Hinweis: Durch die Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren

Ignatz Schmid (GND 135917484)


Daten
Nachname Schmid
Vorname Ignatz
GND 135917484
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst, Politik


BSB Ignatz Schmid in der BSB

SCHMID (Ignatz) Kustos an der Königl. Hofbibliothek zu München. Er wurde unweit dieser Hauptstadt in dem Dorfe Gauting den 8. Jäner 1747 gebohren, studirte am Gymnasium und Lyceum zu München, und dann 3 Jahre in Insbruck die Theologie, worauf er in den Weltpriesterstand trat, und in München Privatunterricht gab. Nachdem er im J. 1786, ohne vernohmen worden zu seyn, als des Illuminatismus verdächtig, aus Baiern verwiesen ward, gieng er nach Passau, wurde an der dortigen akademischen Bibliothek angestellt, und 1790 Adjunkt an der Fürstbischöflichen Hofbibliothek. Seine Grundsätze wurden für zu liberal gehalten, und die, oft unkluge, Freimüthigkeit, womit er Vorurtheile und Fehler angriff, zogen ihm bald Verweise, und 1794 seine Entlassung und die Verbannung aus Passau zu. Er hatte den interressanten Plan entworfen, von den Schätzen der Büchersammlungen im südlichen Teutschland das Seltenste und Nützlichste bekannt zu machen. In dieser Absicht war er in einen gelehrten Briefwechsel mit den Bibliothekaren mehrerer Klöster, besonders des Benediktinerordens, in Baiern, Oesterreich, Schwaben, und Franken, und auch mit den Bibliothekaren mehrerer Universitäten und Reichsstädte getreten, und hatte bereits viele schätzbare Materialien gesammelt, die er aber leider! im Jahre 1794 bei seiner Verweisung aus Passau, weil er in jenen Zeiten an der Wiederkehr einer literarischen Toleranz ganz verzweifelt hatte, mit vielen philosophischen und historischen Manuscripten vernichtete. Zu Ende des Jahres 1794 begab er sich nach Wien, und privatisirte daselbst bis 1803, als er unterm 6. März des eben genannten Jahres, auf die ehrenvolleste Weise die Zurückberufung nach Baiern, und eine Adjunktenstelle an der Hof- und Centralbibliothek erhielt. Am 8. April 1806 wurde er zum Kustos an der Bibliothek ernannt, und bekam in den Jahren 1811, 1814 und 1818 Gehaltszulagen, endlich unterm 26. Februar 1820 die nachgesuchte Quiescirung, mit Belassung des ganzen Gehaltes. Er starb im darauf folgenden Jahre 1821. Schriften:

  1. 1. Der Zuschauer in Baiern; Monathsschrift. IV. Jahrgänge. München. 8. 1779--1782. In Gesellschaft mit Joseph Milbiller, Karl Förg, und Sebastian Rittershausen herausgegeben.
  2. 2.* Eines rechtschaffenen Katholiken unmasgeblicher Zweifel wider die Wahrheit des, in einer jüngst erschienenen Schrift behaupteten, Mirakels, so sich in der Pfarrkirche zu St. Peter in München ereignet haben soll; nebst einer Erörterung: ob es denn billig und christlich sey, Leute, welche eine bisher noch unbewiesene Sache nicht glauben, zu verfolgen. 8. (Augsburg). 1783.
  3. 3. Ehrenrettung gegen eine Verläumdung der Münchner Zeitung (1785. n. 89) dem Publikum unentgeltlich mitgetheilt. 8. Halle 1785.
  4. 4. Beiträge zu den Annalen der Baierischen Literatur (Nürnberg 1781--1783).
  5. 5. Münchner politische und gelehrte Zeitung, vom Dezember 1783 bis März 1785. Gemeinschaftlich mit Joseph Milbiller.
  6. 6. Von Ignatz Schmid soll seyn die unter dem Namen Pächtermünze erschienene: Bibliothek der ältern Literatur, oder historische Auszüge, Uebersetzungen, Anekdoten, und Charaktere, aus verschiedenen, theils kostbaren, theils seltenen Werken, für die Liebhaber einer ernsthaften u. nützlichen Literatur. Erstes Stück. Zürich. 8. 1793.
Vorheriger
Vorheriger
Eintrag
Seite 98 Seite 99 Nächster
Nächster
Eintrag