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Iakob Anton Kollmann (GND 100196721)


Daten
Nachname Kollmann
Vorname Iakob Anton
GND 100196721
( DNB )
Wirkungsgebiet Wirtschaft


BSB Iakob Anton Kollmann in der BSB

KOLLMANN (Iakob Anton), Kanonikus am U. L. Frauenstift, und kurfürstlicher wirklicher geistlicher Rath zu München. Er wurde am 21sten Iul. 1728 zu Friedberg in Oberbaiern, wo sein Vater kurfürstlicher Holzforster und Iäger war, geboren, studirte bey den Iesuiten in Augsburg, wurde 1752 Weltpriester, kam dann als Hofmeister nach Linz in Oberösterreich, wo er 4 Iahre lang blieb, und kehrte darauf wieder nach Friedberg, wo er sogleich Stadtkaplan wurde, zurück. Er besass eine überaus glückliche und gleichsam angeborne Gabe zu überreden, und hatte das, was man im Vortrag populär nennt, ganz in seiner Gewalt. Seine Predigten zogen ihm daher eben so bald einen eben so ausserordentlichen Ruf und Zulauf des Volkes zu, als ihn sein gefälliges und verdienstvolles Betragen überall beliebt und berühmt machte. Im Iahr 1761 erhielt er die Pfarrey zu Mehring, von welcher er aber 1766 auf die Pfarrey Hochdorf befördert ward. Da er bey jeder Gelegenheit seine aufgeklärte Denkart bewies, und auf eine ihm sehr vortheilhafte Art in München bekannt wurde, so erhielt er im Iahr 1770 dahin den Ruf als frequentirender kurfürstlicher wirklicher geistlicher Rath, mit einer Präbende am kurfürstlichen Kollegiatstifte zu U. L. Frauen, und ward dadurch in den Stand gesezt, seine Fähigkeiten und gesammelten Kenntnisse ganz für das allgemeine Wohl zu verwenden, welches er auch im vollsten Maase that. Im I. 1773 wurde er mit Herrn von Steeb (damaligen Revisions- und geistlichen Rath zu München, und nachmaligem Reichshofrath zu Wien) Konkommissär über die bürgerlichen, und vom Iahr 1774 bis 1777 auch über die sämmtlichen lateinischen oder gymnastischen Schulen des ganzen Landes. Er war den Bedürftigen ein mitleidiger und wohlthätiger Mann, und guten Menschen ein warmer, standhafter, mit Rath und That thätiger und aushaltender Freund. Der Religion hieng er mit wahrer Ueberzeugung, ohne Andächteley an, und sein Vaterland liebte er mit warmem Enthusiasmus. Unter seine vielen Verdienste gehört auch, dass er zu München mit dem Gastwirthe Albert die sogenannte mildthätige Gesellschaft stiftete. Am 5ten Okt. 1787 verlor er zu Affing in Oberbaiern durch ein unglücklicherweise losgegangenes Schussgewehr unversehens sein Leben.

Im Drucke erschienen nur von ihm:

Aufsätze (meistens ökonomischen Innhalts) in Westenrieders baierischen Beyträgen 1779.

Bey dem berühmten Streite in Baiern, zu Sterzingers Zeiten, wider und für die Hexerey, schlug sich Kollmann zu Sterzingers Parthey, und vertheidigte ihn in einer anonymen Schrift.

S. Westenrieders Beyträge zur vaterländischen Historie B. I. S. 376--381. Nikolai Reise B. VI. S. 567. Ladvokats fortges. histor. Handwörterbuch Th. VIII. S. 187.


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