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Balthasar Permoser (GND 118592769)


Daten
Nachname Permoser
Vorname Balthasar
GND 118592769
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Balthasar Permoser in der BSB

Permoser, (Balthasar) ist mehr unter seinem Tauf- als Familiennamen bekannt. Er ward um das Jahr 1650 zu Cammer in Baiern geboren, und lernte die Anfangsgründe seiner Kunst bei einem Bildhauer Namens Weißkirchner zu Salzburg, die er in der Folge durch öftere Reisen nach Italien ausbildete. Er arbeitete lange Zeit zu Florenz, wo man von seiner Hand zwei sehr schöne Statüen auf dem Hauptportal der Theatinerkirche, wie auch die Statue ihres Stifters sieht. Permoser war besonders in kleinen Basreliefs und Statuen von Elfenbein berühmt, und hatte vieles für den Großherzog zu arbeiten. Nach einem 14jährigen Aufenthalt daselbst gieng er nach Berlin, wo er einige beträchtliche Werke verfertigte, und sich endlich zu Dresden setzte, wo er 1732 starb, und zu Fridrichsstadt begraben wurde. Die Grabschrift heißt: »Herr Balthasar Permoser, ist geboren zu Cammer in Baiern 1650 den 1ten August, gestorben in Dresden den 20ten Februar 1732, ruht hier am Fuß des Kreuzes, welches er gebildet hat, seines Alters 81 Jahr 7 Monate. Diesem Meister im Bildhauen, kann nicht jeder sich getrauen, gleichzukommen, an Aehnlichkeit, an Stellung, Stärke, Feinheit; er gab alles, doch kein Leben, das kein Mensch, nur Gott kann geben; seine Hand macht theure Marmelstein, Wachs, Holz und Elfenbein; lebt itzt mit Gott durch seine Tugend, die er liebte von der Jugend; hier wird allzeit bleiben in Gunst und Hochachtung seine Kunst. Seinem verstorbenen Vetter zu Dank Ehren, hat dieses im Namen der Freundschaft geschrieben: M. M.[1]

Das Taufzeugniß dieses Künstlers ist folgendes: »L. J. C. Daß der vill Ehrengeachte, und Kunstreiche Herr Baltasar Bermoser Khöniglich Pohl. und Chursächsischer Hoff-Bildthauer den 13ten August ao. 1651. in dem Churbayrischen Dorf Cammer, Gerichts Traunstein, von dem Ehrbaren Christian Permoser Neumayrbauern alldort, und Anna dessen eheweib Ehlich erzeiget, von dem Wohlwürdigen Herrn Johann Poller damaligen Cooperator zu Otting und Cammer Christ Chathol. Gebrauch nach getauffet, und von dem Ehrsamen Balthasar Murr Bauersmann zu Alterfing aus dem heil. Tauff gehoben worden, würdet hiemit aus dem Pfarrtauffbuch priesterlich bezeiget. Actum Pfarrhoff Otting den 4. April Ao. 1769. Joh. Georg Buggenthaler Pfarrer zu Otting und Cammer.« In genannter Pfarrei Otting hat Balthasar Permoser vermittelst einer 1692 geschehenen Erlegung von ein tausend Gulden eine deutsche Schule gestiftet, worin die Jugend für beständig, -- oder wie er sich ausdrückt, -- zu ewigen Zeiten, sowohl im Lesen, Schreiben, Rechnen, als auch andern guten Sitten und christkatholischen Lehrstücken durch taugliche Schulhalter emsig unterwiesen werden sollte. -- Von seinen Meisterstücken zeigt man zu Wien eine schöne Statue des Prinzen Eugen, die im Lustgarten seines Pallastes ausser genannter Stadt aufgestellt ist. In der Gallerie zu Dresden verwahrt man von seiner Arbeit die lebensgroßen Statuen: Apollo und Minerva, aus sächsischen Marmor. S. Blefendorf hat nach ihm das in der St. Johannes-Kirche zu Berlin aufgerichtete Grabmal des berühmten Medailleurs Remond Falz[2] in Kupfer gestochen. Bibliothek der schönen Wissenschaften und der freien Künste. B. IX. S. 217. Hagedorn S. 334. Westenrieder. S. 365. Der berühmte Bildhauer Alfanz zu Wien, welcher zu Berlin die zwei Löwen, die am Garten-Portal des Grafen von Wallis in der Wilhelmsstrasse sich befinden, auch mehrere Vasen für diesen Garten verfertigte, war ein Schüler des Balthasar Permoser. Beschreib. d. Stadt Berl. S. 581.


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Fußnoten

  1. Vermuthlich Michael Moser, welchen Permoser zu sich genommen, ihm die Bilderkunst gelehrt, und auch in Sprachen unterrichten ließ.
  2. Einer der größten Medailleurs seiner Zeit, er wurde zu Stockholm geboren, arbeitete mehrere Jahre unter Cheron zu Paris, und erhielt dort eine jährliche Pension von 1200 Livres vom König. Im Jahre 1688 erhielt er einen Ruf nach Berlin, dem er folgte und dort im 41ten Jahre seines Alters 1703 starb. Lochner in der Sammlung merkw. Medaillen (Nürnb. 1734) liefert in der Vorrede ein Verzeichniß von den Werken dieses Künstlers.