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Lorenz Christoph Mitzler von Kolof (GND 11873430X)


Daten
Nachname Mitzler von Kolof
Vorname Lorenz Christoph
GND 11873430X
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Lorenz Christoph Mitzler von Kolof in der BSB

Mitzler von Kolof, (Lorenz Christoph), der Sohn eines Amtmanns zu Vettelsheim, in Diensten des Markgrafen von Ansbach, wo er den 25. Julius 1711 geboren worden, verrieth schon in seiner frühen Jugend ein besonders gutes Genie zur Tonkunst, daher sein Vater dasselbe nebst den wissenschaftlichen Studien zu kultiviren suchte, und ihm zu Ansbach, wo er am Gymnassum studirte, in der Singkunst durch den Musikdirektor Ehrmann, und auf der Violine durch den Kammermusikus Carl unterrichten ließ. Im Jahre 1731 bezog er die Universität Leipzig, wo er 1734 zum Magister der Gottesgelehrtheit promovirt wurde; allein plötzlich verließ er dieses Fach und studirte Medizin und Rechtsgelehrtheit. Als er auch diese vollendet hatte las er 1736 zu Leipzig Kollegien über Mathematik, Philosophie und Musik. Um seine tiefe Einsicht in der Tonkunst, wozu der Umgang mit dem großen Bach, dann das Lesen der Schriften des Matheson sehr vieles beygetragen hat, gab er in eben diesem Jahre eine Abhandlung: quod Musica Scientia sit, heraus, und errichtete 1738, mit Unterstützung des Grafen Joachim von Lucchesini und des Kapellmeisters Bümler eine korrespondirende Sozietät der musikalischen Wissenschaften. Adelungs musikalische Gelehrtheit. S. 7. Im Jahre 1740 komponirte er einige Oden, und gab sie gedruckt heraus; allein sie fanden keinen Beifall. Als ihn der Starost Malachowski 1745 nach Konskie in Pohlen als Lehrer der Mathematik und Philosophie für seine Söhne berief, gieng er dahin, traf aber vor seiner Abreise noch Anstalten, um die Fordauer seiner musikalischen Gesellschaft zu gründen. Im Jahre 1747 promovirte ihn die medizinische Fakultät zu Erfurt zum Doktor, und gieng dann nach Warschau, wo er eine Buchdruckerei und eine Buchhandlung anlegte, in den Adelstand erhoben wurde, und im Monate März 1778 starb. Seine musikalischen Werke sind: a) Erste, zweite und dritte Sammlung auserlesener moralischer Oden zum Nutzen und Vergnügen der Liebhaber des Klaviers komponirt u. s. w. (Leipzig 1740.) b) Vier Sonaten für die Queerflöte, wie auch für die Oboe und Violine, ingleichen so eingerichtet, daß sich solche auch mit dem Klavier nach dem damaligen Geschmacke wohl hören lassen. (Leipz. Kupfr.) Seine theoretischen Werke: a) Dissertatio, quod musica scientia sit, et pars eruditionis philosophicae. (Lips. 1734.) b) Lusus ingenii de praesenti bello augustissimi et invictissimi Imperat Caroli VI. cum foederatis hostibus, ope tonorum musicorum illustrato. (Viteb. 1735) c) Musikalische Bibliothek, oder gründliche Nachricht nebst unpartheyischen Urtheil von musikalischen Büchern und Schriften. 3 Bände. (Leipzig 1738--1754.) d) Musikalischer Starstecher, in welchem rechtschaffene, musikverständige Fehler bescheiden angemerkt, eingebildete und selbst gewachsener Komponisten Thorheiten aber lächerlich gemacht werden. Ein Wochenblatt 1740. e) J. J. Fuchs Gradus ad Parnassum, oder Anführung zur rechtmässigen musikalischen Komposition, aus dem Lateinischen übersetzt, und mit Anmerkungen versehen. (Leipz. 1742.) f) Anfangsgründe des Generalbasses. (Leipz. 1739.)


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