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Dorothea Wendling (GND 129490172)


Daten
Nachname Wendling
Vorname Dorothea
GND 129490172
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Dorothea Wendling in der BSB

Wendling, (Dorothea), eine geborne Spurni, verließ als Mädchen von 14 Jahren, i. J. 1752, ihre Vaterstadt Stuttgard, und begab sich nach Mannheim, wo ihre schöne harmonische Stimme allgemeinen Beifall sich erwarb, und ihr die Anstellung als Hofsängerinn zur Belohnung wurde. Als sie zum ersten Male in der italienischen Oper: Nitetti, mit Musik von Holzbauer, die Bühne[1] betrat, bezauberte ihr Gesang, und so wurde sie zur prima Donna erklärt. Sie heirathete dort 1756 den aus dem Elsaß gebürtigen sehr berühmten Hofmusikus und Flautotraversisten Joh. Bapt. Wendling, und lebte mit ihm in glücklicher Ehe. Im Jahre 1778 kam sie mit diesem ihren Gatten nach München, und trat mit eben dem grossen Beifalle auch in dieser Residenzstadt in italienischen Opern auf. Im Jahre 1800 starb ihr Mann, und seit dieser Zeit lebt sie in süßer Ruhe für sich, immer nützlich aber der Kunst, denn noch giebt sie im Singen Unterricht, und bildet gute Sänger und Sängerinn. Jedes Individuum, das aus der Wendling Schule kam, zeichnet sich durch eine gute Methode aus, und beweiset deutlich bei einer der ersten Sängerinnen Unterricht erhalten zu haben. Viele ihrer Scolaren, und Scolarinnen wurden so vortrefflich in der Singkunst, daß sie an verschiedenen Höfen mit Beifall aufgenommen wurden, und gute Versorgung erhielten. Der Raum dieser Blätter gestattet nicht alle diese Subjekte zu nennen, zum Theil geschieht dieses auch schon an seinem Orte; indessen will man doch nicht die Namen einer Carnoli, einer Beck, und Müller mit Stillschweigen hier umgehen. Möge diese Veteraninn der Singkunst noch lange leben, und dem baierischen Vaterlande noch mehrere junge Künstler bilden!


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Fußnoten

  1. Die unter der Regierung des Churfürstens Carl Theodor im Operntheater zu Mannheim aufgeführte große Opern waren: 1742, Cambise, mit Musik von Karl Grua; 1748, Demofoonte, von Hasse; 1749, Olympiade, von Galuppi; 1750, Cajo Fabrizio, von Jomelli; 1753, il Figlio delle Selve, von Holzbauer; 1754, Issipile, von Holzbauer; 1755, Don Chisote, von Holzbauer; 1756, Antigona, von Galupi; 1757, Artaserse, von Jomelli; 1758, Nitetti, von Holzbauer; 1760, Alessandro nell’ Indie; 1761, Demetrio, von Jomelli; 1766 Sofonisba, von Traetta; 1767, Ifigenia, von Majo; 1768, Ippolito ed Ariccia, von Holzbauer; 1769, Alessandro nell’ India, von Majo: 1770, Clemenza di Tito, von Holzbauer; 1771, Temistocle, von Bach, und la Fiera di Venezia, von Salieri; 1772, Adriano in Syria, von Holzbauer, und l’incognita persequitata, von Guilielmi; 1773, Lucio Sylla, von Bach, und la secchia rapita, von Salieri; 1774, Catone in Utica, von Piccini; 1775, Günther von Schwarzburg, von Holzbauer, und Alceste, von Schweitzer; 1776, Zemire ed Azore, von Gretry; dann 1777, Rosamunda, von Schweitzer. Auch diese Opern wurden gewöhnlich während des Carnevals, mit freiem Eintritte gegen unentgeldliche Abgabe der Billiete, aufgeführt.