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Johann Anton Viscardi (GND 11876862X)


Daten
Nachname Viscardi
Vorname Johann Anton
GND 11876862X
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Johann Anton Viscardi in der BSB

Viscardi (Johann Anton), war nach dem Inhalte alter Rechnungen um 1694 als Hofbaumeister bei dem Theatiner-Gebäude zu München mit einem Gehalte von jährlich 500 fl. angestellt, und erbaute in der Folge auch die schöne Klosterkirche zu Fürstenfeldbruck. Diesen Bau begann er 1716 und vollendete denselben 1732. Es sey bei dieser Gelegenheit erlaubt, einiger schönen Bauten zu erwähnen, welche, in der Vorzeit aufgeführt, der Residenzstadt München und ihren Künstlern noch Ehre machen, und den Ruhm der baierischen Kunst verewigen. 1) Der schöne, mit einer prächtigen Façade im dorischen und jonischen Stil gezierte Bürgersaal[1] an der Neuhäuser-Gasse, aufgeführt 1710 von dem damaligen Maurermeister Manhard und dem Zimmermeister Kirmayer. 2) Das herrliche Haus des Königl. b. geh. Staatsrathes Joseph August Grafen v. Törring-Gutenzell an der Residenz-Gasse, erbaut von den Hof-Baumeistern Franz de Couvillier dem Vater, und Johann Baptist Gunezreimer, nach einem Plane, welchen größtentheils der Kaiserl. Churb. Feldmarschall Graf v. Törring-Gronsfeld selbst entworfen hat. 3) Das schöne Haus des Königl. b. geh. Staatsrathes Maximilian Grafen v. Preysing, ebenfalls an der Residenzgasse, erbaut vom Hofbaumeister Effner.


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Fußnoten

  1. Dieser Saal verräth überhaupt einen schon im vorigen Jahrhunderte sehr gebildeten Kunstsinn. Gemälde, Statuen, Verzierungen etc. sind von den ersten Künstlern mit Geschmack ausgeführt und geordnet. Die Deckengemälde von Martin Kuoller, und die Seitenbilder von Gump auf nassem Kalk prächtig mit künstlichem Pinsel verfertiget; dreizehn Ansichten der Wallfahrts-Orte in Baiern, von Beich herrlich in Oel gemalt; vortreffliche Kopien nach Raphael, aus der italienischen Schule, Maria mit dem Kinde Jesus vorstellend; Statuen auf dem korinthisch erbauten Choraltare, als Joseph, Anna, Zacharias und Elisabeth, von Faistenberger gebildet; ein prächtiges Marienbild in einer Nische oberhalb des marmornen Portals angebracht, von eben diesem Künstler, Engel, welche das Musikchor tragen, von Balthasar Ableitner; ein Schutzengel von Günther; eine schmerzhafte Mutter Gottes unter dem Kreuze, von Dietrich, so andere Denkmaler der Kunst und der Pracht sind redende Beweise, daß sich die bürgerlich Congregation in München auch in Rücksicht der Kunst um das Vaterland verdient gemacht habe, und besonders durch das ruhmliche Bestreben des wackern für Religion und Kunst gleich eifrigen dermaligen Prafekten dieser Congregation, Joseph von Hepp sich noch verdient mache.