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Joh. Philipp Krieger (GND 100833136)


Daten
Nachname Krieger
Vorname Joh. Philipp
GND 100833136
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Joh. Philipp Krieger in der BSB

Krieger, (Joh. Philipp), geboren zu Nürnberg 1649 den 26. Februar, wo sein Vater Johann ein angesehener Kaufmann gewesen, erlernte als Knabe von 8 Jahren das Klavierspielen bei Johann Drechseln, einem Schüler des Froberger, und machte hierinn solche bedeutende Fortschritte, daß er in seinem 16ten Jahre zu Koppenhagen die Dienste des Königl. Dänischen Kammermusikus und Organisten an der deutschen Kirche zum heil. Peter, Johann Schröder, in dieser Kirche fünf Jahre lang versah. Hier hatte er Gelegenheit bei dem Königl. Kapellmeister Förster Unterricht in den Regeln der Komposition zu erhalten, und da er hierinn den Grund gelegt hatte, begab er sich anfangs nach Holland, dann aber nach Baireuth, wo ihn der Markgraf anfangs als Hoforganist, dann aber zu seinem Kapellmeister ernannte. Krieger suchte sich in seiner Kunst mehr zu vervollkommnen, und unternahm daher 1672 eine Reise nach Italien, studirte in Venedig bei Rosenmüller, und zu Rom bei Abbatini die Komposition, und nahm selbst im Klavierspielen noch Lection beim Pasquini, dann in Neapel bei Rovetta, Organisten bei St. Marco. Als er sich in der Komposition sowohl, als auch im Klavierspielen stark genug fühlte, verließ er Italien, und begab sich nach Wien, wo er sich am dortigen Kaiserhofe hören ließ. Groß war der Beifall, den er sich erwarb, und der Kaiser belohnte seine Kunst dadurch, daß er ihm sein Bildniß in Gold gepräget an einer goldenen Kette verehrte, und ihn noch überdieß in den Adelstand erhob. Er begab sich hierauf in die Markgräflich Baireuthische Dienste zurücke, und kam endlich als Kapellmeister an den Fürstl. Weissenfelsischen Hof, wo er den 6. Februar 1725, mit Zurückelassung eines Sohnes, Johann Gotthelf, der in Weissenfels den 13. Sept. 1687 geboren, und nach seines Vaters Tode als Kapell-Direktor angestellt worden, gestorben ist. Matthes. Crit. Mus. T. II. p. 169. Von seiner Komposition wurden folgende Werke gedruckt: a) XII. Suonate a 2 Violini, e Contr. Basso. (1688. Op. I.) b) XII. Suonate a 2 Violini e Viola da Gumba. (1693. Op. II.) c) Auserlesene Arien. 2 Theile. d) Lustige Feldmusik[1] auf vier blasende oder andere Instrumente gerichtet. e) Musikalischer Seelenfrieden, oder geistliche Herzensfreude, aus 20 deutschen und lateinischen Psalmen, ingleichen andern Texten, a Voce sola mit 1 oder 2 Violinen, theils obligato, theils a beneplacito. (Nürnb. 1697. Zweite Auflage daselbst 1707.) In Hamburg wurden folgende Opern von seiner Komposition gegeben: 1) Wettstreit der Treue, 1694; 2) Herkules, und 3) Flora, Cecrops und Procris. Arien, aus der letzten Oper gesammelt, wurde 1690 zu Nürnberg gedruckt im Querfolio Formate.


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Fußnoten

  1. Die Macht der Musik über das menschliche Herz wird im Felde benützt, um den Soldaten unter allen Umständen munter und froh zu erhalten, und wenn die ganze Taktik auch nicht, wie der Marschall von Sachsen behauptet, auf die Musik und den Takt begründet ist, so bestättiget doch Erfahrung, daß gut gewählte Kriegslieder den Muth der Soldaten beleben und erhöhen. Sanfte und weiche Tonarten müssen daraus verbannt werden, wie schon Plato bemerkt hat, denn diese erregen Gefühle, die der Soldat verläugnen muß. Lustige Märsche müssen komponirt werden, in welchem das Lärmende dem Melodischen vorgezogen werden muß, um die ersterbenden phisischen Kräfte von neuem zu wecken. A. W. v. Leipziger Ideal einer stehenden Armee im Geiste der Zeit. (Berlin 1808.) S. 112. Julius v. Voß Fragmente über Deutschlands Politik und Kriegskunst. (Berlin 1807.) S. 134.