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Johann Georg Stigler (GND 100412262)


Daten
Nachname Stigler
Vorname Johann Georg
GND 100412262
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft


BSB Johann Georg Stigler in der BSB

STIGLER (Johann Georg) Professor zu München. Er wurde am 23. Mai 1730 zu Neumarkt in der obern Pfalz gebohren, wo Martin Stigler Handelsmann, und Maria gebohrne Plankin, seine Eltern waren. Es verdienet, angezeigt zu werden, daß in dieser sehr alten bürgerlichen Familie immer gute Mathematiker waren, und daß sich die Lust zum Studium der Mathematik immer vom Vater auf den Sohn fortpflanzte. Einer seiner Anherren Georg Stigler zeichnete sich in der Mathematik so sehr aus, daß ihm der berühmte Professor Peter Apian zu Ingolstadt als Kaiserlicher Pfalzgraf, im Jahre 1543 Schild und Helm ertheilte; eine damahls unerkäufliche Auszeichnung, die man nur in Schlachten und Tourniren, aus den Händen eines Apian’s aber durch tiefe Kenntniß in der Mathematik erhalten konnte. Auch sein Großvater und sein Vater, obwohl sie nur bürgerliche Gewerbe trieben, fanden in diesem Studium ihr gröstes Vergnügen. Johann Georg Stigler erhielt daher von früher Jugend an durch seinen Vater mathematischen Unterricht. Er studirte zu Amberg und Ingolstadt die Humaniora, und von 1750 an zu Regensburg die Philosophie, und hielt daselbst, neunzehen Jahre alt, schon mit grossem Beyfalle öffentliche Vorlesungen über Mathematik. Nachdem er in der Schule die scholastische Naturlehre gehöret, und die neuere für sich aus den Schriften von Newton, Wolf, und Nollet erlernt hatte, widmete er sich 2 Jahre lang der Theologie, weil er durchaus Charteusermönch werden wollte. Er hatte bereits die Aufnahme in das Charteuserkloster zu Prüll bey Regensburg erhalten; allein wenige Tage vor dem bestimmten Eintritt in den Orden änderte er seinen Entschluß und widmete sich nun ausschlüßig den Studien der theoretischen und praktischen Mathematik. Da im J. 1756 in München ein Kurfürstliches Kadettencorps entstand, wurde Stigler an demselben Professor der Mathematik. Gelehrsamkeit, Bescheidenheit, und, ungeachtet seiner Jugend, hoher Ernst, zeichneten ihn aus. Er gab nur gründlichen Unterricht, und führte seine Schüler den geradesten und kürzesten Weg zu nützlichen Wissenschaften. Die Kurbaierische Akademie der Wissenschaften nahm ihn gleich nach ihrer Stiftung in Jahre 1758 unter ihre frequentirende Mitglieder auf, und er hatte schon zuvor mit Linbrunn und Lori an den Unterrednungen und Plänen Antheil, welche die Akademie gründeten. Er starb schon in seinem ein und dreissigsten Lebensjahre den 24. Februar 1761 schnell an einem hitzigen Fieber, mit dem Muthe und der Resignation eines christlichen Philosophen. Im Drucke erschien von ihm:

Vergl. Finauer’s Bibliothek zur Staats- Kirchen- u. Gelehrtengeschichte (München 1775.) Th. III. S. 244--256. Westenrieder’s Geschichte der Baier. Akad. d. Wiss. B. I. S. 11. 56. u. 417. Regensburg. gel. Nachrichten 1758. S. 338.

  1. 1. Anleitung zu den mathematischen Wissenschaften. Mit 23 Kupfern. München gedr. b. Duyle. 4. 1757. 1 Alph. u. 17 Bog.
  2. 2. Abhandlung von den Baierischen Maaßen. eb. 4. 1760.
  3. 3. Abhandlung von der Visirkunst. 4. ebend. 1760.
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