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Simpert Schwarzhuber (GND 118763067)


Daten
Nachname Schwarzhuber
Vorname Simpert
GND 118763067
( DNB )
Wirkungsgebiet Religion


BSB Simpert Schwarzhuber in der BSB

SCHWARZHUBER (Simpert) Benediktiner zu Wessobrunn in Oberbaiern. Er wurde zu Augsburg am 4. Dezember 1727 gebohren, und studirte am dortigen Gymnasium zu St. Salvator Grammatik, Poesie und Rhetorik, dann am Liceum zu Freysing die Philosophie. Im Jahre 1745 trat er zu Wessobrunn in den Benediktinerorden. In demselben studirte er die Theologie, wurde im Jahre 1752 Priester, dann Sakristan für die Klosterkirche, und Lehrer der theologischen Wissenschaften für die jüngern Ordensbrüder. Im Jahre 1757 ward er als Gymnasiallehrer und Präfekt des Gymnasiums nach Salzburg berufen. Vom Jahre 1765 bis 1774 war er an der philosophischen Fakultät der Salzburgischen hohen Schule Professor der philosophischen Moral und der Universalhistorie, dann auch des Natur u. Völkerrechts. Im Jahre 1774 kam er an die theologische Fakultät, wurde Erzbischöflicher geistlicher Rath, und lehrte bis 1793 theologische Moral und Dogmatik, nebst der Kirchengeschichte. An der Universität war er zugleich Sekretär und Bibliothekär. Seit 1777 war er Präses der akademischen Congregation, u. seit 1789 Prokanzler u. Vicerektor der Universität. An allen von ihm bekleideten Posten bewies er Einsicht und Klugheit, und was er unternahm, griff er mit warmen Eifer an, und setzte es mit einer Standhaftigkeit fort, die sich durch keine Hindernisse abschrecken ließ. Sein Temperament war heftig; aber er wußte immer, Herr über sich selbst zu bleiben. Im Jahre 1793 zwangen ihn seine körperlichen Zustände, das Lehramt aufzugeben, und er übernahm die Superiorsstelle an dem Wallfahrtsorte Maria Plain unweit Salzburg, wo er den 30. April 1795 an einer Herzwassersucht starb. Schriften:

Vergl. Meusel’s Lexikon verstorb. Schriftsteller B. XII. S. 629--631. Hirsching’s hist. lit. Handbuch fortges. von Ernesti B. XI. Abth. 2. S. 409. Hübner’s Beschreibung von Salzburg 1794. S. 410. Oberteutsche Literaturzeitung 1798. I. S. 164. Neue allg. t. Bibl. B. 18. Intell. bl. S. 280. Veith Bibliotheca Augustana Alph. XII. S. 47--56. Verzeichniß aller akad. Professoren zu Salzburg 1813. Braun’s Geschichte der Bischöfe von Augsburg 1815. B. IV. S. 649. Ladvocat’s Handwörterbuch fortges. von Baur B. IX. S. 917. Baur’s Handwörterbuch merkwürd. im letzten Jahrzehend des 18. Jahrh. gest. Personen S. 916.

