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Lorenz Hübner (GND 117045403)


Daten
Nachname Hübner
Vorname Lorenz
GND 117045403
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft, Politik, Kunst


BSB Lorenz Hübner in der BSB

HÜBNER (Lorenz), Mitglied der kurbaierischen Akademie der Wissenschaften, und kurfürstlicher wirklicher geistlicher Rath in München, ein Bruder des Vorigen, geboren zu Donauwörth am 2ten Aug. 1753. Er studirte zu Amberg in der obern Pfalz, wurde hierauf im 15ten Lebensjahre in den Orden der Iesuiten aufgenomen, wo er bis zur Aufhebung derselben blieb. Er begab sich dann seiner Neigung gemäs auf das Studium der Rechte, aber bald darauf, blos durch Zudringen seiner Eltern bewogen, auf die geistlichen und theologischen Wissenschaften, ward derselben. Doktor, erhielt die Ordinationen, und im Iahr 1775 zu Burghausen den Lehrstuhl der französischen und italienischen Sprache und der Realschule. Nach einem Iahre rükte er als Professor zur rhetorischen Klasse vor, und ersezte zugleich den abgegangenen Lehrer der philosophischen Moral. Nachdem die Schulen den Mönchen eingeräumt worden, fieng Hübner im Iahr 1779 zu München mit kurfürstlicher Bewilligung die Münchner Zeitungen zu verfassen und zu verbessern an, fand es aber nicht für gut, dieses Geschäft unter den Launen eines Verlegers (den er selbst in Vorschlag gebracht, aber bald nicht zu seinen nützlichen Absichten tauglich gefunden hatte) damals in München fortzuführen, sondern gieng nach vierthalb Iahren, nämlich am Ende 1783, auf Uebereinkunft mit dem weisen Erzbischofe und Fürsten Hieronymus nach Salzburg, übernahm dort den Selbstverlag der politischen, so wie der literarischen Zeitungen, denen er bald grosse Celebrität verschafte, und verblieb zu Salzburg bis Ende 1799, wo er sich, auf den Ruf und die Genehmigung der neuen, unter Kurfürst Maximilian IV. für die Literatur so glücklichen Regierung, nach München begab. Hier übernahm er den Selbstverlag der Literatur- und politischen Staatszeitungen, wurde kurfürstlicher geistlicher Rath und frequentirendes Mitglied der kurfürstlichen Akademie der Wissenschaften, und stiftete noch ein eigenes baierisches Wochenblatt, um an der allgemeinen Aufklärung des Vaterlandes, mit vielen andern edeln Männern, thätig zu arbeiten. Ich könnte dieser kurzen Skizze von Hübners Schicksalen noch manche interessante Data beyfügen: aber ich will seine Bescheidenheit eben so wenig öffentlich beleidigen, als seine Feinde öffentlich beschämen.

Seine Schriften sind:

Untersuchung verschiedener Wassersorten, 4. Burghausen 1775.

Abhandlung vom Luxus oder schädlichen Pracht, 4. ebendas. 1776.

  • Grundsätze der Numismatik, 8. ebend. 1776.
  • Ueber P. Iosts Vorschlag, die Inquisition in Baiern einzuführen, (München), 8. 1779.
  • Freymüthige Blicke des Philosophen ins Mönchswesen, 8. 1779.
  • Der philosophische Geist: unsers Iahrhunderts (aus dem Franzosischen frey übersezt), 8. München 1780, 1 Alph. 2 Bog.
S. Nürnb. gel. Z. 1781, S. 251.
  • An Verführer und Verführte. Nachtrag zu den Vorboten des neuen Heidenthums, (eine Satyre), 8. München b. Strobl 1781. Nachgedrukt zu Augsburg 1782, und Pressburg 1782.

Gedanken über den Brand im Getraide, 4. Burghausen 1782.

