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Hieronymus Wilhelm Schmid (GND 10062071X)


Daten
Nachname Schmid
Vorname Hieronymus Wilhelm
GND 10062071X
( DNB )
Wirkungsgebiet Religion


BSB Hieronymus Wilhelm Schmid in der BSB

SCHMID (Hieronymus Wilhelm) Prediger zu Nürnberg; gebohren den 2. Julius 1685 zu Odensoos, wo sein Vater Zacharias Schmid Pastor war. Er studirte alte und neue Sprachen, Geschichte, Philosophie, und Theologie an den Universitäten zu Altdorf, Wittenberg, Tübingen und Rostock, und wollte sich nach Königsberg begeben, als er auf der Reise durch einen treulosen akademischen Freund an einen pohlnischen General verkauft, mit Gewalt nach Pohlen abgeführt, und zum Soldaten gemacht ward. Dritthalb Jahre lang muste er unter vielen Beschwerlichkeiten und manchen Lebensgefahren mit den Truppen hin und herziehen. In Warschau überstand er die Pestkrankheit, an der er Tausende um sich sterben sah. Wegen seiner Geschicklichkeit wurde er in der Kriegskanzlei verwendet, kam aber endlich doch, nach vielen Vorstellungen und Bitten, vom Militärstande los, und gieng nun nach Königsberg, wo er noch einige Monathe philosophische und theologische Collegien hörte. Im J. 1712 langte er in Nürnberg an, wurde unter die Kandidaten des Predigtamtes aufgenohmen, erhielt im J. 1714 die Pfarrei zu St. Helena, und das Diakonat in Hiltpoltstein, dann 1717 zu Nürnberg die sogenannte Suden-Predigersstelle im neuen Spital. Er starb am 28. Februar 1735. Seine Schriften:

Vergl. Arbeiten der Gelehrten im Reich St. VII. S. 649. Kiefhaber’s Anzeigen 1797. S. 202. Würfel’s Diptycha der Suden-Prediger S. 142. Strobel’s Miscell. Samml. I. S. 68. Will’s u. Nopitsch Nürnb. Gel. Lex. B. III. S. 537--539 u. B. VIII. S. 88.

  1. 1. Lob u. Dankgebete auf die 10 Feste des christlichen Kirchenjahres. 12. 1723.
  2. 2. Theologisch historische Beschreibung des evangelischen Kirchenjahres, worinnen verschiedene schwere Stellen der Evangelien gehoben sind. 8. Nürnb. 1729.
  3. 3. Historische Vorrede vom Ursprung, Alterthum, u. sondern Merkwürdigkeiten des Chorals, zu Dretzel evangelischem Choralbuch (Nürnb. 1731.)
  4. 4. Theologisch historische Betrachtung der heiligen Taufe. 8. Schwabach 1733.
  5. 5. Historie des Leidens Christi; nach Hübner’s Lehrart. 8. Nürnb. 1733.
  6. 6. Lebendige Auslegung der Haustafel D. Luthers. 8. eb. 1735.
  7. 7. Oratio de insignioribus quibusdam Sacrorum iuribus, quibus Perillustr. Senatus Norimbergensis iam ante tempora divinitus instauratae usus est. Diese Rede wurde von Schmid 1729. für Sigm. Friedr. von Pömer verfaßt, und stehet in Strobel’s Miscellaneen 1778. Samml. I. S. 69--88.
  8. 8. Des scharfsinnigen Erasmi von Rotterdam ergötzlich und lehrreiche Gespräche (namentlich die gebesserte Unehe, der schändlich geitzige Reiche, der Roßteuscher, der Reuter ohne Pferd) rein und lebhaft in das Teutsche übersetzt, u. mit nützlichen Real u. Verbal Noten versehen. 8. Frankf. und Leipz. (Nürnberg). 1735. 8 Bog.
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