  1. 1. Predigten über die wichtigsten Gegenstände des Christenthums, samt einer Anweisung für alle Sontage des Jahrs. Erster Thl. 492 S. 2ter Th. 487 S. Augsb. u. Insbruck b. Wolf. 8. 1768.
  2. 2. Ethica, seu jus naturae philosophice expensum. 8. Aug. Vindel. 1768. 400 S.
  3. 3. De celebri inter Sacerdotium et Imperium schismate, tempore Friderici III. imp. Diss. historica. 8. Salisburgi 1771.
  4. 4. Neue Sittenreden von den Seligkeiten, von dem allerheiligsten Sakrament, u. von der göttlichen Mutter, samt einer Anweisung für alle Festtage des Jahrs, in IV. Theilen. Augsb. 8. 1772.
  5. 5. Synopsis historica Saeculi VIII. Tentamen imitationis Bossuetianae. 8. Salisb. 1772.
  6. 6. Abhandlung von der Verehrung der unbefleckten Jungfrau u. Mutter Gottes Maria in den ersten fünf Jahrhunderten der Kirche. Kaufbeuern. 8. 1772.
  7. 7. Fortsetzung von der Verehrung der unbefleckten Jungfrau in den folgenden Jahrhunderten. eb. 1773-1782.
  8. 8. De Platonismo uti vocant S. J. ecclesiae patrum recentiore Dissertatio. 8. 1774. 36 S. [1]
  9. 9. Rede von dem heiligen Meßopfer, in den Predigten des Baierischen Predigerinstituts 1779. B. I. [2]
  10. 10.* Recapitulation der sieben Capitel von Klosterleuten. 8. Regensburg 1782.
  11. 11. Trauerrede auf die Abtissin, gebohrne Gräfin von Wicka am Nonnberg. Fol. Salzb. 1783.
  12. 12. Blasius Gisbert christliche Beredsamkeit nach ihrem innerlichen Wesen, neu übersetzt. 8. Augsb. b. Wolf 1788. 520 S.
  13. 13. Praktisch katholisches Religionshandbuch für nachdenkende Christen; auf Höchsten Befehl verfasset. Erster Band. Salzburg b. Duyle. 8. 1784. 2ter und 3ter Band. eb. 1785. 4ter Band 1786. Nachdruck dieser Ausgabe, Prag 1786. 2te verm. Ausgabe. 4 Bände. Salzb. 1786. [3]
  14. 14. Praktisch katholisches Religionshandbuch, zum Gebrauche des gemeinen Stadt- u. Landvolkes, wie auch zum Behufe der Christenlehrer, auf Höchsten Befehl des Erzbischofs umgearbeitet, und aus dem grössern Werke in einen faßlichern Auszug gebracht. Erster Band 743 S. 2ter Band 689 S. Salzburg bey Duyle. 8. 1790. Wurde auch nachgedruckt Prag 1790. [4]
  15. 15. Faßlicher Auszug aus dem praktisch katholischen Religionshandbuch des P. Simpert Schwarxhuber. 8. Hildesheim 1793.
  16. 16. System der christlichen Sittenlehre. 2 Theile. Salzb. Waisenh. 8. 1793--1794.
  17. 17. Praktisch katholisches Religionshandbuch für nachdenkende Christen. Dritte neu umgearbeitete Auflage. III. Bände. Salzb. b. Duyle. 8. 1794--1796. Vierter Band, auch unter dem Titel: Vollständige christliche Sittenlehre, aus der Vernunft u. Offenbarung. Nach des Verfaßers Tod herausgegeben, mit einer (auch Nachrichten von Schwarzhubers Leben enthaltenden) Vorrede von Augustin Schelle. ebend. 1797. [5]
  18. 18. Gedanken über die bedenklichen Einwendungen gegen die Untrüglichkeit der Kirche u. über die Frage: ob und in wie ferne die katholische, oder doch die christliche, Religion für die allein seligmachende zu halten sey? 8. Salzb. b. Duyle. 1794. 224 S. Auch als Anhang bey der dritten Ausgabe des Praktisch kathol. Religionshandbuches 1794--1797.
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Fußnoten

  1. s. Kohlbrenners Materialien 1774. S. 136.
  2. s. Nürb. gel. Z. 1779. S. 242.
  3. s. Jen. Lit. Z. 1785. II. S. 305 u. 313. Allg. t. Bibl. Anh. zu B. 53--86. I. S. 246. Neue Literatur d. kath. Teutschl. B. I. S. 335. B. 2. S. 378 u. B. 3. S. 260.
  4. s. Obert. Lit. Z. 1790. II. S. 1092. Jen. Lit. Z. 1792. II. S. 201.
  5. s. Obert. Lit. Z. 1798. S. 161.