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Max Joseph Zuber (GND 135938171)


Daten
Nachname Zuber
Vorname Max Joseph
GND 135938171
( DNB )
Wirkungsgebiet Religion


BSB Max Joseph Zuber in der BSB

ZUBER (Max Joseph) Pfarrer zu Rottbach Landgerichts Dachau im Isarkreise, von welchem ich bereits in Kaplers Magazin für kathol. Religionslehrer 1800 B. II. S. 89--96, und im allg. lit. Anzeiger 1801. n. 154. S. 1484 Nachricht gegeben habe. Zuber wurde am 4. November 1752 in München gebohren, und kam noch in seinen Kindesjahren nach Landshut, wo sein Vater bey dem Mauthamte angestellt ward. Er studirte daher die niedern Klassen zu Landshut, aber die Philosophie und Theologie an der Universität zu Ingolstadt, wo er auch absolvirte, in der Philosophie das Doktorat, und in der Theologie den Lizentiatengrad nahm, und in den Weltpriesterstand trat. Er machte sich frühezeitig mit den besten Schriften seines Zeitalters bekannt, besaß bereits eine musterhafte Auswahl von Büchern, und verließ die Universität mit einem reichen Vorrathe von hellen und richtigen Begriffen, und einer vollen Kenntniß der Haupt- und Hilfswissenschaften, die man daselbst und damahl lehrte. Im J. 1777 wurde er in der Selsorge angestellt, die er mit vielen Eifer, und, was nicht allemal mit dem Eifer verbunden ist, mit vieler Klugheit ausübte. Man übertrug ihm 1780 im Priesterhause zu München die Repetitorsstelle der Moraltheologie. Im Jahre 1784 erhielt er den Ruf als Subregens und Professor der Theologie in das Freysingische Priesterhaus nach Dorfen, welchen Posten er aber nach 2 Jahren aufgab, und zur Selsorge zurückgieng. Bey Besorgung der erwähnten Funktionen widmete er sich dem Studium der alten und neuen Literatur, der Geschichte, und verschaffte sich in der Botanik, in der französischen, englischen, und italienischen Sprache, und in der Musik, viele Kenntnisse. Im J. 1788 erhielt er durch Resignation die Pfarrei Rottbach, und hatte auch die Inspection über einige Schulen der Gegend zu übernehmen. Er war in seinen Amtsverrichtungen getreu, und erbaulich, brachte seiner Gemeinde reine Religionsbegriffe bey, und erzwang durch kluge Anschläge, und gründlichen Rath die Beseitigung mancher Mißbräuche, wobey er auf Erfüllung der Pflichten und auf Moralität drang, die er am kräftigsten durch sein eigenes Beyspiel lehrte. Zum besondern Geschäft machte er sich auch die Verbesserung der Landwirthschaft, und trug zur bessern ökonomischen Kultur seiner Gegenden viel bey. Aber mitten in seinen Arbeiten, in seinem, in mancher Rücksicht seiner Gemeinde, dem Vaterlande, der Kirche, den Wissenschaften, und seinen Freunden nützlichen Wirkungskreise, in seinen hoffnungsvollen Fortschritten, mußte der edle Mann gewaltthätig weggerissen werden. Da die französischen Truppen im Sommer des Jahres 1800 in Baiern vordrangen, kamen am 6. Julius drey französische Husaren nach Rottbach an das Pfarrhaus. Zuber gieng an seine Hausthüre, gab ihnen, da sie wüthend Geld begehrten, 10 Thaler, und zeigte ihnen zugleich des Obergenerals Moreau gedruckte Proklamation, in welcher der Armee alle Privatcontributionen verboten waren. Während aber Zuber mit 2 Husaren, die vom Pferde gestiegen waren, sprach, nahm der dritte, der zu Pferde blieb, sein Gewehr, und tödtete ihn, in Gegenwart seiner Hausleute, die um ihn herstanden, durch einen Schuß in den Unterleib. Gleich nach der That schwangen sich die Kameraden des Mörders auf ihre Pferde, und die drey Husaren jagten im Galopp davon. Es wurde sonst im Pfarrhause nichts verletzt oder genohmen, und an demselben Tage im ganzen Dorfe sonst kein Exzeß verübt. Pfarrer Zuber hatte einen liebenswürdigen Charakter; sein gesellschaftlicher Umgang war sehr angenehm, und er unterstützte jeden, eines Rathes oder einer Hilfe bedürftigen, Mitmenschen nach seinen Kräften. Wenn er Erinnerungen und Widerlegungen nicht anwendbar fand, so schwieg er, und duldete die ungereimtesten Widersprüche. In seinem Hause herrschten Anstand und Reinlichkeit; das Niedliche war mit dem Oekonomischen glücklich vereiniget, und man sah überall Wohlstand mit kluger Einschränkung. Im Drucke erschien von ihm:

  1. 1. Betrachtungen über gewisse Tugenden gegen Gott, den Nächsten, und sich selbst, auf die 9 Mittwoche u. den Festtag des H. Johann von Nepomuk; aus der Lebensgeschichte dieses Heiligen genohmen. Nebst Beicht- Communion- u. andern Gebeten. 8. München b. Fritz 1781. 96 S.
  2. 2. Aufsätze im Münchner Intelligenzblatt 1788 bis 1796, in dem Baierischen Landbothen 1790 u. 1791, und in dem Baierischen Wochenblatte 1800.
  3. 3. Das vorzüglichste Werk, das er in den letztern Jahren seines Lebens bearbeitete, und herausgeben wollte, war eine Buchdruckergeschichte Baierns vom Jahre 1500 an, oder ein allgemeines Repertorium aller in Baiern 1500--1650 gedruckten Schriften. Er war auch gesinet, seine Paraphrasen sämmtlicher Sontagsevangelien und Episteln des Kirchenjahres in 2 Bänden drucken zu lassen.
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