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Johanna Fontaine (GND 129465003)


Daten
Nachname Fontaine
Vorname Johanna
GND 129465003
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Johanna Fontaine in der BSB

Fontaine, (Johanna), die Tochter eines churcölnischen Tanzlehrers, wurde zu Münster (jetzt im Königreiche Westphalen) den. 20. Mai 1770 geboren, und lernte in ihrer Jugend das Klavierspielen, und die Singkunst. Nachdem sie mit Beifall in Münster und am Hofe zu Bonn gesungen hatte, erhielt sie bei dem regierenden Grafen von Bentheim-Steinfort eine Anstellung als Sängerinn. In Steinfort lernte sie den Musikus Heinrich Antoin (Crux) kennen, mit dem sie sich 1789 verheirathete, und zufrieden lebte. Im Jahre 1791 bekam ihr Mann eine Anstellung beim churpfalzbaierischen Hoforchester in München als Violiniste, dem sie folgte. In München betrat sie zum ersten Mal die Hofschaubühne als Königinn der Nacht in der Zauberflötte, mit Musik von W. A. Mozart. Ihre Schönheit, ihr hehrer, schlanker Wuchs, ihr Anstand, ihre sonore Bruststimme, verbunden mit einer schönen Alttiefe, bezauberten allgemein, und versprachen schon zum Voraus die künftige Künstlerinn. Kapellmeister Peter Winter bildete nun ihren Gesang, und die berühmte Hofschauspielerinn Franziska Antoin, geborne Amberger, unterrichtete sie in der Schauspielkunst, und erhöhte so ihre Grazie und Kunst. Als sie nun in folgenden deutschen Opern, z. B. als Diana, im Baum der Diana, mit Musik von Martini, als Gräfinn Almaviva, in der Hochzeit des Figaro; als Donna Elvira im Don Juan, mit Musik von Mozart; als Königinn in Lilla, oder Schönheit und Tugend, ebenfalls mit Musik von Martini; als Gräfinn von Artois und Flandern, in Richard Löwenherz, mit Musik von Gretry u. s. m. aufgetreten war; so ward sie der Gegenstand allgemeiner Bewunderung, zumal ihr Talent so schnell emporragte, und so mächtig sich erhub. Ihre Schönheit, und ihr einnehmendes Wesen, brachten ihr mehrere Liebhaber zuwegen; allein nur einer von allen blieb erhört. Mit diesem verließ sie München, und begab sich nach Mainz, wo sie mit gleichem Beifalle sang und spielte. Aber hier starb bald ihr Liebling. Sie verließ diesen Ort des Schmerzens, besuchte nun andere Theater, und war überall beliebt. Endlich zog sie sich in das häusliche Privatleben zurücke, nachdem sie mit einem französischen Offizier in nähere Bekanntschaft gerieth, und lebte ein glückliches Leben, das jedoch nur zu frühe der Tod zu Mainz i. J. 1807 geendet hat. Musik und Schauspiel verloren vieles an dieser Künstlerinn.


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