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Konrad Paulmann (GND 129275948)


Daten
Nachname Paulmann
Vorname Konrad
GND 129275948
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Konrad Paulmann in der BSB

Paulmann, (Konrad), aus ritterbürtigen Geschlechte zu Nürnberg, jedoch blind geboren, erlernte dort die Musik, wodurch er sich in der Folge große Celebrität erwarb. Er spielte mit ungetheiltem Beifalle Orgel, Violine, Cyther, und blies die Flöte und die Trompete, auch war er überhaupt auf allen musikalischen Instrumenten geübet. Mehrere Fürsten Europens beriefen ihn zu sich, beschenkten ihn reichlich, und ließen ihn dann mit ihren eigenen Pferden wieder fortführen. Kaiser Friedrich III. gab ihm zur Belohnung ein mit Gold durchwirktes Kleid, ein militärisches Schwert an einer goldenen Kupel, und eine goldene Kette. Der Fürst von Ferrara verehrte ihm einen mit Gold durchwirkten Mantel, nebst andern Kostbarkeiten, und Herzog Albrecht III. von Baiern, ein großer Liebhaber der Musik und selbst Tonkünstler, nahm ihn an seinen Hof zu München, und gab ihm, seiner Gattinn und seinen Kindern einen jährlichen Gehalt von 80 Gulden rheinisch. Paulmann unterrichtete mehrere junge Leute zu München in der Musik, und starb daselbst den 24. Jäner 1473. Er liegt in der Pfarrkirche zu U. L. Frau daselbst begraben, wo sein Grabstein aus Marmor, auf dem er die Orgel spielend vorgestellt ist, mit folgender Innschrift noch zu sehen ist.

Anno MCCCCLXXIII an Sant Paul bekerungs abent ist gestorben und hie begraben der Kunstreichist aller Instrumenten und der Musica Maister Conrad Paulmann Riter Burtig von Nürnberg und Blinter geboren dem Gott Genad.

Oefele script. rer. boic. T. I. p. 539.

Da am Hofe des Herzogs von Baiern damals schon ein Organist bestand, auch zu dieser Zeit, und noch später die Pfarrkirche zu U. L. Frau zugleich die Hofkirche gewesen, so ist es von selbst sehr wahrscheinlich, daß auch in dieser Kirche schon eine Orgel gestanden habe.

Von dieser Orgel spricht Zarlino (Sopplimenti musicali L. VIII. p. 290.) Dicono haverne veduto una tra oli altri nella Chiesa Cathedrale di Monace con canne di bossolo, tutte in un pezzo, grande e tonde all’ ordinario delle nostre fatte di metallo; il quale nel suo genere e di quella grandezza, é il piu antico d’aleun altro, che si trovi non solo in quella provincia, ma forse in qual si voglia parte del mondo. Nach dieser Nachricht war also in der angeführten Kirche zu München eine Orgel, deren Pfeifen aus Buxbaum und aus einem Stücke gearbeitet waren, und eben so groß und rund, wie die metallenen Orgelpfeifen in Italien. Diese Orgel war damals die älteste und größte nicht nur in Baiern, sondern vielleicht in der ganzen Welt.


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