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Katharina Schröfl (GND 129486140)


Daten
Nachname Schröfl
Vorname Katharina
GND 129486140
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Katharina Schröfl in der BSB

Schröfl, (Katharina), nunmehr geeheligte Kainz, Schwester des Vorigen, wurde zu Mosach 1767 geboren, lernte von ihrem Vater den Gesang und das Klavierspielen, die Violine aber von Berner, einem alten Jäger zu Neuhausen bei Nimphenburg. Als sie etwas herangewachsen war, kam sie, um Kochen zu lernen, zum Churfürstl. Kammerdiener und Hofbauschreiber Karl Ballistier nach Nimphenburg. Daselbst war ein Klavier und eine Violine, mit diesen Instrumenten unterhielt sie sich, wenn sie allein war, und Musse hatte. Ballistier überraschte sie einst, als sie eben sang, und am Klavier sich akkompagnirte. Er verwunderte sich über ihre schöne Stimme, über ihre musikalische Kenntnisse, und spielte dann selbst die Violine mit. Um aber ihr Talent nicht unbenützt zu lassen, sorgte er, daß sie eine höhere Ausbildung in der Musik zu München bekam, und die erhielt sie beim Hofmusikus Maximilian Heiß auf der Violine, beim berühmten Tenoristen Walesi im Gesang, und beim Organisten Balthasar Buchwiser im Klavierspielen. In der Folge nahm sich auch der berühmte Kapellmeister Peter Winter um sie an, bei dem sie sich noch mehr ausbildete, und selbst in der Komposition Unterricht nahm. Die erste Messe, welche sie komponirte, besitzt noch ihr Bruder. So war denn aus ihr eine vollendete Sängerinn gebildet, und eine Künstlerinn aus ihr geschaffen, die dem Vaterland Ehre machte; allein nicht immer schätzt das Vaterland seine eigenen Kinder, und oft sind sie gezwungen dem Auslande ihr Talent zu widmen. Katharina Schröfl konnte beim Hoftheater weder Unterstützung noch Anstellung erhalten, und so blieb ihr anfangs nur die Wahl auf dem Faberbräu-Theater -- wo der Hofmusikus Virgili eine Gesellschaft errichtet hatte -- ihre theatralische Laufbahn zu eröfnen, nebenbei aber Lectionen im Gesange und Klavierspielen zu geben.

Durch Fremde, welche das Faberbräu-Theater besuchten, und denen ihre Stimme, ihr Gesang, ihr Spiel und ihre Figur gefiel, ward bald ihr Ruf bis nach Ungarn verbreitet, daher sie auch bald nach Preßburg zum Theater des Grafen Erdödi beschrieben wurde. Sie sang und spielte nun in Preßburg sowohl, als auch in Ofen und Pest mit ausserordentlichen Beifalle, und gieng dann nach Verfluß von zehen Jahren über Grätz und Salzburg, wo sie auf dieser Reise überall mit dem beßten Erfolge debütirte, in ihr Vaterland zurücke, konnte es aber in München nicht dahin bringen, daß sie auf dem Hof- und National-Theater daselbst in Debüt-Rollen auftreten dürfte. Sie entschloß sich daher zur Gesellschaft des Schauspiel-Direktors von Hofmann zu gehen, und sang und spielte daher zum zweiten Male auf dem nun abgebrochenen Faberbräu-Theater an der Sendlinger-Gasse. Nun unternahm sie eine Reise nach Augsburg, gieng von da nach Nürnberg, Regensburg, Passau, Salzburg und Innsbruck, spielte und sang an allen diesen Orten vortrefflich, und kam endlich in Wien an, wo sie beim K. K. Hoftheater als Contre-Altistinn mit einem ansehnlichen Jahrsgehalt angestellt worden, und in der Folge den ebenfalls daselbst angestellten Baßsänger Joseph Kainz geheirathet hat.


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