S.

S. Obert. ALZ. 1788, I. S. 5. Ruefs Freyburg. Beyträge B. I. H. 2.

Anmerkungen über eine Recension in der obert. allg. Literaturzeitung gegen St. I. de capitul. regum Francorum, 8. Strassburg 1788.

S. Obert. ALZ. 1788, Mai S. 997.

Memoire pour l’eglise collegiale de Montier grandral contre la chambre de Finances de S. A. Msgr. le prince Eveque de Bale, 4. Strassb. 1788, 220 S. mit 53 Urkunden.

  • Anmerkungen über n. 149, des allg. Lit. Anzeigers v. 20sten Sept. 1798. Ohne Druckort. (München), 8. 31 S. stehn auch im Augsb. Iournal der Wahrh. und Rel. 1799, B. I.

Er soll noch mehrere kleine anonyme Schriften herausgegeben, und einige Aufsätze in französische Iournale geliefert haben.

S. Eigne Sammlungen. Weidlichs biogr. Nachr. Th. IV. S. 48. Meusels gel. Teutschl. 5te Ausg. B. II. S. 68. AL. Anzeiger 1798, Sept. S. 1505--1512. 1799 April, S. 540, und Mai S. 730. Ditterichs Anmerkungen über n. 149 des AL. Anz. S. 2, 12 und 30. Obert. ALZ. 1788, I. S. 997 und 1789, I. S. 767. Der Freymüthige, Monatschrift B. 2, 1782 S. 121--147 und 170. Nov. Bibl. eccles. Friburg. B. VI. S. 314--320. -- Die Schrift: Ungekränkter evangelischer Religionsstand im Herzogthume Sulzbach, ein Seitenstük zur Schritt: Assekurirter evangelischer Religionsstand im Herzogthume Sulzbach. Mit Beylagen A--O. Leipz. und Frankf. (München), 4. 1794. wird in Meusels Nachtr. (gel. Teutschl. B. IX. S. 244) Herrn von Ditterich zugeschrieben.


Vorheriger
Vorheriger
Eintrag
Seite 244 Seite 246 Nächster
Nächster
Eintrag