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Georg Friedrich Kordenbusch von Buschenau (GND 11633939X)


Daten
Nachname Kordenbusch von Buschenau
Vorname Georg Friedrich
GND 11633939X
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft


BSB Georg Friedrich Kordenbusch von Buschenau in der BSB

KORDENBUSCH von Buschenau (Georg Friedrich) Medikus zu Nürnberg; gebohren am 15. August 1731 zu Peringersdorf im Nürnbergischen, wo sein Vater Friedrich Kordenbusch Pastor war. An den Schulen zu Nürnberg erhielt er gründlichen Unterricht, und 1750 gieng er nach Altdorf, wo er Medizin studirte, und 1753 das Doktorat erhielt. Er übte sich dann, theils in Strasburg, theils in Harlem, Haag, Leiden, und Utrecht, in der Anatomie und Chirurgie, und wurde im J. 1755 in Nürnberg Physikus. Im Jahre 1769 übernahm er, neben seiner ärztlichen Praxis, am Egidianischen Auditorium den Lehrstuhl der Physik und Mathematik. In demselben Jahre wurde er von der Kaiserl. Akademie der Naturforscher zum Mitglied aufgenohmen. Im J. 1790 wurde sein Wappen und Lehenbrief, den die Familie bereits seit 1651 besaß, vom Kurfürsten von Pfalzbaiern als Reichsvikarius erneuert, und Doktor Kordenbusch sammt seiner Descendenz in den Reichs Ritter u. Adelstand mit dem Prädikat Kordenbusch von Buschenau erhoben. Im J. 1793 brachte er das adeliche Gut Thumenberg käuflich an sich. Den 18. August 1796 wurde er, auf Befehl des französischen Generals Jourdan, mit mehreren Nürnbergischen Patritiern und Kaufleuten nach Frankreich als Geisel abgeführt und kam den 20. Julius 1797 wieder in Nürnberg zurück an. Er besaß viele, und mannigfaltige gelehrte Kenntnisse, war ein geschickter praktischer Arzt, und seine Lieblings Studien waren Mathematik und Astronomie. In der praktischen Geometrie, und im Zeichnen war er sehr geübt. Er starb am 3. April 1802. Von ihm erschienen:

Vergl. Will’s u. Nopitsch Nürnberg. Gel. Lex. B. II. S. 347 u. B. VI. S. 255--258. Waldau neue Beyträge B. I. S. 494--504. u. S. 541--546. Meusel’s gelehrtes Teutschl. B. IV. S. 230--232. u. B. XI. S. 452. Birkner’s Opfer der Freundschaft, dem Andenken Kordenbusch. 4. Nürnb. 1802. Fikenscher’s gel. Baireuth B. V. S. 113 Rotermund’s Lexikon B. III. S. 733--735. Blätter literarische B. III. S. 129. u. 275. Ersch Handbuch der teutschen Lit. Abth. V.

  1. 1. Diss. inaug. de Polyposiae noxis. 4. Altd. 1753.
  2. 2. Tabulae osteologicae, ab ill. D. Trew inceptae. Fol. Latein. u. Teutsch.
  3. 3. Progr. de cura et cautione necessaria adhibenda circa observationes coelestes. ratione habitationum observatarum. 4. Nor. 1769.
  4. 4. Physikalische u. moralische Untersuchung der Frage: ob die Erscheinung der Kometen etwas besonders zu bedeuten habe? Mit 2 Kupfern. Nürnberg b. Ammermüller. 8. 1769.
  5. 5. Bestimmung der denkwürdigen Durchgänge der Venus durch die Sonne in den Jahren 1761 u. 1769; aus den besten Himmelstafeln berechnet. 4. Nürnb. b. Raspe 1769.
  6. 6. Ein Kupferstich mit der Inschrift: Utrumque haemisphaerium coeleste ad a. 1769 ex observationibus Cl. abb. de la Caille, quoad fixas reductum, in quibus cometae nupperrime apparentis via accurate determinatur. Norimb. 1770.
  7. 7. J. B. Rost astronomisches Handbuch, durchgehends übersehen, verbessert, ergänzt, u. mit Zusätzen von der Sphärik, Theorik, Projektion u. Trigonometrie vermehrt. IV. Bände. Nürnb. b. Felsecker. 4. 1771--1774.
  8. 8. Berechnung der partialen Mondsfinsterniß. 8. eb. 1773.
  9. 9. Berechnung der zahlreichen Zusammenkunft verschiedener Planeten, welche den 7. u. 8. Mai 1774 des Morgens zu beobachten ist. 8. eb. 1774.
  10. 10. Des Peter le Clerc Beschreibung einer Himmelskarte, welche vor das J. 1780 aus den neuesten Beobachtungen der geschicktesten Akademisten gezeichnet worden; aus dem Französischen, zur Erläuterung mit Anmerkungen versehen, u. mit einer Vorrede, welche die Geschichte der Stern Verzeichnisse bis auf unsere Tage kürzlich berührt, vermehrt. Mit Kupfern. eb. 4. 1778.
  11. 11. Anfangsgründe der Weltbeschreibung, oder der Astronomie, worinnen die nützlichsten Wahrheiten der himmlischen Naturlehre so deutlich vorgetragen werden, daß sie auch Diejenigen begreiffen können, die nicht den mindesten Begriff von der Grössenlehre besitzen. Herausgegeben v. Hrn. Mentelle, u. aus der 2ten Pariserausgabe ins Teutsche übersetzt. Erste Abtheilung. Nürnb. b. Weigel. 8. 1788. 156 S. 2te u. letzte Abtheilung, mit einer Beschreibung der künstlichen Himmelskugel, nebst vielen Aufgaben, die sehr nützlich sind, vermehrt. eb. 1789. 290 S. [1]
  12. 12. J. G. Paradies Himmelskugel, in 6 Karten abgebildet. Aus dem Lateinischen. Fol. Nürnb. 1789.
  13. 13. Etwas von der Polhöhe zu Nürnberg, der geographischen Länge dieser Stadt u. der Polhöhe zu Altdorf; in Will’s Briefen über eine Reise nach Sachsen 1785. S. 278--304.
  14. 14. Er lieferte eine Karte des Pegnizflußes, mehrere geometrische Grundrisse und Prospekte, die nach seinen Abzeichnungen in Kupfer gestochen wurden.
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Fußnoten

  1. s. Jen. Lit. Z. 1788. III. S. 91. u. 1790. I. S. 431. Allg. t. Bibl. B. 89. II. S. 469.