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Ildephons Schwarz (GND 11736729X)


Daten
Nachname Schwarz
Vorname Ildephons
GND 11736729X
( DNB )
Wirkungsgebiet Religion, Wissenschaft


BSB Ildephons Schwarz in der BSB

SCHWARZ (Ildephons) Benediktiner zu Banz; gebohren den 4. Novemb. 1752 zu Bamberg, wo sein Vater Christian Wilhelm Schwarz Professor der Arzneywissenschaft und Fürstbischöflicher Leibarzt war. Er studirte am Gymnasium zu Bamberg, trat nach absolvirter Rhetorik in das Benediktinerstift zu Banz, hörte Philosophie, Mathematik, und Theologie, nachdem er zuvor 1770 die Klostergelübde abgelegt hatte, und ward bald nach vollendeten höheren Studien zum Professor für seine jüngern Ordensbrüder, später auch zum Unterbibliothekar des Stiftes ernannt. Als Lehrer wirkte er mit dem grösten Eifer und Glück auf Verstand und Herz seiner Zuhörer. Ob ihn gleich der Herzog Karl Eugen von Würtemberg zu seinem Hofkaplan nach Stuttgart verlangte, und obschon er an mehrere katholische Universitäten als öffentlicher Professor hätte kommen können, war er doch nicht zu bewegen, sein Kloster zu verlassen. Er starb am 19. Junius 1704 im ein und vierzigsten Lebensjahre. Ildephons Schwarz gehörte unter die seltenen, und aller Verehrung würdigen Männer, die nicht zu glänzen, und grosse Rollen zu spielen suchen, sondern er wollte nur auf dem Posten, wohin ihn die Vorsehung gesetzt hatte, nutzen, und ward dadurch auf die zweckmäßigste Art ein Weltbürger, daß er diejenigen, mit denen er in Verbindung lebte, nach allgemein gültigen Gesetzen behandelte, in jedem einzelnen Menschen die Würde der Menschheit ehrte, und in allen Vorfällen seine Pflichten, und die Verbindlichkeiten seines Standes als Mensch, als Christ, und als Katholik, als Lehrer und Ordensgeistlicher aufs genaueste erfüllte. Er war überaus bescheiden und anspruchlos, ließ in Gesellschaft Andern seine Ueberlegenheit niemahls fühlen, führte nie allein das Wort, und verbarg seine Vorzüge oft sorgfältiger, als Viele ihre Fehler. Wo es aber um Wahrheit und Billigkeit zu thun war, vertheidigte er sie muthvoll, und schonte den Eigennutz so wenig als das Vorurtheil. Seine Schriften, wovon die letztern aus seinen Manuscripten erst nach seinem Tode erschienen, sind:

Vergl. Andenken an Ildeph. Schwarz, von einem seiner Schüler (Othmar Frank). 8. Bamb. u. Würzb. 1796. Schlichtegroll’s Nekrolog auf das Jahr 1794. B. I. S. 317--344. Denkwürdigkeiten aus dem Leben ausgez. Teutschen des 18. Jahrhund. S. 490. Hirsching’s Stifts u. Klosterlexikon S. 292. Hirsching’s Handbuch fortges. von Ernesti B. XI. Abth. 2. S. 393--400. Meusel’s Lexikon verst. Schriftst. B. XII. S. 620. Jack’s Pantheon der Literaten Bambergs H. V. u. VI. S. 1053--1055. Ladvocat’s Handwörterbuch fortges. von Baur B. IX. S. 915. Rötger’s Nekrolog St. IV. S. 207. Ersch Handbuch d. teutschen Lit. Abth. II. u. VI.

  1. 1. Rev. Alexandri Geddes L. L. D. de vulgarium sacrae scripturae versionum vitiis eorumque remediis libellus. Ex Anglico vertit et notas quasdam adiecit Presbyter et Monachus ordinis S. Benedicti. 8. Bamberg. 1787. 13 Bog. [1]
  2. 2. Rede bey der Beerdigung des Herrn Johann Nepomuk, Abtes zu Kloster Langheim. 4. ebend. 1791. 2 Bog.
  3. 3. Betrachtungen über einige der wichtigsten Wahrheiten der christlichen Religion. 8. Bamb. u. Würzb. 1793. 344 S. [2]
  4. 4. Handbuch der christlichen Religion. Erster Band. Bamb. u. Würzb. b. Göbhardt 1793. 36 u. 343 S. 2ter Band 1794. 24 u. 310 S. 3ter Band 1794. 326 S. 2te Auflage (besorgt von J. B. Schad). ebend. 1797. 3te Aufl. eb. 1802. 4te Aufl. 3 Bände. eb. 1804. Neue Aufl. eb. 1818. [3]
  5. 5. Jakob Archer’s Predigten; aus dem Englischen. Erster Band. 8. Bamberg 1795. 456 S. 2ter Band 1796. 472 S. Die Fortsetzung übernahm sein Ordensbruder Othmar Frank. [4]
  6. 6. Antonii Genuensis, in regia Neapolitana Academia olim Philosophiae Professoris, Elementum artis logico-criticae, libri V. De novo edidit, plurimisque in locis auxit. 8. Aug. Vindel. 1796. 358 S. [5]
  7. 7. Anleitung zur Kenntniß derjenigen Bücher, welche den Kandidaten der Theologie, den Stadt u. Landpredigern u. Vikarien in der katholischen Kirche wesentlich nothwendig und nützlich sind. Auch unter dem Titel: Handbibliothek für angehende Theologen. Erster Band. Coburg b. Sinner. 8. 1803. 2ter Band. Nebst einem Vorbericht, und einer freyen Charakteristik des berühmten Verfassers, von J. B. Schad. ebend. 1804. [6]
  8. 8. Er hatte Antheil an der Literatur des kathol. Teutschlandes, und an dem literar. Magazin für Katholiken.
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Fußnoten

  1. s. Lit. d. kath. Teutschl. B. 8. S. 261.
  2. s. Obert. Lit. Z. 1793. II. S. 501.
  3. s. Obert. Lit. Z. 1793. II. S. 147. u. 1794. II. S. 289. Goth. gel. Z. 1794. I. S. 116. Neue allg. t. Bibl. B. 11. II. S. 427. Lit. Mag. f. Kathol. B. 1. S. 564 u. 694. Jen. Lit. Z. 1800. II. S. 305.
  4. s. Würzburg. gel. Z. 1796. S. 409. Obert. Lit. Z. 1797. I. S. 385.
  5. s. Neue allg. t. Bibl. B. 30. II. S. 321. Obert. Lit. Z. 1797. I. S. 929.
  6. s. Obert. Lit. Z. 1805. II. S. 681. u. 1806. II. S. 140.