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Don Iohann Edelweck (GND 100119794)


Daten
Nachname Edelweck
Vorname Don Iohann
GND 100119794
( DNB )
Wirkungsgebiet Religion


BSB Don Iohann Edelweck in der BSB

EDELWECK (Don Iohann), Theatiner in München. Er war am 8ten Hornung 1705 auf dem von Edelweckischen Schloss Grassensee in Niederbaiern geboren. Seine Eltern waren Ioseph Freyherr von Edelweck, kurfürstl. Kämmerer, und Maria Elisabeth, geborne Reichsgräfin von Aham und Neuhaus, die ihrem Sohne in Hinsicht auf intellektuelle und moralische Bildung die beste Erziehung gaben. Er trat (ob mit oder wider Willen seiner Eltern, ist mir unbekannt) im Iahr 1721 zu München in den Theatinerorden, studirte dann die höhern Wissenschaften zu Placenz, Rom und Palermo, und erhielt schon in seinem 26ten Iahre zu Palermo die Stelle eines Lehrers in dem Bourbonischen adelichen Erziehungsstifte. Die grössten Bibliotheken Rom’s, und der Umgang mit den berühmtesten Gelehrten, die Italien damals besass, vermehrten seine Kenntnisse, mit denen bereichert er im Iahr 1734 wieder nach Baiern zurückkam, wo er vom Kurfürsten Karl Albert (nachmaligem römischen Kaiser) zu seinem Hoftheologen, und vom Herzog Theodor, Bischofen zu Freysing, zum Beichtvater und geistlichen Rath, von seinem Orden aber zum Prediger, Professor, Novitzenmeister, Bibliothekarius und Archivar, und im Iahr 1742 zum Probsten ernannt ward. Er wurde zweymal Generalvisitator seines Ordens, dreymal Vikarius, dreymal Abgeordneter zu dem Generalkapitel in Rom, dreymal Probst in dem Theatinerhause zu München und zweymal in jenem zu Wien, und vollzog alle ihm anvertrauten Geschäfte mit Einsicht, Eifer und Treue. Er behauptete bis an seinen Tod den Charakter eines redlichen und ungeheuchelten Mannes, der nie Verstellung und Ränke kannte, war fromm, ungemein und für jedermann dienstfertig und angenehm im Umgange. Er starb am 5ten Christmonats 1773 zu München im 69ten Iahre seines Alters, und mit ihm ist der ganze männliche Stamm seines Namens ausgestorben und erloschen. Seine heut zu Tage bereits vergessenen Schriften, meist ascetischen Innhalts, und also freylich ohne allen literarischen und ästhetischen Werth, sind folgende:

S. Andreas Avellinus,ein Schlachtopfer göttlicher Liebe. Predigt. 4. München, 1731.

Theses theologicae, cum notis historicis et ecclesiasticis, 4. Monachii, 1737.

Die vollkommne Heiligkeit der seligen Wittwe Michelina von Pesaro bey Gelegenheit deren feyerlichen Seligsprechung, Predigt. 4. 1737.

Lobreicher Segen der Süssigkeit in dem Leben des heiligen Bernardus. Predigt. München, 4. 1741.

Instructio circa caeremonias sacras hebdomadae maioris. 8. Monachii, 1741.

Der Heilige ohne zeitliche Sorge, Lobrede auf den heiligen Cajetan. 4. München, 1744.

Die Grösse eines Lehrers göttlicher Schrift, Lobrede auf den heil. Hieronymus. 4. ebendas. 1744.

Triumphus virtutum in funere Caroli VII. Rom. imp. semp aug. etc. superstes et solemnium occasione exequiarum in electorali templo clericorum regularium vulgo Theatinorum celebrat. fol. Monachii 1745, 102. S. mit 28 Kupf.

Oratio in funere Caroli VII. rom. imperatoris, fol. Monachii 1745. Leich -- und Lobred des Weyl. allerdurchlauchtigst. röm. Kaisers Caroli VII in der kurf. Theatinerhofkirche gehalten, fol. München 1745, 20 S.

Seraphische Liebesbrunst, Lobrede auf den heil. Petrus Begalatus. 4. 1747.

Vita venerabilis R. D. Iacobi de Stephano, Theatini, cum adiectis laconibus narrationibus de factis illustribus venerabilium virorum ex clericis regularibus Theatinis. 8. Monachii, 1748.

Die Freyheit des Adels in einer 50jährigen Gefangenschaft erwiesen, als die hochwürdige Frau Maria Rosalia geborne Reichsgräfin von Preysing nach 50 Jahren ihres gottgelobten Standes die 3 Ordensgelübde erneuerte. fol. ebendaselbst 1749.

Das Stillschweigen des weisen Mannes, Lobrede auf den heil. Iohann v. Nepomuk 4. ebend. 1749.

Lebensgeschichte des heil. Cajetans, 4. ebend. 1754.

Heilsame Gedanken über das Leben Iesu Christi, 8. ebend. 1755.

Funebris memoria Mariae Amaliae, Caroli VII. imp. Viduae, fol. Monachii, 1758.

Muratori von der Glückseligkeit des gemeinen Wesens, aus dem Ital. übersezt. 4. München, 1759.

Muratori geistliche Uebungen auf acht Tage abgetheilt, aus dem Ital. München 1768. 2te mit einem Anhang verm. Aufl. 8. ebend. 1772.

Oratio super electionis negotio coram rev. et illustr. D. D. Canonicis capitularibus cathedralis ecclesiae Frisingensis sede vacante pro eligendo neo episcopo et principe. 4. Monachii, 1763.

P. Magenis Leben des heil. Andreas Avellinus aus dem Theatinerorden, aus der ital. in die teutsche Sprache übersezt, vermehrt und mit Anmerkungen versehen, München, 8. 1765.

Versammlungsbüchlein für die hochadelichen Dienerinnen Mariae, 8. ebend. 1767.

  • Hexen- oder Studentengeschichte, die sich im Iahr 1768 zu Ingolstadt soll zugetragen haben. 8. 1768.
Darüber erschienen 2 kleine Schriften: 1) Nun ja! oder kleine Zweifel über die Hexen- und Studentengeschichte u. s. w. 8. 1768, 46. S. 2) Nicht doch! oder Auflösung der kleinen Zweifel u. s. w. 8. 1768. 47. S.

Scupoli cler. reg. geistlicher Streit, aus dem Latein. übersezt, 8. Wien 1768, 2te Aufl. ebend. 1773.

Kurzer Lebensbegriff des sel. Paulus Buralis von Arezo, aus dem Orden der Theatiner, Kardinals u. Erzbischofs zu Neapel, 8. München, 1773, 126. S.

S. Kohlbrenners Materialien. 1773. S. 4.

Rituale congregationis clericorum regularium notis iliustratum. 8. Monachii, 1772.

Er hinterliess ausser diesen gedruckten Schriften noch viele Manuskripte, worunter sich: Iuris canonici explanationes; instructiones pro novitiis clericorum regularium; inscriptiones et anecdota literaria u. s. w. befinden.

S. Eigne Sammlungen. Meusels gel. Teutschl. 3, A. S. 223. Kohlbrenners Materialien, 1773, S. 250--252.


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