  • Vernünftige teutsche Rechtschreibung, nach den Grundsätzen der Sprachenkunde von L. H. für Baiern. 8. München 1782, 2 Bog.
S. Annalen der bair. Lit. B. III. S. 137.

Hainz von Stein, der wilder ein vaterländisches Schauspiel, 8. München bey Strobl 1782.

S. ADB. 53 B. II. S. 407.
  • Dringende Vorstellungen an Menschlichkeit und Vernunft um Aufhebung des ehelosen Standes der katholischen Geistlichkeit. (München), 8. 1782, 1 Alph. 2 Bog.
S. Nürnb. gel. Z. 1782. S. 569. Annalen der bair. Lit. B. III. S. 45--58. Weckhrlins Chronologen B. 10, n. 2. Seilers theol. Bibl. 1782. Der Freymüthige, Monatschr. 1782, B. II. S. 416--424.
  • Charrons wahre Weisheit, aus dem Französischen, mit einer Vorrede, 2 Bände, München,

Tankred, ein musikalisches Schaulpiel, aus dem Italienischen übersezt. München, 8. 1782.

  • Der dramatische Censor, 6 Hefte, (in Gesellschaft mit Prof. Babo). 8. München b. Strobl 1783.

Camma, die Heldin Bojariens, ein vaterländisches Schauspiel in 5 Aufzügen 8. ebend. 1784, 9 Bog.

S. ADB. 63, B. II. S. 415.

Physikalisches Tagbuch für Freunde der Natur. (In Gesellschaft mehrerer Gelehrten herausgegeben), vier Iahrgänge in VII. Bänden, mit Kupfern Salzb rg, 8. 1784--1787.

S. Ien. ALZ. 1787. II. S. 241, und III. S. 614. Obert. ALZ. 1788, I. S. 593. Münchner Intelligenzblatt 1786, S. 279.

Zum traurigen Angedenken der Ueberschwemmumgen einiger Gegenden Oberteutschlands im Iunius, 8. 1786.

Salzburger -- Musenalmanach auf das Iahr 1787, 12. 215 S.-- Auf das Jahr 1788, 250 S.

S. Ien. ALZ. 1787, III. S. 494. Obert. ALZ. 1788. I. S. 457. ADB. 80 B. II. S. 443.

Rosen auf das Grab Friedrich des Einzigen, oder gesammelte Anekdoten aus dem Leben dieses grossen Königs, 12 Hefte in 2 Bänden, Salzb. 8. 1787.

S. ADB. 87 B. II. S. 498.
  • Geschichte verschiedener hierländischen Baumwollenarten, und ihres ökonomischen Nutzens; gesammelt und herausgegeben von L. II. Salzburg, 8. 1788. 92 S.
S. Ien. ALZ. 1788. IV. S. 591. ADB. 95 B. II. 510. Beckmanns phys. ökon. Bibl. B. 16, St. 4. S. 493.

Lebensgeschichte Iosephs II. Kaisers der Teutschen, oder Rosen auf dessen Grab, 8. Salzburg 1790, 580 S. 12 Hefte oder 2 Bündchen.

S. Obert. ALZ. 1790, II. S. 271--275. Ien. ALZ. 1792, I. S. 525.

Beschreibung der hochfürstlich erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg und ihrer Gegenden, verbunden mit der ältesten Geschichte. Erster Band. Topographie, nebst 2 K. Salzburg, in eignem Verlage, 8. 1792, 594 S. nebst Einleitung 32 S. Zweyter Band. Statistik, nebst 1. Kupf. ebend. 1793, 620 S.

S. Obert. ALZ. 1793, I. S. 649--652. Ien. ALZ 1796, III. S. 585--590, und 593--597. Göttinger gel. A. 1795. III. S. 1419--1423. und S. 1451--1455.

Beschreibung der hochfürstlich erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg und ihrer Gegenden, vorzüglich für Ausländer und Reisende,0 aus seiner grössern Beschreibung von ihm selbst zusammengetragen. Nebst dem Grundriss der Stadt und ihres Bezirks, 8. Salzb. 1794, XXIV. und 442 S.

