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Iohann Baptist Homann (GND 118553321)


Daten
Nachname Homann
Vorname Iohann Baptist
GND 118553321
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Iohann Baptist Homann in der BSB

HOMANN (Iohann Baptist), Mitglied der königlich preuss. Akademie der Wissenschaften zu Berlin, Geographus des Kaiser Karl VI. und Landchartenmacher zu Nürnberg. Dieser berühmte Mann, von dem noch die Homannische Landchartenofficin zu Nürnberg den Namen führt, gehört, als auf baierischem Territorio geboren, hieher. Er kam am 20sten März 1664 im kurbaierischen Mindelheimischen Dorfe Kamlach zur Welt, studirte bey den Iesuiten zu Mindelheim, und gieng im 20sten oder 22sten Iahre seines Alters zur protestantischen Konfession über. Er kam nach Nürnberg, verlegte sich aufs Kupferstechen, und brachte es in wenigen Iahren mit seinem ausserordentlichen Genie zur Kunst, und anhaltender Uebung so weit, dass er bald berühmt wurde. Er stach zuerst für Iak. von Sandrat und Dav. Funk verschiedene Landcharten, und wurde um 1690 nach Leipzig berufen, um die Charten zu Cph. Cellarii notitia orbis antiqui zu stechen, die er auch, wie bald darauf, bey seiner Zurückkunft zu Nürnberg, die Charten zu P. Heinrich Scherers Atlas, mit allem Beyfalle zu Stande brachte. Im Iahr 1702 wagte ers, selbst einen Landchartenhandel anzulegen, und lieferte zuerst die Kriegscharte von Italien 1702 in eignem Verlage. Seine bald darauf gelieferten Charten versah er 1714 mit einer von Doppelmayr verfertigten Einleitung zur Geographie, und brachte dann auch den Hübnerschen Atlantem methodicum, mit 18 Karten an das Licht. Er verfertigte kleine Sphäras armillares, erfand und verfertigte kleine Taschen -- Globos, und eine geographische Universaluhr. Mit dem Studium der Geographie verband er jenes der Astronomie, brachte bald nach 1706 einen astronomischen Atlas zum Vorschein, und war Mitarbeiter an dem, erst nach Homanns Tode ganz vollendeten, und von Doppelmayr sammt einer Einleitung, und mit 30 Tabellen im I. 1742 herausgegebenen astronomischen Werke. Sein Ruhm wurde so ausgebreitet, dass er 1715 von der königlichen Akademie der Wissenschaften zu Berlin zum Mitglied aufgenommen, und im nämlichen Iahre von Kaiser Karl VI. zu dessen Geographus ernannt, und mit einer goldenen Kette und Medaille beschenkt wurde. Im Iahr 1722 ernannte ihn der russische Kaiser Peter zu seinem Agenten, und beschenkte ihn mit 2 grossen goldenen Medaillen und einer goldenen Kette. Er starb am 1sten Iul. 1724.

S. Doppelmayrs Nachrichten von Nürnb. Künstlern. Haubers Beytr. zu Iöchers Gel. Lex. S. 41. Wills Nürnberg. Gel. Lex. B. II. S. 197. Hagers geograph. Büchersaal B. I. St. 5, S. 379. Geschichte der Homann. Officin in Eyrings literar. Almanach S. 24. Nicolai Reise B. I. S. 391. Ladvocats fortgeseztes hist. Handwörterbuch, Th. II. S. 1931.


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