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Placidus Bernhard Stürmer (GND 13592720X)


Daten
Nachname Stürmer
Vorname Placidus Bernhard
GND 13592720X
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft, Religion


BSB Placidus Bernhard Stürmer in der BSB

STÜRMER (Placidus Bernhard) Benediktiner zu Neustadt am Mayn im Würzburgischen; gebohren zu Kronungen 1717. Er trat nach absolvirten Gymnasialklassen in den Orden, indem er Philosophie, Theologie, Geschichte, und orientalische Sprachen studirte, und dann in seinem Kloster die Aemter eines Novitzenmeisters, und eines Lehrers der Metaphysik und der Theologie übernahm. Gegen sich selbst, und in Beobachtung der Klosterregeln war er äußerst strenge; aber seine Untergebene und Schüler behandelte er mit der grösten Libearalität. Er brachte von den sechs und siebenzig Jahren, die er erlebte, neun und fünfzig im Kloster zu, und widmete beinahe seine ganze Zeit dem Gebete, der Betrachtung, den Chorverrichtungen, und dem Studiren. Doch konnte er manchmal eine Stunde in guter Gesellschaft, und bei einem guten Glase Wein, den er Vinum theologicum nannte, recht fröhlich seyn, und munterte auch Andere zur Fröhlichkeit mit der Erinnerung auf, daß sie die erlaubten Freuden des menschlichen Lebens nicht versäumen, und sie mäßig, mit Dankbarkeit gegen den Geber alles Guten, genießen sollten. Sein Grundsatz war, daß die Studien die Hauptbeschäftigung der Klosterbewohner ausmachen müssen; daher er die jungen Ordensgeistliche sehr zum Studiren anhielt, und ihnen gewöhnlich bey dem Eintritt ins Kloster Mabillon’s Schrift de studiis monasticis übergab. Er war ein wirklich aufgeklärter Theolog; aber er muste, seine eigenen durch vieles Lesen und Nachdenken errungene Ansichten und Meynungen den Schranken und Normen seiner Kirche und seines Standes anbequemen, hielt dieses für seine Pflicht, und handelte hierdurch, wie ich glaube, ganz recht. Bey seinen gelehrten Kenntnißen, und bey seinen vielen literarischen Sammlungen hätte er wohl Manches zum Drucke befördern können; aber er wollte nur sich selbst, und diejenige, die seiner Bildung anvertraut waren, mit Kenntnißen bereichern, und wie mir ein Mann schrieb, der ihn genau kannte, durchaus keinen öffentlichen Ruhm haben. Er starb den 24. April 1794 an einer Wassersucht mit dem Buche in der Hand. Von ihm erschien:

Dogma Scholasticorum de Unitate in Trinitate, collatum cum celeberrimorum Ecclesiae Patrum eadem de re doctrina, cum responsione ad oppositas Dissertationes quorundam Theologiae Professorum e Societate Jesu. Die erste Auflage erschien ohne seinem Namen, und kam nicht in den Buchhandel. Nova editio Venetiis (Fuldae). 8. 1772. Auch unter dem Titel: Sublime mysterium S. Trinitatis in Unitate collatum. 8. Bamberg. 1773.

Vergl. Oberthür’s Taschenbuch für die Geschichte Frankenlandes 1798. S. 65--71. Meusel’s Lexikon verst. Schriftst. B. XIII. S. 513. Rötger’s Nekrolog St. III. S. 217. Literatur, fortges. auserlesene d. kath. Teutschl. B. I. S. 569.


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