S. Ien. ALZ. 1796, III. S. 585.

Beschreibung des Erzstiftes und Reichsfürstenthums Salzburg in Hinsicht auf Topographie und Statistik. Erster Band. Das salzburgische flache Land. 2ter Band das salzburgische Gebirgland, Pangan, Lungau und Pinzgau. 3ter Band. Die übrigen Gebirgsortschaften und die ausländischen Herrschaften des Erzstiftes nebst dessen Beschreibung im Allgemeinen. Alle 3 Bände mit fortlaufenden Seitenzahlen 1004 S. und Register. Salzburg im Verlag des Verf. 8. 1796.

S. Obert. ALZ. 1796. I. S. 866. Würzburg. gel. Z. 1796. S. 490 und 501. Nürnb. gel. Zeitung 1797.

Reise durch das Erzstift Salzburg zum Unterricht und Vergnügen. Nebst Stundenzeiger und Strafsencharte, 8. 1796, 70 S.

S. Obert. ALZ. 1796. I. S. 866. Nürnberger gel. Z. 1797. S. 354. Würzb. gel. Z. 1796, S. 505.

L. Hübners Abschied vom Mönchsberge in Salzburg am Schluss des Iahrs 1799. Seinen Freunden zum Andenken, 12. 95 S.

Abhandlung über die Analogie der elektrischen und magnetischen Kraft: in den neuen, philosophischen Abhandlungen der bair. Akademie B. II. S. 351--384.

Oberteutsche allgemeine Literaturzeitung (in Verbindung mit vielen Mitarbeitern), 4. Salzb. 1788--1799. München, 4. 1800--1803.

Vom Iahr 1779 bis 1784 gab er heraus: die von ihm ganz neu eingerichtete Münchner Staatszeitung, nebst dem Iournal unter dem Titel: Münchner gelehrte Beyträge. Vom Iahr 1784 bis 1799 gab er zu Salzburg heraus die oberteutsche Staatszeitung; das Salzburger Intelligenzblatt; und die monatlichen, gelehrten Beyträge zur Literatur Oberteutschlands in 4. und seit 1791 anstatt der leztern: Räsonirendes Magazin des Wichtigsten aus der Zeitgeschichte, 8. Salzb.

Im Iahr 1800 gab er in München heraus: die oberteutsche Staatszeitung; und 1801, vom Iahr 1802 an unter dem Titel: Kurpfalzbaierische Münchner Staatszeitung.

Münchner Anzeiger, 4. von 1800 an.

Das baierische Wochenblatt, 4. München, 1ster Iahrgang 1800, 2ter Iahrg. 1801. Vom Iahr 1802 an unter dem Titel: kurpfalzbaierisches Münchner Wochenblatt.

Viele anonyme Schriften, Uebersetzungen und Aufsätze in Iournalen.

Im Iahr 1802 kündigte er eine topographische Beschreibung der kurfürstlichen Haupt- und Residenzstadt München an.

S. Eigne Sammlungen. Privat-Nachrichten. Sandbichlers Revision der Augsburg. Kritiker 1791, Einleit. S. 50--55 Alte Grundsätze des Iesuiternordens und neuere Versuche u. s. w. 1799, S. 59--61. Hübners Beschreibung von Salzburg B. II. S. 595--596. Meusels gel. Teutsch. 5te Aufl. B. III. S. 448--450. Heinsius allg. Bücherlexikon B. II. S. 296.

Nachtrag aus: Baader 1804 Gelehrtes Baiern

S. 536. HÜBNER (Lorenz) -- zum Schriftenverzeichniss gehört: Beschreibung der kurbaierischen Haupt- und Residenzstadt München und ihrer Umgebungen, verbunden mit ihrer Geschichte. Erste Abtheilung, Topographie, 8. München im eignen Verlag 1803, der 2te Band ist unter der Presse.


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