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Katharina Lang (GND 129476587)


Daten
Nachname Lang
Vorname Katharina
GND 129476587
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Katharina Lang in der BSB

Lang, (Katharina), die Tochter des Hofmusikus Franz Lang, wurde im Monate November 1774 zu Mannheim geboren, und kam 1778 mit ihrem Vater nach München, wo sie das Klavierspielen bei Streicher, die Singkunst aber bei der Hofsängerinn Dorothea Wendling lernte. Als sie hierinn bedeutende Fortschritte gemacht hatte, kam sie 1789 nach Italien, wo sie sich in Padua bei Bacherotti in der Singkunst ausbildete, und dann zum ersten Mal in Mantua auf dem adeligen Gesellschafts-Theater mit vielem Beifalle sang und spielte. Nun betrat sie mehrere Bühnen Italiens. Sie sang und spielte in Venedig auf dem Theater Fenice mit Crescentini in der Oper: Clemenza di Tito; zu Bergamo mit Marchesi in der Oper: Alesandro nell India; in Verona mit Matuchi in der Oper: Pirho, und in Vincenza mit Marchesi in der Oper: der französische Deserteur. Zu sehr vom Singen angestrengt hatte sie das Unglück dort ihre Stimme zu verlieren, und selbst Italien trauerte über diesen Verlust. Nun kam sie nach München zurück, widmete sich daselbst der Schauspielkunst, und heirathete 1796 den dortigen Hofschauspieler Zucearini[1]. Sie war im Klavierspielen vortrefflich, hatte eine gründliche Einsicht in der Musik, und selbst in der Komposition, und spielte, besonders zärtliche Rollen, mit vieler Empfindung, und einem warmen Gefühle; sie sprach aus dem Herzen zum Herzen, kannte keine Spiegel-Gestikulationen, und hatte weder ein Paar Arme zu viel, noch zu wenig. Geliebt und bedauert von ihrem Publikum starb sie den 4. Mai 1803 zu München.


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Fußnoten

  1. Franz Zuccarini, geboren zu Mannheim den 11. Janer 1755, kam schon 1761 zum Theater daselbst, und wurde als Tänzer anfangs gebildet. Da Churfürst Karl Theodor 1776 den Entschluß gefaßt hatte, eine deutsche Theater-Gesellschaft für seinen Hof zu bilden, und hierzu nur junge Leute zu verwenden, so meldete sich auch Zuccarini, dem die Schauspielkunst mehr, als das Tanzen behagte, hierzu, und verrieth, als er die Bühne das erste Mal betrat, ein vorzüglich ausgezeichnetes, gutes Talent. Er hatte an den berühmten Marchand ein grosses Vorbild, und erhielt dann auch das nämliche an den großen Schröder, indem ihm der Churfürst bewilligte nach Hamburg zu gehen, und dort sich auszubilden. Im J. 1780 kam Zuccarini zum Schröder, und erwarb sich großen Beifall. Endlich wurde er 1791 nach München zurück berufen, setzte daselbst seine Dienste als Hofschauspieler fort, und spielte anfangs Liebhaber -- dann aber junge Männer- und endlich Vaterrollen, welch letztere er nach des Marchand Tode übernahm, und den zu ersetzen nur er vermochte. Zuccarini ist nicht nur ein vortrefflicher Künstler erster Größe; sondern auch in jeder Hinsicht ein wissenschaftlich gebildeter, belesener Mann, und ein Schauspieler der gründliche Theorie mit Praktik verbindet, der nicht auf geradewohl, und aus Routine die Bühne betritt, sondern die Rolle, die er spielt, wohl durchgedacht hat; daher sein überlegtes, schönes und wahres Spiel. Er besitzt die Kraft das Scepter und den bebuschten Helm und das schimmernde Kleid wegzulegen, und den Hirtenstab zu ergreifen, und man wird nirgends den Künstler vermissen, überall den Charakter richtig nachgezeichnet und wahr dargestellt sehen. Er bedarf nicht einer zum tarentinischen Purpur gefärbten Wolle, nicht fremder Zierathen um zu gefallen; er handelt nur, er spricht, und ist dann seines Beifalles sicher. Zuccarini ist überdieß noch ein selbständiger Schauspieler, der aus sich selbst hervorgieng, sich nur an die Natur hält, und daher jede sclavische Kopie haßt. Uebrigens ist sein Kunsteifer so groß, daß er nicht nur vortreffliche Schauspieler und Schauspielerinnen schon gebildet hat, sondern wirklich noch bildet, und so auch durch seinen gehaltvollen und unverbesserlichen Unterricht der Schauspielkunst großen Nutzen und wesentliche Vortheile verschaft. Man muß einen Zuccarini in Schiller;s Meisterwerken und in andern Trauer- Schau- und Lustspielen, von klassischen Dichtern geschrieben, auftreten sehen, um sich von seiner Kunst einen Begriff machen, und seine Größe ganz würdigen zu können.