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Ferdinand Maria Baader (GND 116010592)


Daten
Nachname Baader
Vorname Ferdinand Maria
GND 116010592
( DNB )
Wirkungsgebiet Wissenschaft


BSB Ferdinand Maria Baader in der BSB

BAADER (Ferdinand Maria), der WW. und AG. Dr., Direktor der philos. Klasse und des Naturalienkabinets an der kurbaierischen Akademie der Wissenschaften, Professor der Naturgeschichte, kurfürstlicher Medicinal- und Büchercensurrath, und Leibarzt der verwittibten Kurfürstin Marianne in München. Er wurde zu Ingolstadt am 10ten Febr. 1747 geboren, studirte daselbst, und wurde im I. 1771 Doktor der Arzneywissenschaft. Im nämlichen Iahre den 5ten Oktober kam er als Stadt-und Landphysikus nach Erding, wo er sich mit der Wittwe des verstorbebenen Stadtphysikus, Georg Schweinhammer, verehelichte. Er adoptirte in der Folge (nämlich im Iahr 1786) auch dessen Tochter Amalia, die sich durch gelieferte Kunstprodukte in der Mahlerey und Kupferstecherkunst sehr auszeichnete und die Gattin des Damenstiftskanzlers Schattenhofen in München wurde. Ferdinand Baader machte sich bald als einen gründlichen und tiefdenkenden Gelehrten auch ausser dem Zirkel seiner Freunde bekannt, und er wurde am 13ten Iunius 1776 von der kurbaierischen Akademie der Wissenschaften zum ordentlichen Mitglied aufgenommen. Im Iahr 1776 wurde er auch von der nämlichen Akademie zum Professor der Naturgeschichte zu München, und im Iahr 1778 zum Direktor der physikal. und philosophischen Klasse ernannt. Am 28sten Iunius 1777 ward er kurfürstlicher wirklicher Medicinalrath, und am 31sten Okt. desselben Iahres Büchercensurrath. Im Iahr 1783 machte ihn die Kurfürstin Marianne Wittib zu ihrem Leibarzt. Er bildete in München viele junge Mediziner zu vortreflichen Aerzten, war als Philosoph und Arzt schätzbar, und gehört als solcher unter die ersten Gelehrten Baierns. Sein Charakter war gerade, und er liebte keine Komplimente; nur verfolgte er manchmal mit zu grosser Hitze Vorurtheile, Dummheit und Aberglauben, wodurch er sich viele und unversöhnliche Feinde zuzog, welche mehrere Iahre lang daran arbeiteten, ihn in eine kirchliche oder politische Inquisition zu bringen, aber nie ihren Zweck erreichten. Er starb unvermuthet zu Augsburg, wohin er zu einem Krankenbesuche reisete, an einem Schlagflusse den 4ten Hornung 1797. Er hinterliess ein artiges und vollkommen systematisch eingerichtetes Naturalienkabinet, das sich noch izt (1802), sammt der dazu gehörigen Bibliothek, in den Händen der Frau Wittwe Baader befindet.

Seine Schriften sind:

Rede über die Naturkunde und Oekonomie, worinn zugleich die Frage abgehandelt wird: was hat sich das Vaterland von diesem Lehrstuhle zu versprechen? München 4. 1776.

S. Münchner Intelligenzbl. 1777 S. 22.
  • Der patriotische Landbader, oder kurze Abhandlung von den verderblichen Früchten der Wollust und Geilheit, sammt der besten Kurart der venerischen Krankheiten unter dem Landvolke, 8. München 1777.
S. Münchner Intelligenzbl. 1777 S. 190. ADB. 33. B. S. 136. Reg. gel. N. 1777 S. 323. Nürnberg. gel. Z. 1778. S. 593.

Akademische Rede von dem Glücke der Völker unter guten Regenten, 4. München 1777. 28. S.

  • Vertraute Briefe über eine ganz unerhörte und nachtheiliche Pockenkur, 8. 1778. 56 S. (nach dem Tode des Kurfürsten Maximilian III. herausgegeben).
S. ADB. 39 B. I. S. 135. Nürnb. gel. Z. 1778 S. 230. Vergl. die Schriften: Tagebuch von der lezten Krankheit Sr. Durchl. Maximilian Ioseph III. 1778 und Berichtigung des Tagebuchs, 8. Frankfurt 1778.

Akad. Rede über das Studium der Philosophie, 4. München 1778. 96 S.

S. Neue Leipz. gel. Z. 1778 n. 101. Nürnb. gel. Z. 1779 S. 41. Annalen der bair. Lit. St. 1 S. 69.

Akad. Rede: was hat die Stiftung der Akademie zur Aufklärung des Vaterlandes beygetragen? 4. München 1783 30 S.

Dagegen erschien: Ein paar Worte an H. F. M. Baader wegen der (in dieser Rede vorkommenden) Gassnerischen Hannswurstiade, 8. Regensb. und Sulzb. 1783.

Ueber einige Neuerungen in der Naturkunde; in den neuen philosoph. Abhandlungen der bair. Akad. der Wiss. B. VII. S. 312.

Sein Porträt wurde in München das erstemal von Iakob Dorner, und das zweyte sehr ähnliche von Ettlinger gemahlt.

S. Eigene Sammlungen. Privat-Nachrichten. Finauers hist. lit. Mag. H. 1 S. 81. Meusels gel. Teutschland 5te A. B. I. S. 81. Münchner Intelligenzbl. 1783 S. 164. und 1797 S. 174. Mederers annal. Ingolstad. B. III. S. 295 und 309. Nikolai Reise B. 6. S. 670. A. L. Anzeiger 1797. Nov. S. 1393. Hurtenkeils med. chir. Z. 1797 I. S. 384.


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