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Virgil Solis (GND 118615300)


Daten
Nachname Solis
Vorname Virgil
GND 118615300
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Virgil Solis in der BSB

Solis (Virgil), ein Maler, Kupferstecher und Formschneider zu Nürnberg.[1] Seine Blätter bestehen aus mehr als 800 Stücken, in welchen er hier und da H. S. Böhms Manier in etwas nachahmte. Man hat von ihm verschiedene Historien, Fabeln, Friesen, Ornamente u. s. w. Unter andern das Leben großer Fürsten, Fürstinnen und Feldherrn unter verschiedenen Sinnbildern von Thieren, auf 232 Blättern. Die Ansichten antiker Gebäude nach des Solicho Zeichnungen; drei Blätter über die Macht der Liebe; die Verwandlungen vom Ovidius, in 170 Stücken. Diese kleinen Holzschnitte findet man in einer 1563 in Oktavformat bei S. Feyerabendt zu Frankfurt gedruckten Ausgabe. Solis arbeitete auch nach Raphael, L. v. Leyden etc., und starb in seinem 48. Lebensjahre 1562. Doppelmayr. S. 200. Die Hagensche Kunstsammlung zu Nürnberg besitzt ein von ihm 1554 gemaltes Brustbild Christi. Murr Merkw. S. 507. M. Hubers Handbuch etc. B. 1. S. 193.

Nachtrag aus: Lipowsky Künstler II

Solis (Virgil). Dieser B. II. S. 113. vorkommende Künstler wurde zu Nürnberg 1514 geboren und starb daselbst 1570. Für Baiern sind besonders jene 15 Blätter von ihm merkwürdig, welche er zu der, vom Herzogl. Kanzleiverwandten Hanns Wagner verfaßten, Beschreibung der Feierlichkeiten bei Vermählung des Herzogs von Baiern Wilhelm V.mit Renata, gebornen Herzogin von zu Lothringen und Paar etc. verfertiget hat, und die 1568 zu München in großem Folioformate bei Adam Berg in den Druck gelegt wurde. Die Ordnung und die Gegenstände dieser Kupferstiche sind folgende: 1) Ordnung und Pracht, mit welcher der fürstlichen Braut, Renata von Lothringen, nach Dachau entgegen geritten und Dieselbe dort empfange wurde. 2) Das in der Stiftskirche zu U. L. F. in München nach dem Empfange abgesungene Herr Gott dich loben wir etc. wobei die fremden Fürstenpersonen gegenwärtig gewesen. 3) Die am 22sten Hornung 1568 in dieser Kirche gehaltene Trauung. 4) Ordnung, nach welcher die Fürstenpersonen bei dem in dieser Kirche gehaltenen Amte im Chore sich befanden. 5) Vorstellung des Saales, wo die Hochzeits-Tafel gehalten wurde. 6) Die Fürstenpersonen halten auf dem Stadt Münchner Tanzhaus-Saale (jetzt großem Rathhaussaale) ihren Ehrentanz. 7) Das Ringrennen auf dem Schrannenplatze zu München gehalten. 8) Mummerei (Maskenball) im Herzogl. Saale. 9) Fuß-Turnier auf dem Schrannenplatze zu München gehalten. 10) Das über Planken und Pallisaden gehaltene Rennen auf eben diesem Platze. 11) Das auf diesem Platze gegebene Kübelstechen. 12) Fuß-Turnier in der neuen Veste auf kleinen gemachten Pferden im langen Saale aufgeführt. 13) Freiturnier auf dem Schrannenplatze zu München. 14) Scharfrennen und Kröndlstechen auf dem nämlichen Platze. 15) Ein ernstliches Kröndlstechen. v. Kretz. Mspt.


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Fußnoten

  1. Er wird unter die so genannten kleinen deutschen Meister (petits maitres allemands) gezählt. Unter dieser Benennung werden gewöhnlich noch aufgeführt: Heinrich Aldegrever, auch Altegrave, wie er selbst schrieb; Albrecht Altdorfer; Bartholome und Johann Sebald Beham; Jakob Bink; Heinrich Görting, und Georg Pens.