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Franz Kraus (GND 129127337)


Daten
Nachname Kraus
Vorname Franz
GND 129127337
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Franz Kraus in der BSB

Kraus, (Franz) ein Maler aus Augsburg, begab sich nach Venedig und besuchte dort die Schule des Joh. Baptist Piazetta[1]. Er hielt sich einige Zeit zu Bern auf, und malte einen Theil des Gewölbes in der Kirche zu Maria Einsidel in der Schweiz, wo er um das Jahr 1755 in einem Alter von ungefähr 50 Jahren starb. Seine Zeichnungen, besonders bei Händen und Füßen, sind sehr gut; allein sein Kolorit ist stark und gelblicht. Sein Pinsel ist leicht und seine Züge sind fest, jedoch malte er mehr trocken, als glänzend. Er hatte den Wahn, durch die schwarze Farbe seinen Gemälden mehr Kraft zu geben, wodurch aber die meisten zu schwarz ausfielen. Seine Gemälde verbleichen zu früh, weil er sich hierbei zu stark des Auripigmentums und des Beergelbs bediente. Trotz dieser Fehler hatte er doch zu viele Einbildung auf seine Kunst, und schätzte andere Künstler zu gering. Wenn auch gleich sein Genie nicht zu fruchtbar gewesen; so gehört er doch immer unter die Reihe guter Künstler. Seine vornehmsten Gemälde besitzt die Karthause zu Dyon. Hagedorn am a. O. S. 239. Von diesem Kraus war im Speisesaal des Bittricher Nonnenklosters zu München ein Gemälde auf Leinwand, das einen im Schoose seiner Mutter schlafenden Jesus vorstellt.


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Fußnoten

  1. Der Sohn des Jakob Piazetta, eines venetianischen Bildhauers, den der Vater für seine Kunst verwenden wollte, woran aber der Sohn kein Behagen hatte, sondern den Pinsel ergriff, und bei Molinari, einem mittelmäßigen Meister, lernte. Er gieng nach Bologna, und studirte dort nach Carraccio und Quercino Werken, wußte sich aber doch eine beßere Manier, als die venetianische ist, und mehrere Kenntniß vom Helldunkel zu erwerben. Eines seiner ersten Gemälde, das er öffentlich aussetzte, wurde um 120 Zechinen verkauft. Seine Gemälde zeichnen sich durch einen kühnen Pinsel aus. Sein Kolorit ist übrigens unangenehm, und seine Zeichnung hat viel unregelmäßiges. Im Jahre 1750 wurde er erster Direktor der zu Venedig neu errichteten Akademie, und starb 1754 im 72sten Jahre seines Alters. J. D. Fiorillo Geschichte d. zeichn. Künste. (Göttingen 1801.) Theil II, S. 184.