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Christian Wink (GND 118876104)


Daten
Nachname Wink
Vorname Christian
GND 118876104
( DNB )
Wirkungsgebiet Kunst


BSB Christian Wink in der BSB

Wink (Christian), churb. Hofmaler zu München, wurde 1738 zu Eichstädt geboren. Die Anweisung erhielt er von seinem ältern Bruder Chrisostomus, einem Maler zu Eichstädt, dann kam er zu Anton Scheidler, einem Maler in Eggenfelden, wo er 5 Jahre blieb, und hierauf wieder in seine Vaterstadt zurückkehrte. Nachdem er sich bei Jakob Feichtmayr ein Jahr aufgehalten hatte, gieng er nach Augsburg, Freising und endlich nach München, wo er bei dem Herzogl. Hofmaler Johann Michael Kaufmann in Arbeit trat. Dort machte er sich bald durch eigene Erfindungen bekannt, welche den Umfang seiner Fähigkeiten wahrnehmen ließen. Er malte Dekorationen für das dortige Hoftheater, und nun fieng er auch an auf frischem Kalk zu malen. Die Pfarrkirche zu Starenberg, die Pfarrkirche zu Haag, im Salzachkreise, die Schloßkapelle zu Neuberghausen bei München, die Pfarrkirche zu Inning, die Wallfahrtskirche des ehemaligen Klosters Metten zu Lohe; die Pfarrkirchen zu Egling, zu Raisting etc. sind von ihm mit herrlichen Freskogemälden geziert. Für den Churfürsten Maximilian III. malte er die vier Jahrszeiten in Oel, womit er sich großen Beifall erwarb, und deßwegen 1769 zum Hofmaler ernannt wurde. Auch malte er schöne Altarblätter. Westenrieder S. 413. Kunstzeitung 1770. S. 227. Seine Gattin war die Tochter des berühmten Medailleurs F. A. Schega. Er starb in dürftigen Umständen den 3. Hornung 1797. In den Königl. b. Gallerien befinden sich von ihm: Christus treibt die Käufer und Verkäufer aus dem Tempel, und Christus am Oelberge; beide auf Leinw. Mannlich B. I. S. 464. II. Nro. 217 u. 308. Für die Kirche der ehemaligen Benediktiner-Abtei Schlehdorf malte er 1781 das Altarblatt: der h. Augustin, für die ehemalige Kapuzinerkirche zu München das Altarblatt: der heil. Felix, und für die Pfarrkirche zu Alderspach 1782: den h. Niklas. In der obern Stadtpfarrkirche zu Ingolstadt ist das Altarblatt: der sterbende Joseph in Gegenwart Jesus und Maria, und in der ehemaligen Klosterkirche zu Scheiern das Choraltarblatt: Mariens Himmelfahrt, von seinem Pinsel. Für die Pfarrkirche zu Orth bei St. Martin (im Innviertel) hat er ein sogenanntes heiliges Grab[1] gemalt, das sich durch seine schöne Architektur vorzüglich auszeichnet. v. Obermayr Mspt.

Nachtrag aus: Lipowsky Künstler II

Wink (Christian). Bei diesem B. II. S. 170. vorkommendenden Künstler ist noch anzuführen, daß er zu München den 7ten Hornung 1797 gestorben ist. Von seinen eigenhändig radirten Blättern sind folgende bekannt: a) Maria Himmelfahrt, in hohem Folioformate, bezeich. W. C.; b) die sieben Planeten auf einem Blatte; dann c) die 4 Stuffen des menschlichen Alters; beide in kleinem Querfolioformate, mit C. W. bezeichnet. v. Kretz Mspt.


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Fußnoten

  1. Die katholische Religion, welche überhaupt auf die Sinne des Menschen zu wirken sich bestrebt, und ihm Gegenstände ihrer Lehre, des Heroismus und des frommen Lebenswandels der Bekenner von der Christus-Religion zu seiner Erbauung anschaulich darzustellen sucht, ward auch für die Künstler dadurch wohlthätig, daß sie in ihren Kirchen sogenannte Krippen und heilige Gräber errichtete. Hierdurch erwarb sich nicht nur der Künstler einigen, oft großen, Verdienst, sondern übte sich zugleich, um mit der Zeit selbst Meisterwerke liefern zu können. Wenn der Bildhauer für eine Krippe Köpfe, Hände und Füße, dann auch Pferde, Elephanten, Schaafe u. s. w. zu verfertigen harte; so übte er sich bei den Köpfen, um verschiedene Charaktere, verschiedene Affekte u. s. w. in denselben auszudrücken, er bildete aus Holz oder Wachs junge und alte Hände etc., formte die Thiere in verschiedenen Lagen und Stellungen, und der Maler hatte Gelegenheit schöne Perspektive, große Architektur s. a. bei heiligen Gräbern anzubringen und so sich in der Kunst zu vervollkommnen. Wenn nun dergleichen Figuren in den Krippen und heiligen Gräbern der wahren Andacht und Erbauung des Christen mehr nachtheilig als vorträglich mögen gewesen seyn, und wenn gleich Gottes Wort allein beleben sollte, auch nicht zu leugnen ist, daß solche Darstellungen nur Gelegenheit zum geistlosen Gaffen darbieten, und ein unanständiges Hin- und Herlaufen veranlassen; so wird doch dem Kunstfreunde der Wunsch nicht zu verargen seyn, daß man bei Abstellung der Krippen und Vereinfachung der heiligen Gräber in den Kirchen auf ein Surrogat für die Kunst und den Künstler den Bedacht nehmen dürfte. Ueberhaupt haben diese Krippen und heiligen Gräber auf den Geschmack des Volkes gewirkt und Kunstsinn bei demselben erweckt, hervorgebracht und erhalten.