Matthias Georg Pfann (GND 116142715)

Aus Personenlexika
Wechseln zu: Navigation, Suche
Daten
Nachname Pfann
Vorname Matthias Georg
GND 116142715
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft

PFANN (Matthias Georg) Professor der Medizin zu Erlangen; am 3. Oktober 1719 zu Bruck bei Erlangen, wo sein Vater Georg Pfann ausübender Arzt war, gebohren. Nachdem er in Nürnberg die Gymnasialklassen absolvirt hatte, gieng er zu Ostern 1736 nach Jena, wo Köhler im Naturrecht, Stellwag in der Logik, dann Reusch in der Mathematik, Hamberger in der Physik, und den Anfangsgründen der Arzneykunde, Wedel in der medizinischen Praxis, Teichmeyer in der Osteologie, Anatomie und Botanik, und Hilscher über den Börhaavschen Lehrbegriff seine Professoren waren. Um Pfingsten 1739 kam er nachst Altdorf, wo er das medizinische Studium fortsetzte. Im März 1740 begab er sich nach Strasburg, wo er die botanischen Vorlesungen Böckler’s besuchte, sich fleißig in den Spitälern einfand, im Accouchiren unter Sachs übte, dann den Unterricht in der Osteologie von Hammel, in der Anatomie von Eisenmann, und in chirurgischen Operationen von Le Riche benützte, und auch noch den Winter daselbst blieb, ob ihm gleich am 29. Junius 1740 in Altdorf in seiner Abwesenheit die medizinische Doktorswürde ertheilt worden war. Im Jahr 1741 reisete er über verschiedene Städte, wo er medizinische Anstalten und Bäder besah, nach seinem Geburtsort Bruck zurück. Er trachtete bei dem damahls ausgebrochenen Krieg eine Stelle als Feldarzt zu bekommen, als ihm 1743 ganz unvermuthet die dritte medizinische Professur auf der neuen Universität zu Erlangen übertragen wurde, wo er sich als Lehrer und auch zugleich als praktischer Arzt bald Celebrität erwarb. Um in der Folge die Güter seines verstorbenen Vaters in Bruck, nebst dessen Praxis, zu übernehmen, erhielt er auf sein Ansuchen 1750 die Entlassung von der Professur, mit dem Charakter eines fürstlich Brandenburgischen Rathes. Als ihn aber hernach verschiedene Umstände bewogen, nicht nach Bruck zu ziehen, blieb er als ausübender Arzt in Erlangen, und wurde 1752 auch Physikus bei dem Garnisons Bataillon, und 1754 wirklicher Militärphysikus mit Hofraths Charakter. Am 1. Dezember desselben Jahres übertrug man ihm wieder die medizinische Lehrstelle an der Universität; er hielt aber keine Vorlesungen mehr, weil Professor Delius ihm nicht seine ehemalige Stelle in der Fakultät einräumte, sondern den Vorrang behauptete. Er war Mitglied der Kaiserl. Akademie der Naturforscher, und starb, 43 Jahre alt, den 16. Junius 1762. Seine Schriften:

Vergl. Börner’s Nachrichten von Lebensumständen u. Schriften jetzleb. Aerzte B. II. S. 605--621. u. B. III. S. 749--750. Will’s u. Nopitsch Nürnb. Gel. Lexikon B. III. S. 139--145. u. B. VII. S. 137--139. Fikenscher’s gel. Baireuth B. VII. S. 77--83. Fikenschscher’s Gel. Gesch. der Univ. Erlangen Abth. II S. 104--108. Hirsching’s Handbuch fortges. von Ernesti B. VII. Abth. 2. S. 104--108. Meusel’s Lexikon verst. Schriftst. B. X. S. 375--377. Erlang. gel. Anzeigen 1762. n. 35. S. 277.

