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Maximus Imhof (GND 117129925)


Daten
Nachname Imhof
Vorname Maximus
GND 117129925
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft


BSB Maximus Imhof in der BSB

IMHOF (Maximus), Mitglied der kurbairischen Akademie der Wissenschaften, und Direktor der physikalischen Klasse an derselben, kurfürstlicher Hofbibliothekar, und Professor der Physik und Chemie am kurfürstlichen Schulhause in München. Er wurde am 26ten Iul. 1758 zu Reissbach am Vilsthale in Niederbaiern geboren, studirte zu Landshut, und tratt im Iahr 1780 in den Augustinerorden, wo er im Iahr 1782 Priester wurde, und innerhalb 5 Iahren die Studien der Philosophie und Theologie absolvirte. Im Iahr 1786 wurde er am Augustinerkloster zu München Lektor der Philosophie, Mathematik und Physik, die er 4 Iahre durch lehrte. Im Iahr 1790 bestieg er im Kloster den theologischen Lehrstuhl, und im Monat März eben dieses Iahrs nahm ihn die kurfürstliche Akademie der Wissenschaften zu München als ordentliches Mitglied der philosophischen Klasse auf. Im Iahr 1791 wurde er Professor der Physik, Mathematik und Oekonomie am kurfürstlichen Lyceum in München, welches Lehramt er auch sieben Iahre lang versah, beym Ende eines jeden Schuljahrs seine Schüler einer öffentlichen Prüfung aus der Physik und höhern Mathematik ausstellte, und dabey die aus seinen jährlichen Vorlesungen ausgehobenen Lehrsätze zum Drucke beförderte. Er wurde auch kurfürstlicher Büchercensurrath. Im Iahr 1792 errichtete die kurfürstliche Akademie der Wissenschaften durch ihn den öffentlichen Lehrstuhl für Vorlesungen aus der Experimentalphysik und Chemie, die er vor einer grossen Anzahl junger Naturfreunde von verschiedenem Stande seitdem wöchentlich zweymal giebt. Im Sept. 1798 verliess er, seiner schwachen Gesundheit wegen, den theoretisch-physikalischen Lehrstuhl am Lyceum, mit Beybehaltung des akademischen aus der Experimentalphysik und Chemie, und wurde im Provinzialkapitel seines Ordens zum Klosterprior in München einstimmig erwählt. Im Iahr 1799 wurde er von Sr. kurfürstlichen Durchlaucht Maximilian Ioseph bey der Specialbüchercensurkommission als Censurrath aufs neue bestättigt und wieder zum öffentlichen Lehramte der Physik und höhern Mathematik am kurfürstlichen Schulhause berufen. Im Iahr 1800 wurde er als Lehrer der Physik bey Sr. Durchlaucht Kurprinz, und nachher auch bey Sr. herzoglichen Durchlaucht Prinz Pius ernannt. Am nämlichen Iahre im Monat März wurde er von der kurfürstlichen Akademie der Wissenschaften als Direktor der physikalischen Klasse erwählt, und als solcher im darauffolgenden Iahre wieder bestättigt. Da mit Anfang des Iahrs 1802 die kurfürstliche Hofbibliothek mit der Akademie der Wissenschaften verbunden wurde, erhielt er die 2te Bibliothekarstelle. Im nämlichen Iahre tratt er mit päbstlicher Bewilligung aus dem Orden.

Seine Schriften sind:

Positiones logicae, metaphysicae et mathematicae, 4. Monachii 1789, 30 S.

S. Obert. ALZ. 1789, II. S. 653.

Theoria electricitatis recentioribus experimentis stabilita, unacum positionibus ex universa philosophia theoretica selectis, 8. ibid. 1790.

S. Obert. ALZ. 1790, II. S. 994. Ien. ALZ. 1792, II S. 127.

Principia prima de veritate religionis christianorum unacum fontibus seu criteriis theologiae revelatae, defend. Alb. Bauer, et Angel. Fischer 1791.

S. Obert. ALZ. 1792. I. S. 329.

Epitome institutionum physices et matheseos applicatae, 8. Monachii 192, 183 S.

S. Obert. ALZ. 1793. I. S. 315, und S. 668--671.

Ueber die Verbesserung des physikalischen Klima Baierns durch eine allgemeine Landeskultur, 4. München 1792.

Grundriss der öffentlichen Vorlesungen über Experimentalnaturlehre, zum Gebrauche seiner Zuhörer und junger Naturfreunde in den Druck gegeben, 8. 1ster Theil mit 6 Kupfern, München bey Lentner 1794, 296 S. 2ter Theil 1795 446 S. mit 9 Kupf.

S. Ien. ALZ. 1796. II. S. 386. Neue ADB. 16 B. II. S. 505.

Was hat die heutige Naturkunde von den Bemühungen einiger Naturforscher und Aerzte seit einem halben Iahrhundert in Rücksicht einer zweckmäßigen Anwendung der Elektricität auf Kranke gewonnen? Beantwortet in einer öffentlichen Versammlung der kurfürstlichen Akademie der Wissensch. 4. München 1796, 79 S.

S. Obert. ALZ. 1796, I. S. 1180. Ien. ALZ. 1798, Okt. S. 41. Hartenkeils med. chir. Z. 1797, III. S. 444.

Institutiones physicae, quas in usum auditorum suorum elucubravit, 8. Monachii 1796, (von I. G. Prändl in das Teutsche übersezt: Anleitung zur Naturlehre, 8. Amberg 1801).

S. Obert. ALZ. 1801. II. S. 1028--1030.

Anfangsgründe der Chemie zum Gebrauche für öffentliche Vorlesungen an der kurfürstlichen Akademie der Wissenschaften, 8. München bey Lentner 1802, 247 S.

S. Obert. ALZ. 1802. Aug. S. 361.

Rede über das dringende Zeitbedürfniss in unserm Vaterlande, die Anzahl der Studirenden zu vermindern, und ihre Zurückweisung ins bürgerliche Leben durch angemessene Mittel zu erleichtern, München bey Lentner 1803, 36 S. 8.

Sein Porträt ward von Bock zu Nürnberg, und (ungleich besser) von Rauschmayr zu München in Kupfer gestochen.

S. Eigne Sammlungen, Privat-Nachrichten. Bocks Sammlung von Bildnissen gelehrter Männer, B. II. Heft 12. Meusels gel. Teutschl. 5te Aufl. B. III. S. 541.


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