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Georg Victorin (GND 120404559)


Daten
Nachname Victorin
Vorname Georg
GND 120404559
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Georg Victorin in der BSB

Victorin, auch Victorinus, (Georg), von Huldschön gebürtig, war an der Jesuiten-Kirche zu München Musikdirektor. Von ihm wurden folgende musikalische Kompositionen durch den Druck bekannt gemacht: a) Thesaurus LXX Lytaniarum, von 4 bis 10 Stimmen. (Monachii ap. Ad. Berg 1596.) b) Philomela coelestis, siue Cantiones sacrae cum falsis Bardonibus, Magnificat, Cantionis etc. a 2, 3 et 4 voc. (Monachii 1624.) Er hat auch die Musik zu jenem Schauspiele: der Kampf des Erzengels Michael mit dem Lucifer, verfertiget, welche den 30. Sept. 1597 bei der Weihe der Jesuiten-Kirche zu München auf offener Straße aufgeführt worden ist. Er starb 1624. Dieses musikalische Schauspiel[1] wurde von den daselbst Studirenden aufgeführt, und mit einer solchen Pracht gegeben, daß nicht nur neue Dekorationen dazu gemalt, und neue kostbare Kleider verfertiget waren, sondern daß auch 900 Choristen auftraten und sangen. Besonders wurde durch Maschinen der Sturz der Engel in die brennende Hölle meisterhaft dargestellt. Hist. Prov. S. J. Germ. Sup. Dec. 6.


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Fußnoten

  1. Dieses musikalische Schauspiel ist hier um so interessanter, als die Opern in Italien später erfunden und eingeführt wurden; indem Franz Cavalli, Kapellmeister an der Markus-Kirche zu Venedig, der erste soll gewesen seyn, welcher die Opern daselbst in Aufnahme brachte, und 1639 die erste Oper: Le Nozze di Teti e di Peleo, wie Scheibe in seinem kritischen Musikus S. 27 behauptet, oder gar erst 1649 die Oper: Giasone, wie der Ritter Planelli versichert, geschrieben hat. Ueberhaupt eignet man die eigentliche Erfindung der italienischen Opern dem P. Markus Anton Cesti, einem Franziskaner-Mönche aus Arezzo und Kapellmeister Kr. Ferdinand des III. zu, der die von seinem Lehrmeister Jakob Carissimi verfertigten und in der Kirche aufgeführten Cantaten auf das Theater übertrug. Indessen wird auch Angelo Cecchini als Kompositeur einer der ersten italienischen Opern genannt, wovon der Text unter folgendem Titel gedruckt worden ist: La Sincerita Trionfante, ovvero l’Erculeo ardire, favola boscareccia d’Ottaviano Cestelli, posta in Musica da Angelo Cecchini musico del Sig. Ducca di Bracciano. Roma, per Vitale Mascardi 1640, alti V. con un Dialogo e intermedi. La Bord.