Johann Jakob Rabe (GND 124016510)
Daten | |
Nachname | Rabe |
Vorname | Johann Jakob |
GND | 124016510 ( DNB ) |
Wirkungsgebiet | Wissenschaft, Religion |
RABE (Johann Jakob) Generalsuperintendent zu Ansbach; gebohren am 16. Jäner 1710 zu Lindfluhr unweit Würzburg, wo sein Vater Wolfskeelischer Amtsverweser war. Im Jahre 1723 kam er an die Schule der damaligen Reichsstadt Windsheim, und 1726 an die Universität nach Altdorf, wo er 3 Jahre blieb, und dann seine Studien zu Jena fortsetzte. Im J. 1731 wurde er zu Ansbach Hofmeister eines jungen Freyherrn von Seckendorf, und 1735 Markgräflich Ausbachischer Feld- und Casernenprediger, wobey er auch Lehrer des Sohnes seines Obersten, nämlich des jungen Baron von Cronegk, dieses liebenswürdigen, nachhin viel zu frühe verblühten Dichters, ward. Rabe wurde im J. 1741 zum dritten Diakon an der Hauptkirche zu Ansbach, 1762 zum zweyten, und 1764 zum ersten oder Archidiakon, dann 1770, in Verbindung mit Lynker, Schmidel, Lösch, und Uz, zum Scholarchen, oder Vorsteher des Ansbachischen Gymnasiums, 1778 zum Kirchen und Konsistorialrath, wie auch zum Stadtpfarrer in Ansbach, und endlich auch noch 1790 zum Generalsuperintendenten ernannt. Er starb in seinem acht und achtzigsten Lebensjahre den 12. Februar 1798. Er war ein gelehrter Geschichte- und Sprachforscher, in der syrischen, rabbinischen dann in der spanischen, englischen, und französischen Sprache wohl bewandert. Sein Hauptstudium war die rabbinische Gelehrsamkeit, und seine Erhohlungesstanden widmete er der Naturgeschichte, besonders der nähern Untersuchung der Schmetterlinge, und der Pflanzengeschlechter. Seine Amtsgeschäfte verrichtete er immer mit unermüdeter Thätigkeit und mit Gleichmuth; er besaß eine wohlverstandene christliche Demuth, und, obwohl sein Blick ernst und finster war, eine immer frohe Gemüthsstimmung Sein Aeusseres machte nicht den gefälligsten Eindruck, sein Vortrag war einfach und ohne Schmuck; wie er überhaupt keine Anlage zu glänzen hatte, und auch durchaus nicht glänzen wollte. Seine Schriften:
Vergl. Vocke Ansbach. Geb. u. Todten Almanach Th. I. S. 43. Anzeiger allg. lit. 1798. S. 1252. Erlang. gel. Zeitung 1798. S. 146. Schlichtegroll’s Nekrolog auf das J. 1798. B. I. S. 54--66. Hirsching’s hist. lit. Handbuch, fortges. von Ernesti B. VIII. Abth. 2. S. 311--316. Meusel’s gel. Teutschl. 5. A. B. VI. S. 198. u. B. X. S. 440. Meusel’s Lexikon verst. Schriftst. B. XI. S. 5. Ladvocat’s Handwörterbuch B. IX. S. 798.
- 1. Calendarium festorum dierumque mobilium atque immobilium, in usum chronologiae ac rei diplomaticae ita adornatum, ut dati quilibet mensium dies veterum more notati sine mora um nostro computandi modo componi possint, praemissa praefatione usum ejus edocente. 4. Onoldi. 1735.
- 2. Mischnach, oder Text des Talmuds, aus dem Ebräischen übersetzt, umschrieben, und mit Anmerkungen erläutert. VI. Theile. ebend. 4. 1760--1763.
- 3. Der Prediger Salomo, mit einer kurzen und zureichenden Erklärung nach dem Wortverstande, von dem Verfaßer des Phädon; aus dem Hebräischen übersetzt. 4. ebend. 1771.
- 4. Der talmudische Tractat Brachoth von den Lobsprüchen, als das erste Buch im ersten Theil, nach der Hierosolymitanischen und Babylonischen Gemara; aus dem Hebräischen üpersetzt, und mit Anmerkungen erläutert. 4. Halle 1777.
- 5. Der talmudische Tractat Peah von dem Ackerwinkel, aus dem Hierosolymitanischen Gemara übersetzt, und mit Anmerkungen erläutert, nebst einer Abhandlung von Versorgung der Armen. 4. Ansbach 1781.
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