Hinweis: Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren

Christian v. Mannlich (GND 11873069X)


Daten
Nachname Mannlich
Vorname Christian v.
GND 11873069X
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Christian v. Mannlich in der BSB

Mannlich, (Christian v.) geboren 1742 zu Straßburg, wo sein Vater (obiger Konrad) sich einige Zeit aufhielt, erlernte die Malerkunst bei diesem seinem Vater, studirte darauf in der Akademie zu Mannheim, und begab sich alsdann nach Paris, wo er seine Kunst bei Franz Boucher und Karl Vanloo, in Rom aber in der königl. französischen Akademie unter Chevalier Natoire[1] ganz ausbildete und sich vervollkommnete. Als er nach diesen gemachten Reisen nach Zweibrücken zurück kam, ernannte ihn Herzog Christian IV. zum Hofkammerrath, dann Gallerie- und Oberbaudirektor. Nachdem aber Se. jetzt regierende Majestät der König 1799 auf den Thron von Baiern erhoben wurden, nahmen Allerhöchstdieselben ihren geprüften Künstler Christian von Mannlich mit sich nach München, wo er in dortiger Gallerie, die sich aus denen von Mannheim und Düsseldorf ungemein vermehrte, als Direktor angestellt, und für seinen Geist und seine Kunst in noch größere Wirkung zum Beßten der bildenden Künste versetzt wurde. Wegen seiner Verdienste um die Kunst erhielt er vom Könige Maximilian Joseph den Verdienstorden den 19ten Mai 1808, und ebendeßwegen wurde er auch den 13ten des nämlichen Monats und Jahres zum frequentirenden Mitglied der königl. Akademie der bildenden Künste ernannt. Die königl. Gallerie besitzt von seinem Pinsel: a) Eine büssende Magdalena (des Künstlers Gattin); b) den heil. Hieronimus; c) Koriska und ein Satir, dann d) Silvio, alle auf Leinwand. Für den Herzog Christian den IV. von Zweibrücken malte er Salmacis und Hermaphrodit; dann die Nimphe Salamancis und Bacchus, in Lebensgröße, ganze Figuren, ebenfalls auf Leinwand. Diese Gemälde kamen nach Paris. Noch befindet sich von ihm in der königl. Gallerie zu München eine sehr schöne Kopie von Raphaels Madonna im Sessel: (Madonna della Sedia). Zu Esse in Savoien malte er das dortige Altarblatt: die Taufe des Christus. Auch ist von ihm Jupiter und Leda sehr schön gemalt. Der berühmte Mengs hatte in Rom alle Achtung für die Zeichnungen und Gemälde dieses Künstlers. (siehe Abondio.)

Nachtrag aus: Lipowsky Künstler II

Mannlich (Christian von). Bei diesem sehr geschätzten Künstler ist B. I. S. 194. noch zu bemerken, daß er wegen seiner Verdienste um die Kunst den 25sten November 1809 zum Mitglied des K. K. National-Instituts von Frankreich in Paris ernannt worden sey.


Vorheriger
Vorheriger
Eintrag
Seite 194 Seite 195 Seite 248 Nächster
Nächster
Eintrag


Fußnoten

  1. Karl Natoire war zu Nimes 1700 geboren, und wurde in seiner fruhesten Jugend in die Schule des F. le Moine nach Paris geschickt. Dort erhielt er 1725 den großen Preis von der Akademie, und begab sich dann nach Italien. Als er von da wieder zurück kam, überreichte er der Akademie ein Gemälde, die Venus vorstellend, wie sie für den Aeneas Waffen beim Vulkan bestellt. Es fand Beifall und Natoire wurde Mitglied der Akademie. Vom Könige wurde er 1752 als Direktor an der Akademie in Rom ernannt und zugleich zum Ritter des Michaelsorden geschlagen. Er starb 1775. J. D. Fiorillo Geschichte der zeichnenden Künste. (Göttingen 1805.) Th. III. S. 358.