  1. 1. Rede am Jubiläum des Gymnasiums in Nürnberg 1733 gehalten: Von dem Rechte, teutsche Reden zu halten.Stehet in der Memoria secul. revocati ex oppido Altdorf in urbem Norimberg. Gymnasii.
  2. 2. Diss. inaug. de usu venae sectionis in rarefactione massae sanguineae nimia. Altd. 4. 1739.
  3. 3. D. de inani specifici cephalici in cephalalgia usu. 4. Erlang. 1745.
  4. 4. De luxationibus generatim. ib. eod.
  5. 5. D. de entero -- oscheoocele antiqua restitutione sacci herniosi feliciter peracta, absque bracherio et sectione curata. 4. ibid. 1748. Steht auch teutsch in seiner Sammlung S. 307--360.
  6. 6. De modo agendi medicamentorum anodynorum. 4. Erl. 1749.
  7. 7. Sammlung verschiedener merkwürdiger Fälle, welche theils in die gerichtliche, theils in die praktische Medizin einschlagen; nebst einigen, aus physikalischen u. andern medizinischen Materien bestehenden Zugabe, und einer Vorrede, wie sich angehende Physici, Practici u. Wundärzte bei Abfassung der Wund- Sections- und Krankheits-Berichte zu verhalten. 8. Nürnberg 1750. 1. Alph. u. 6 Bog.
  8. 8. Sections Bericht, so wie derselbe, bei dem an Franz Hortig verübten Morde verabfasset, u. den gerichtlichen Akten einverleibet worden. 4. Erl. 1756. Steht auch in Delius Fränkischen Sammlungen 1757. St. 9. S. 225. Erschien auch französisch: Rapport de la dissection faite du corps de Francois Hortig. 4. Erl. 1756.
  9. 9. Von dem Nutzen der Milch bei einigen, durch den schädlichen Gebrauch gewisser giftartigen Arzneyen verunglückten, Personen: Vorrede zu Dr. Walter’s Abhandlung vom Butter. 2te Aufl. 1757.
  10. 10. Merkwürdige Nachricht von 2 durch die giftigen Dämpfe der Holzkohlen verunglückten Weibspersonen, mit angefügten nützlichen Lehren u. Warnungen. 8. Erlang. 1757. Auch latein: De perniciosissimo prunarum vapore; in den Novis actis Acad. nat. curiosa Norimb. 1761. B. 2. obs. 27. S. 101--106.
  11. 11. Unpartheyische Prüfung, ob und was für medizinische Kräfte die Edelsteine besitzen? in den Erlanger gelehrten Anzeigen 1744. n. 36. S. 285--288. u. n. 37. St 291--294. (auch in seiner Sammlung, Zugabe 3. S. 36-56.)
  12. 12. Gedanken über die Wirkungen des Specifici cephalici Michaelis, oder des Dr. Michaels Hauptpulver; ebend. n. 39. S. 309--312. n. 40. S. 318-320. n. 42. S. 333--336. u. n. 44. S. 348--352. (auch in seiner Sammlung, Zugabe 4. S. 57--88).
  13. 13. Entwurf einiger Regeln, wie man sich bei Abfassung der Sections Berichte zu verhalten; ebend. 1746. n. 26, S. 201-204.
  14. 14. Medizinisches Bedenken über einen beschuldigten Kindermord; ebend. S. 205--208. (auch in seiner Sammlung S. 119--127).
  15. 15. Merkwürdige Nachricht von der Heilung eines neunjährigen Darmbruches; ebend. n. 33. S. 157--161.
  16. 16. Gegründetes Gutachten über eine zufälligerweise tödtlich gewordene Hauptwunde; ebend. n. 34. S. 165--172. (auch in der Sammlung S. 23--40).
  17. 17. Nachrichten von gelehrten Societäten überhaupt, und besonders von dem Ursprung, der Einrichtung u. denen übrigen Bemühungen der Naturforschenden Gesellschaft zu Danzig; ebend. 1749. n. 17--23. (auch in der Sammlung, Zugabe 1. S. 3--14).
  18. 18. Von der Nothwendigkeit des Aderlassens im Frühling; ebend. S. 23.
  19. 19. Nachricht, wie man denen gebräuchlichsten Gattungen vom Gifte widerstehen und sie entdecken könne; ebend. n. 22. S. 169--176.
Vorheriger
Vorheriger
Eintrag
Seite 248 Seite 249 Seite 250 Nächster
Nächster
Eintrag

Fußnoten

  1. s. Gött gel. Z. 1751. S. 31.