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Florian Pichelmayr (GND 10023481X)


Daten
Nachname Pichelmayr
Vorname Florian
GND 10023481X
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft


BSB Florian Pichelmayr in der BSB

PICHELMAYR (Florian) Schulen-Rektor zu München. Er war am 4. Mai 1747 von bürgerlichen Eltern zu München gebobren, studirte daselbst, wurde 1770 Weltpriester, und widmete sich, da zur nämlichen Zeit eine Reformation bey dem Baierischen Schulwesen begonnen hatte, dem Schul- und Erziehungsgeschäfte, und vorzüglich dem teutschen Schulfache, zu dessen Verbesserung in Baiern sein Eifer viel beytrug. Er war zwar kein Gelehrter vom ersten Range, aber er besaß vollkommen die für sein gewähltes Fach nöthigen Kenntnisse, war vom besten Willen belebt, voll Herzensgüte, Freund jeder guter Sache, jeder nützlichen Anstalt, Theilnehmer daran mit Anstrengung aller seiner Kräfte, und ganz im Stande, das auszuführen, wozu weiter umfassende Köpfe Plan und Grundriß entworfen hatten. Man hörte ihn nie über seine geringen Einkünfte, selten über Beschwerlichkeiten, aber oft über Mangel an Kräften klagen. Er erhielt ein kleines Benefizium an der U. L. Frauenkirche zu München, und wurde am Gymnasium Professor und Catechet. Im Jahre 1777 wurde ihm die Inspektion über alle teutsche Stadtschulen in München, und 1785 das Rektorat des ganzen Volksschulwesens für Ober- und Niederbaiern übertragen, welcher wichtigen Funktion er rühmlichst und mit großem Nutzen bis an seinen, den 27. Junius 1795 erfolgten, Tod vorgestanden ist. Schriften:

  1. 1. Von der Edukation und Kultur des Landvolks. 4. München 1778. [1]
  2. 2. Rede vom Nutzen der neu angelegten Realschulen in Baiern. 4. eb. 1774.
  3. 3. Von der blinden Kinderliebe unvernünftiger Eltern, und derselben schädlichen Folgen. 4. eb. 1775.
  4. 4. Ueber die Erziehung der Töchter, und die Verbesserung ihrer Schulen, in Absicht auf die besondern Eigenschaften, den künftigen Beruf, und die damit verbundenen Geschäfte des weiblichen Geschlechts, eine Rede. 4. eb. 1777.
  5. 5. Von den gewöhnlichen Fehlern bey der häuslichen Erziehung; in den Miscellanien für das Schul- und Erziehungswesen in Baiern B. I. St. 2. S. 123--148.
  6. 6. Rede von der Nothwendigkeit, die Kultur der Sitten und Lebensart mit dem Unterrichte in Wissenschaften, besonders in den niedern Schulen zu verbinden, und von einigen Hindernißen dieser Verbindung. 4. München 1781. [2]
  7. 7. Von der Wichtigkeit der Edukation der Waisen, von einigen Hindernissen, und von den schädlichen Folgen der Vernachläßigung derselben, eine Rede. 4. eb. 1783.
  8. 8. Von den Verdiensten der Baierischen Fürsten Albrecht V. und Maximilian Emanuel um das bürgerliche Schul- und Erziehungswesen; ein Beytrag zur ältern Baierischen Schulgeschichte. 4. eb. 1786. 3 Bog. [3]
  9. 9. Wie nothwendig es sey, daß die häusliche Erziehung den öffentlichen Erziehungsanstalten ernstlich und redlich mitwirke, eine Rede. 4. München bey Zangl 1789. 25 S. [4]
  10. 10. Er gab auch einige kleine anonyme gemeinnützige Schriften heraus, und ließ viele Manuscripte in seinem Fache zurück, wovon noch manche des Druckes würbig gewesen wären.
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Fußnoten

  1. s. Münchner Int. Bl. 1778. S. 329. 337 und 345. Annalen der baier. Lit. B. 1. S. 85.
  2. s. Annalen der baier. Lit. B. 2. S. 244.
  3. s. Pfalzbair. Muse 1786. S. 137.
  4. s. Obert. Lit. Z. 1789. II. S. 620.